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Der Derbysieg hat dem FCK in vielerlei Hinsicht gut getan - auf dem Platz, in der Tabelle und auch, um die Gunst der Fans zurück zu erobern. Aber vom Chaos, das auf dem Betzenberg herrscht, lenkt er nicht vollends ab.

Hinter den Kulissen ist mächtig viel Bewegung beim 1.FC Kaiserslautern. Die Machtverhältnisse haben sich verschoben und verändern sich weiter. Eine Trainerverpflichtung ohne den Sportdirektor Boris Notzon einzubinden, anschließend eine Trainervorstellung ohne den Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt - dafür saß der Beiratsvorsitzende und Aufsichtsrat Markus Merk auf dem Podium. So etwas gab es noch nie.

Merk spricht davon, dass der Beirat beratend für die Geschäftsführung tätig ist und sie unterstützt. "Aber wenn wir natürlich sehen, es geht um unseren FCK und wir dann feststellen, dass wir in unserer professionellen sportlichen Analyse einfach ein Stück weiter nach vorne gehen müssen, eingreifen müssen, dann sind wir dazu im Sinne unseres Vereins verpflichtet." Das ist so allerdings nicht richtig. Beim FCK kann und soll sich das Kontrollorgan laut Satzung nicht ins operative Geschäft einmischen. Merk und sein Team hätten nur die sportliche Leitung entlassen können, das aber haben sie nicht getan.

Vielleicht wäre die Position des Geschäftsführers interessanter"

Für FCK-Ex-Profi Thomas Riedl sind solche Abläufe beim FCK nichts Neues mehr: "Das war prinzipiell ja das, was man dem Aufsichtsrat in den letzten Jahren vorgeworfen hatte, dass man sich ins operative Geschäft einmischt und das ist ja eigentlich nicht die Aufgabe des Aufsichtsrates." Es sei für Merk vielleicht eine besondere Situation gewesen, in der er hatte eingreifen müssen, "vielleicht wäre die Position des Geschäftsführer interessanter, wenn er das machen möchte", so Riedl. Markus Merk aber kandidiert erneut für das Amt des Aufsichtsrates, der am 26. Februar gewählt werden soll.

"Es geht um die Existenz"

Wie wichtig die aktuellen Entscheidungen beim FCK sind, ist auch Riedl bewusst. Für ihn steht der Verein an einem Scheidepunkt: "Es geht nicht nur um das Thema Klassenerhalt, es geht um die Existenz des Vereins, weil ich der Meinung bin, dass ein Abstieg in die Regionalliga für den FCK, so wie er jetzt aufgestellt ist, nicht machbar ist." Trotzdem empfindet der Ex-Profi die Abläufe hinter den Kulissen nicht als zielführend, vor allem, weil es bei Merks Amtsantritt anders besprochen war. Immer sei gesagt worden "Wir treten an mit dem klaren Auftrag, dass wir hier alles offen legen, dass alle Sachen, die im Verein besprochen werden, die gemacht werden für alle auch darstellbar sind, für alle auch nachvollziehbar sind." Man sehe aber jetzt auch, dass eine Ausnahmesituation entstanden ist. "Und jetzt ist auf einmal ein riesen Chaos wieder da."

Wie viel haben die Investoren zu sagen?

Ob und wie viel Mitspracherecht die Investoren bei den aktuellen Entscheidungen haben ist unklar. Der Sprecher der regionalen Investoren-Gruppe, Guiseppe Nardi, spricht von einem "sehr guten Einvernehmen mit den Führungsgremien des 1. FCK". Er sei bei der Trainersuche nicht involviert gewesen, habe bei den Entscheidungen, wie viele andere auch, seine Meinung kundgetan. "Letztendlich ist die Entscheidung bei der sportlichen Führung, bei der Vereinsführung", so Nardi.

Wer beim FCK aktuell welche Entscheidungen trifft, ist - wie schon oft in der Vergangenheit - nicht klar. Die versprochene Transparenz von Markus Merk und seinem Team lässt weiter auf sich warten.

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