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Alles auf Null: Nach den beiden Auftaktniederlagen in der 3. Liga und der daraus resultierenden Beurlaubung von Trainer Boris Schommers will der 1. FC Kaiserslautern endlich das erste Erfolgserlebnis in der neuen Saison feiern. Vor dem Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden (19 Uhr) stand der neue Coach Jeff Saibene gegenüber SWR Sport Rede und Antwort.

24 Trainer in 20 Jahren: Die Bank des 1. FC Kaiserslautern war in der Vergangenheit ein echter Schleudersitz - einhergehend mit dem sportlichen Misserfolg. Seit letzten Freitag ist nun Jeff Saibene neuer Coach der Roten Teufel. Der Luxemburger soll die Pfälzer zurück in die Erfolgsspur, das heißt möglichst zum Aufstieg in die 2. Liga, führen.

Der 52-Jährige geht seine neue Aufgabe optimistisch an. Das sich die Trainer auf dem Betzenberg in den letzten Jahren fast die Klinke in die Hand gaben, schreckt ihn nicht. "Alles, was vor mir war, kann ich nicht beeinflussen. Ich bin froh, dass ich hier bin. Ich will mein Bestes geben und hoffe, dass ich lange hier arbeiten kann", sagte Saibene.

"Mit Leidenschaft und Herz spielen"

Im Auswärtsspiel bei Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden wird es direkt ernst für Saibene und seine Mannschaft. Der Luxemburger will, dass sein Team mit Mut an die schwere Aufgabe herangeht. "Ich habe versucht, diese Werte im Training zu vermitteln. In Kaiserslautern wird Tradition und Leidenschaft gelebt - deswegen wollen wir dem gerecht werden und mit Leidenschaft und Herz spielen."

Fussball | 3. Liga Zwölf in einem Jahrzehnt: Die Trainer des 1. FC Kaiserslautern

Marco Kurz: Juni 2009 bis März 2012 (Foto: Imago, Contrast)
Marco Kurz - Juni 2009 bis März 2012: Kurz übernahm die Roten Teufel in der 2. Liga und schaffte gleich in der ersten Saison den Aufstieg. Er konnte weiter auf der Euphoriewelle schwimmen und holte bei seiner Bundesliga-Premiere Tabellenplatz sieben. Nach 16 sieglosen Spielen am Stück wurde Marco Kurz eine Saison später beurlaubt. Trotzdem steht sein Name für die letzte erfolgreiche Zeit des FCK. Imago Contrast Bild in Detailansicht öffnen
Krassimir Balakov - März 2012 bis Mai 2012: Seine Mission bei Amtsantritt war, den drohenden Abstieg zu verhindern. Er galt als Hoffnungsträger, man sicherte ihm zu, auch bleiben zu können, wenn der FCK absteigt. Die Chance bekam er nicht, weil sein angekündigter Neuaufbau der Mannschaft scheiterte: Nach nur 57 Tagen wurde Balakov gefeuert. Der FCK stieg als Tabellenletzter sang und klanglos ab. Imago Heuberger Bild in Detailansicht öffnen
Franco Foda - Mai 2012 bis August 2013: Für die anschließende Saison 2012/13 kam Foda und übernahm die Lauterner in Liga zwei. Das Motto der FCK-Verantwortlichen: "Erste Liga, wir kommen." Das schaffte der frühere FCK-Profi nicht ganz, denn er verlor die Relegation gegen die TSG Hoffenheim. Stehen blieb für ihn am Ende Rang drei. Nach nur fünf Spielen in der nächsten Spielzeit wurde er entlassen, Grund: Das Verhältnis zur Mannschaft habe nicht mehr gestimmt. Imago GEPA Pictures Bild in Detailansicht öffnen
Kosta Runjaic - September 2013 bis September 2015: Als Co-Trainer hatte er bereits am Betzenberg gearbeitet, als Runjaic übernahm, war der FCK im Tabellenmittelfeld der zweiten Liga. Runjaic ist der letzte Trainer, der mehr als zwei Spielzeiten an der Seitenlinie stand, den Aufstieg schaffte aber auch er nicht. Nach nur einem Punkt aus vier Spielen in seiner letzten Saison 2015/16 musste auch Runjaic den Platz räumen. Imago Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Konrad Fünfstück - September 2015 bis Mai 2016: Der Trainer der Lauterner U23 wurde sofort nach Runjaics Entlassung zu den Profis hochgezogen. Ein Regionalliga-Trainer war nun Coach in der zweiten Bundesliga. Allerdings für nicht einmal eine Saison. Nach einer Serie von fünf verlorenen Pflichtspielen in der Rückrunde und schlussendlich Platz zehn, wurde Fünfstück entlassen. Die FCK-Verantwortlichen erhofften sich frischen Wind für die kommende Saison. Imago Zink Bild in Detailansicht öffnen
Tayfun Korkut - Juli 2016 bis Dezember 2016: Er hatte nach seiner Übernahme im Gegenteil zu vielen folgenden Trainern die Chance, mit der Mannschaft die Saison 2016/17 vorzubereiten. Der gebürtige Stuttgarter war die erste Wahl der Verantwortlichen, er sah den Verein eigentlich in der Bundesliga. Nach einem schlechten Saisonauftakt führte Korkut die Lauterner zur Winterpause wieder aus der Abstiegszone – und kündigte dann völlig überraschend kurz nach Weihnachten seinen Vertrag. Imago Martin Hoffmann Bild in Detailansicht öffnen
Norbert Meier - Januar 2017 bis September 2017: Der Routinier war der vierte Trainer beim FCK innerhalb von 18 Monaten, als er im Jahr 2017 den Betzenberg betrat. Meier galt als ein gestandener Coach mit viel Erfahrung. Seine erste Spielzeit beendete er im Tabellenmittelfeld, danach erging es ihm wie vielen seiner Vorgänger: Katastrophaler Saisonstart mit nur zwei Punkten aus sieben Partien. Es folgte: die Entlassung. Imago Thomas Frey Bild in Detailansicht öffnen
Jeff Strasser - September 2017 bis Januar 2018: Schon als Spieler lief der Luxemburger für den FCK auf, nun sollte er die Lauterner vor dem Abstieg bewahren. Aber die Gesundheit machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Beim Spiel gegen Darmstadt musste er behandelt werden, die Schock-Diagnose: Herzrhythmus-Störungen. Strasser musste mehrere Wochen pausieren und legte schlussendlich sein Amt im Januar nieder. Imago Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
Michael Frontzeck - Februar 2018 bis Dezember 2018: Frontzeck sollte mit Ruhe und Souveränität am Betzenberg punkten. Erfolgreich war er nicht, die Saison beendete der FCK auf dem letzten Platz - der Abstieg in die 3. Liga war besiegelt. Trotzdem hielten die Verantwortlichen an ihm fest, er sollte den Wiederaufstieg schaffen. Nach drei Niederlagen in vier Spielen der folgenden Saison musste aber auch Frontzeck gehen – das "schwierige Umfeld" wie Frontzeck es nannte, wurde ihm zum Verhängnis. Imago Karina Hessland Bild in Detailansicht öffnen
Sascha Hildmann - Dezember 2018 bis September 2019: In Kaiserslautern aufgewachsen, für die Roten Teufel in den Nachwuchsmannschaften aufgelaufen: Hildmann kannte den Verein, er sollte Emotionalität in die Mannschaft bringen. Nach einer Saison in der 3. Liga, die er auf Rang neun abschloss, war aber auch bei ihm Schluss. Wie so oft hinkte der FCK beim Auftakt der neuen Spielzeit den Erwartungen hinterher und Hildmann musste nach neun Punkten aus acht Spielen gehen. Imago Picture Point Bild in Detailansicht öffnen
Boris Schommers - September 2019 bis September 2020: Schommers übernahm als weitgehend Unbekannter den Job am Betzenberg, obwohl er zuvor für vier Monate Interimstrainer beim 1. FC Nürnberg war. Er schreckte auch vor System-Umstellungen und unangenehmen Personalentscheidungen nicht zurück, machte sich mit dem Rausschmiss von Gerry Ehrmann bei den Fans unbeliebt. Nach der gescheiterten Mission Wiederaufstieg und einem schlechten Saisonstart wurde er entlassen. Imago Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
Jeff Saibene - von Oktober 2020 an: Der Luxemburger ist neuer Trainer auf dem Betzenberg und soll den FCK an die Spitze der 3. Liga führen. Der 52-Jährige hat Zweitliga-Erfahrung, er coachte in den vergangenen Jahren unter anderem Arminia Bielefeld und in der vergangenen Saison den FC Ingolstadt. Imago VIADATA Bild in Detailansicht öffnen

Noch kein Gedanke an den Aufstieg

Dass die Erwartungshaltung in und um den FCK traditionell hoch ist, weiß auch Saibene. Trotzdem will er aktuell nicht vom Aufstieg als möglichem Saisonziel sprechen. "Ich denke, um davon zu sprechen, ist es viel zu früh", sagte er: "Fakt ist, dass wir aus dem DFB-Pokal ausgeschieden sind und nach zwei Spielen null Punkte haben." Trotzdem blickte er optimistisch voraus: "Wir fangen jetzt wieder bei Null an. Wir haben noch 36 Spiele - das ist eine lange Zeit. Die Jungs präsentieren sich im Training gut, aber wir wollen jetzt von Spiel zu Spiel denken."

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Am heutigen Montag feiert Saibene nicht nur sein Pflichtspieldebüt als FCK-Coach, heute endet auch die Wechselperiode. Und personell könnte sich bei den Roten Teufeln noch einiges tun, verriet der 52-Jährige. "Es wird im Hintergrund sehr viel gearbeitet. Wir wissen, dass die Zeit knapp ist, aber wir sind bereits seit Tagen dran", sagte Saibene: "Aber wir hoffen schon, dass noch zwei Neuzugänge kommen werden."

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