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Andreas Buck hat 268 Bundesligaspiele für den VfB Stuttgart und den 1. FC Kaiserslautern absolviert, wurde mit beiden Klubs Deutscher Meister. Zudem hieß seine erste Profistation SC Freiburg und er spielte in der Endphase seiner Karriere für den FSV Mainz 05. Nun blickt er in seiner Biographie zurück.

Wer 15 Jahre im Profifußball aktiv war, hat viel zu erzählen. Und Andreas Buck tut genau das. Und zwar in seiner am 1. September erscheinenden Biographie "Turbo - Mein Wettlauf mit dem Fußballgeschäft". Eine Anspielung auf die enorme Geschwindigkeit, die den frühere Rechtsaußen während seiner aktiven Karriere auszeichnete.

So kam Buck zum SC Freiburg

Zurück blickte der Ex-Profi nun aber auch in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" angesichts der Veröffentlichung seines Buchs. Buck erzählt, wie er damals 1988 beim SC Freiburg landete und das Geld bei seinem ersten Profivertrag keine große Rolle spielte. "Achim Stocker (damaliger Präsident des SC Freiburg, Anm. d. Red.) hat mich bei meinen Eltern zu Hause in Geislingen besucht. Er hat mit uns Zwetschgenkuchen gegessen und gesagt: Der SC Freiburg ist ein kleiner Verein, der nicht viel Geld hat, aber auch ein Sprungbrett sein kann", so der heute 52-Jährige: "Eine Vertragsverhandlung im eigentlichen Sinne hat da nicht stattgefunden. Auch meinen Vater haben die Zahlen nicht interessiert. Ihm war wichtig, dass ich ordentlich unterkomme und studieren kann. Er hat wahrscheinlich auch nicht daran geglaubt, dass ich dauerhaft Profifußballer werde."

Es kam anders. 1990 wechselte Buck zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 Meister und 1997 DFB-Pokalsieger wurde. Danach wechselte er zum damaligen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern - der sich in der Folgesaison sensationell den Titel schnappte. Ein sporthistorisches Ereignis, das es in der Bundesliga wohl niemals wieder geben wird - und an das Buck damals selbst nicht glaubte.

Ausstiegsklausel statt Meisterprämie

Er bestand bei seiner Unterschrift bei den Roten Teufeln nämlich auf eine Ausstiegsklausel - anstelle einer Meisterprämie, die ihm der damalige FCK- Vorstandschef Jürgen Friedrich angeboten hatte. Der Clou dabei: Die Höhe hätte Buck selbst festlegen dürfen. "Sie wechseln vom VfB Stuttgart zu einem Aufsteiger und haben die Wahl: Entweder Sie dürfen bei einem Abstieg für eine geringe Ablöse wieder gehen, oder Sie entscheiden sich für eine Meisterprämie, die Sie selbst eintragen dürfen", erzählt der ehemalige Flügelflitzer rückblickend: "Ich war mir eigentlich sicher, dass wir mit dem FCK nicht absteigen. Dafür war die Mannschaft zu gut. Und wenn’s perfekt läuft, können wir vielleicht sogar auf Platz sechs landen. Aber, ganz ehrlich, Meister? Also, ich hab‘ gedacht, der will mich einfach ein bisschen veräppeln."

Dass ihm dadurch eine ordentliche Summe durch die Lappen ging, kann Buck heute lachen. "Ich hätte wirklich jede Summe eintragen können. Wahrscheinlich hätte Atze Friedrich das sogar gemacht, weil er selbst nicht an die Meisterschaft geglaubt hat. Tja. Der beste Deal meines Lebens. Den ich leider nicht gemacht habe", sagte er.

Erinnerungen an Djorkaeff und Basler

Das Thema Geld sieht nicht jeder so entspannt. Es ist in den Kabinen immer präsent, so der Ex-Profi. Das sei schon zu seiner Zeit so gewesen. Allerdings seien die Top-Spieler auch ihr Gehalt wert. Der Geislinger vergleicht das mit einem Beispiel aus seiner aktiven Zeit beim FCK, als sich der Klub mit Youri Djorkaeff und Mario Basler zwei Stars gönnte, aber nur einer über die ganze Zeit volle Leistung brachte. "Beide haben wahrscheinlich ähnlich viel verdient, Youri vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Aber er war einfach voll akzeptiert, weil er uns als Mannschaft geholfen hat", so Buck: "Es gab durchaus den einen oder anderen, der sogar öffentlich gesagt hat, er fände es unfair, dass Youri so viel verdient im Vergleich zu den Spielern, die schon länger da sind. Aber diese Denkweise hat sich mir und großen Teilen der Mannschaft echt nicht erschlossen. Eine Mannschaft weiß ganz genau, welcher Spieler wirklich wichtig ist."

Heute berät Buck unter anderem Fußballer in Vermögensfragen. Und gibt seine Erfahrungen weiter. Auch über das Thema Druck im Profifußball kann er einiges sagen - denn er war selbst betroffen.

"Den hast du permanent. Wenn du in einer schlechten Phase bist und die ganzen Fans, die Menschenmassen siehst. Dann ist das keine positive Energie, die du spürst, sondern eher diese Versagensangst", sagte er. Auch dieser Aspekt dürfte in seinem nun erschienenem Buch eine Rolle spielen.

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