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Sportlich steht der 1. FC Kaiserslautern am Abgrund, abseits des Fußballplatzes herrscht bei den Roten Teufeln Chaos und Uneinigkeit im Klub. Nun wartet mit der Partie gegen den Halleschen FC ein Spiel auf den FCK, in dem ein Sieg fast schon Pflicht ist.

Am Mittwochabend sorgte der 1. FC Kaiserslautern einmal mehr für Schlagzeilen. Grund war der Rücktritt von FCK-Aufsichtsratsmitglied Martin Weimer. Bereits letzte Woche hatte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Bernhard Koblischek seine Demission erklärt, zudem hatte ein offener Brief des geschassten Sportdirektors Boris Notzon für Unruhe gesorgt.

Sturz in die Regionalliga droht

Es brennt also bei den Roten Teufeln - und das zur Unzeit. Denn der Verein steht vor sportlich richtungsweisenden Wochen. Der FCK steht auf einem Abstiegsplatz in der 3. Liga, sechs Punkte beträgt bereits der Abstand aufs rettende Ufer. Der erstmalige - und möglicherweise existenzbedrohende - Sturz in die viertklassige Regionalliga droht. Auf die Pfälzer warten noch zehn Partien, jede davon ein "Endspiel".

"Es gibt kein Vertun mehr"

Das erste davon hat der FCK gegen Halle (Samstag, 14 Uhr). Verlieren verboten, ein Remis wäre schon zu wenig - ein Dreier muss her. Das sieht auch FCK-Trainer Marco Antwerpen so. "Es geht um eine grundsätzliche Reaktion der Mannschaft", forderte der 49-Jährige: "Es gibt kein Vertun mehr: wir wollen und müssen dieses Spiel am Samstag gewinnen."

Die Unruhe abseits des Feldes spiele bei der Mannschaft keine Rolle. "Wir nehmen das zur Kenntnis, aber wir haben unseren sportlichen Bereich, der für uns wichtig ist. Jeder kann einen Zeitungsbericht lesen und weiß dann, um was es geht, aber für uns ist es kein Thema", sagte Antwerpen lapidar.

Mit Halle erwartet Antwerpen einen kampfstarken Gegner, der besonders im Angriff seine Stärken hat. "Stürmer Terence Boyd hat in dieser Saison nachhaltig gezeigt, dass er weiß, wo das Tor steht. Er garantiert Tore", so der Coach.

"Wir haben intensiver und härter trainiert"

Man müsse also eine konzentrierte Leistung abrufen und endlich einmal ohne Aussetzer spielen. Also anders als bei der saft- und kraftlosen Leistung seiner Mannschaft beim 0:1 in Magdeburg vor der Länderspielpause, von der Antwerpen enttäuscht war. Als Reaktion darauf mussten die Spieler noch in der Nacht der Rückkehr Lauftraining absolvieren. Auch im Anschluss zog der FCK-Coach die Zügel an, wie er nun bestätigte. "Wir haben das Spiel in Magdeburg analysiert und festgestellt, dass wir etwas ändern müssen. Wir haben intensiver und härter trainiert, hoffen dass wir damit die Defizite aufgearbeitet haben und besser ins nächste Spiel gehen."

Diese intensiven Einheiten seien "die letzte Chance" gewesen, so Antwerpen weiter: "Wir mussten die Länderspielpause nutzen, um an unseren Defiziten zu arbeiten."

"Entscheidend ist der 38. Spieltag"

Generell sieht Antwerpen seine Mannschaft noch nicht mit dem Rücken zur Wand. "Das ist Fußball, da ist es möglich, auch solche Rückstände aufzuholen", sagte er: "Entscheidend wird sein, wo wir uns am 38. Spieltag befinden. Das ist unser Ziel - und damit wollen wir am Samstag anfangen."

Unterstützung erhält der FCK dabei von Fans, welche Spruchbänder mit Motivationssprüchen in der Westkurve aufgehängt haben. "Wir bedanken uns für die Unterstützung, das können wir in der aktuellen Saison gut gebrauchen,. Es tut uns gut, dass unsere Fans zu uns stehen", sagte Antwerpen: "Wir wollen uns möglichst mit drei Punkten bedanken."

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