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Die Freistellung von Torwarttrainer Gerry Ehrmann beim 1. FC Kaiserslautern war ein Paukenschlag. Einer, der bei den Fans für großen Frust und Wut sorgt. Auch FCK-Stadionsprecher Horst Schömbs wurde von den Entwicklungen auf dem Betzenberg überrascht.

Nach über drei Jahrzehnten ist Schluss. Gerry Ehrmann und der 1. FC Kaiserslautern gehen getrennte Wege. Der 61-Jährige ist eine Ikone auf dem Betzenberg, stand für die Roten Teufel von 1984 bis 1998 selbst zwischen den Pfosten und wurde danach Torwarttrainer. Ehrmann lebte für seinen Verein, litt und jubelte mit ihm und erlebte alle Höhen und Tiefen.

Unverständnis unter FCK-Fans

Für viele Anhänger ist die Freistellung daher nicht nachvollziehbar. "Das hat der Gerry so definitiv nicht verdient", bestätigt FCK-Fan Dirk Sippel. Frust und Wut über das Ehrmann-Aus sind auch in den sozialen Netzwerken groß. "Morgen geht die Kündigung meiner Mitgliedschaft raus", oder "der FCK ohne Gerry ist wie Lautern ohne den FCK. Das war‘s wohl". Nur zwei von vielen drastischen Reaktionen auf der Facebook-Seite von SWR Sport. In einer Online-Petition mit dem Titel "Gerry Ehrmann bleibt beim FCK" unterschrieben bis Montagnachmittag knapp 4.500 Personen.

Auseinandersetzung mit Schommers

Nach SWR-Informationen soll Gerry Ehrmann FCK-Trainer Boris Schommers nach dem Unentschieden gegen Zwickau im VIP-Raum beleidigt haben. Am Sonntagvormittag soll es zwischen den beiden im Umfeld des Trainings eine erneute Auseinandersetzung gegeben haben. Anschließend wurde der Torwarttrainer nach über zwei Jahrzehnten im Verein freigestellt.

"Der Verein sah sich nach einer Reihe von internen Vorkommnissen, die eine zielgerichtete und teamorientierte Zusammenarbeit zum Wohle des Vereins nicht mehr möglich machen, zu diesem Schritt gezwungen", vermeldete der 1. FC Kaiserslautern in einer Pressemitteilung am Sonntag.

Ehrmann: Keine Beleidigung

Gerry Ehrmann bestreitet gegenüber dem SWR indes die Darstellung des Vereins. Es seien ausschließlich sportliche Gründe gewesen, die zu seiner Freistellung geführt hätten. Gerry Ehrmann wünschte zum Abschluss des Gesprächs dem 1. FC Kaiserslautern alles Gute für das Spiel nächsten Samstag gegen den SV Waldhof Mannheim (live ab 14 Uhr im SWR Fernsehen).

Auch Schömbs geschockt

FCK-Stadionsprecher Horst Schömbs, am Sonntag zu Gast in SWR Sport in Rheinland-Pfalz, zeigte sich von den Entwicklungen um den Kult-Torwart überrascht. "Ich habe nichts mitbekommen. Ich war genauso geschockt wie die Fans auch."

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Die teils heftigen Reaktionen der Fanszene kann der 63-Jährige, der seit 1994 Stadionsprecher auf dem Betzenberg ist, nachvollziehen. "Gerry ist eine Institution beim FCK, hat über Jahrzehnte alles für diesen Klub gegeben." Schömbs mahnt aber auch zu schnell zu urteilen: "Wir kennen weder die eine noch die andere Seite. Und trotzdem urteilt jeder, ohne abzuwarten bis die Dinge etwas klarer werden. Die Pressemitteilung ist bestimmt nicht ohne Grund in dieser Form rausgegangen."

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Trotz des Personalknalls um Ehrmann appelliert Schömbs, den Blick auf die sportliche Situation nicht zu verlieren. "Es geht um den Verein. Wir stehen vier Punkte vom Abstiegsplatz weg und müssen uns jetzt auf das nächste Spiel in Mannheim konzentrieren. Das wird ein schwieriges Spiel."

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