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Die erste digitale Jahreshauptversammlung steht den Mitgliedern des 1. FC Kaiserslautern bevor. Am 26. Februar ist es soweit. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

1.384 Mitglieder waren zur letzten Versammlung des 1. FC Kaiserslautern im Dezember 2019 erschienen. Seitdem ist viel passiert, Präsenzveranstaltungen in dieser Größenordnung sind weiterhin untersagt. Deshalb findet die 2020 verschobene Jahreshauptversammlung der Pfälzer nun erstmals in der Vereinsgeschichte digital statt. Alle Mitglieder des Vereins, die an der Versammlung teilnehmen möchten, bekommen individuelle Zugangsdaten, mit denen sie sich von zu Hause aus einwählen können. Online können sie zum Beispiel auch Wortbeiträge anmelden und sich dann per Kamera und Mikrofon aktiv beteiligen.

Was wird gewählt?

Gewählt wird der Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern e.V. für die kommenden drei Jahre. Der Aufsichtsrat ist auf ehrenamtlicher Basis tätig und besteht aus maximal sieben Personen. Fünf werden von den Mitgliedern gewählt, außerdem drei Ersatzmitglieder. Der Aufsichtsrat kann dann zwei weitere Mitglieder bestellen. Seine Aufgabe ist es, die Arbeit des Vorstandes zu kontrollieren. Er genehmigt den Geschäftsplan, den der Vorstand vor jedem neuen Geschäftsjahr vorlegen muss, bestellt den Wirtschaftsprüfer, verabschiedet den Jahresabschluss und entscheidet über die Empfehlung zur Entlastung des Vorstands. Ganz wichtig: Mindestens drei Mitglieder aus dem Aufsichtsrat des e.V. werden auch in den Beirat der Kaiserslautern Management GmbH entsendet und haben damit Einfluss auf den Profisport. Derzeit sind die beiden Räte sogar identisch. Außerdem werden auf der Jahreshauptversammlung der fünfköpfige Ehrenrat des Vereins und die Rechnungsprüfer gewählt. Auch deren Amtszeiten dauern regulär drei Jahre.

Wer darf wählen?

Jedes Mitglied des Vereins hat eine Stimme. Wenn mehrere Personen eines Haushaltes eine Mitgliedschaft im Verein haben, müssen sie sich bei der digitalen Versammlung entweder auf verschiedenen Endgeräten anmelden oder alle nacheinander mit ihren jeweils individuellen Zugangsdaten am gleichen Gerät abstimmen. Für die Wahlen reicht eine einfache Mehrheit aus. Sollte es zu einer Stimmengleichheit kommen, gilt das als Ablehnung.

Welche Kandidaten gibt es?

Neun Kandidaten haben sich für die Wahl zum Aufsichtsrat aufstellen lassen. Die aktuell im Aufsichtsrat sitzenden Kandidaten sind Rainer Keßler (Vorsitzender), Markus Merk (stellv. Vorsitzender), Fritz Fuchs und Martin Weimer. Außerdem treten Valentin Helou, Bernhard Koblischek, Carsten Krick, Johannes B. Remy und Udo Zender an. Für die Wahl zum Ehrenrat treten zwölf Kandidaten an, fünf von ihnen werden von den Mitgliedern gewählt.

Was ist aus dem "Team Merk" geworden?

Bei der Mitgliederversammlung 2019 war Weltschiedsrichter Markus Merk mit einem fünfköpfigen Team zur Ergänzungswahl des Aufsichtsrates angetreten. Denn damals war nur noch Fritz Fuchs übrig, alle anderen Mitglieder waren zurückgetreten. Vier Mitglieder des Teams waren direkt in den Aufsichtsrat gewählt worden: Markus Merk selbst, Martin Weimer als Finanzexperte, der Wirtschaftsjurist Prof. Jörg E. Wilhelm und der frühere Vereinsvorsitzende Rainer Keßler. Im Anschluss an die Wahl wurde der ehemalige FCK-Profi Martin Wagner noch ins Gremium berufen, so dass das "Team Merk" komplett war. Dieses Team wird es bei der diesjährigen Wahl nicht mehr geben. Nach öffentlichen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Suche nach einem Investor für den Verein war Jörg E. Wilhelm im August von all seinen Ämtern zurückgetreten und erklärte außerdem seinen Austritt aus dem Verein. Zum 1. Oktober legte dann auch Martin Wagner sein Amt als Aufsichtsrat "aus beruflichen und persönlichen Gründen" nieder. Das "Team Merk" gibt es also nicht mehr, und es wird auch keine neue Gruppierung geben. Die verbliebenen drei Mitglieder treten als Einzelpersonen für die Wahl zum Aufsichtsrat an.

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