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Auf der Gläubigerversammlung des 1. FC Kaiserslautern wurden am Donnerstag die Weichen für die Zukunft des hoch verschuldeten Traditionsklubs gestellt. Der vom FCK erstellte Insolvenzplan wurde einstimmig angenommen. Damit besteht die Chance auf einen grundlegenden wirtschaftlichen Neustart für die Roten Teufel.

Die Gläubiger, die auf der Versammlung abstimmen durften, waren in fünf Gruppen unterteilt. In Topf 1 befanden sich Großsponsoren wie der Stuttgarter Finanzdienstleister Quattrex, der Luxemburger Bauunternehmer Flavio Becca oder der Unternehmensfinanzierer Kapilendo. Hinzu kamen die Bundesagentur für Arbeit, die Ticketinhaber der Saison 2019/20, nicht nachrangige Insolvenzgläubiger und Gesellschafter der Kapitalgesellschaft wie der FCK e.V. sowie bisherige Aktionäre. Mit den wichtigsten Gruppen hatte der Verein nach zähen Verhandlungen schon im Vorfeld der Gläubigerversammlung weitgehend Einigung erzielt. Bei der Abstimmung wurde von allen fünf Gruppen einstimmig für den Insolvenzplan gestimmt, es gab insgesamt nur eine Gegenstimme.

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Fließt bald das Geld?

Der Verein geht nun davon aus, dass das am 1. September eröffnete Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung in Kürze beendet wird. Danach wolle man sich "gemeinsam mit unseren Investoren - der Saar-Pfalz-Invest GmbH - engagiert auf die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele des FCK konzentrieren", betonte der Beiratsvorsitzende Markus Merk. Die aus fünf regionalen Unternehmern bestehende Investorengruppe "Saar-Pfalz-Invest GmbH" will 33 Prozent der Anteile an der Kapitalgesellschaft erwerben und dem Klub im Gegenzug elf Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das Geld soll nun nach Annahme des Insolvenzplans und dem damit einhergehenden Schuldenschnitt in mehreren Tranchen auf das FCK-Konto fließen. Vier Millionen Euro für die Forderungen von mehr als 17.000 Gläubigern wurden bereits auf einem Treuhandkonto hinterlegt.

FCK-Geschäftsführer Voigt: "Alternativloser Schritt"

"Ich danke allen Beteiligten in diesem Verfahren für die kritisch‐konstruktiven Gespräche und die jeweiligen Sanierungsbeiträge. Wir sind wie angekündigt diesen für den FCK schwierigen, aber alternativlosen Schritt gegangen und sehen ihn als große Chance für eine erfolgreiche Zukunft des 1. FC Kaiserslautern. Die Annahme des Insolvenzplans erleichtert uns daher sehr", erklärte der Geschäftsführer der FCK KGaA, Soeren Oliver Voigt, in einer Mitteilung des Klubs.

"Die Gläubiger haben einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass die Geschichte des FCK fortgeschrieben werden kann", sagte Sachwalter Andreas Kleinschmidt nach der Gläubigerversammlung: "In einer gemeinsamen Anstrengung ist es uns im Wege eines vernünftigen Ausgleichs der Interessen gelungen, die Arbeitsplätze und die Zukunft am Betzenberg im Interesse der Gläubiger, der Anhänger sowie der ganzen Region zu sichern."

Günstige Rahmenbedingungen als Folge der Coronakrise genutzt

Die hoch verschuldeten Roten Teufel hatten Mitte Juni die günstigen Rahmenbedingungen als Folge der Coronakrise genutzt und Insolvenz angemeldet. So hatte die sogenannte Planinsolvenz keine sportlichen Konsequenzen, da der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den üblichen Punktabzug ausgesetzt hatte.

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