Andreas Buck als Spieler des 1. FC Kaiserslautern (Foto: Imago, Eibner)

Fußball | 3. Liga

Andreas Buck: "Dauerhaft 3. Liga, dann bist du tot!"

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Andreas Buck hat sich als Flügelflitzer in die Herzen der Fans in Kaiserslautern gespielt. Mit dem FCK wurde er 1998 Deutscher Meister. Heute macht er sich Sorgen um die Zukunft der Roten Teufel.

Andreas Buck war eine feste Größe bei den Fußballvereinen im Südwesten. Über den SC Freiburg und den VfB Stuttgart kam er zum 1. FC Kaiserslautern. Wenn man sich mit ihm unterhält, macht der Schwabe schnell klar, dass er am liebsten einfach nur Andy genannt werden will: "Andreas hat früher eigentlich nur meine Mutter gesagt, wenn sie sauer auf mich war."

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Zweimal durfte Andy Buck die Meisterschale in den Händen halten: 1992 mit dem VfB Stuttgart und 1998 mit dem FCK. Die Zeit in Kaiserslautern hat Buck nachhaltig geprägt. Heute wohnt er wieder in der Region, weil er die Mentalität der Menschen in der Westpfalz mag.

"Der FCK hat in der Region immer noch eine Strahlkraft"

Im vergangenen Jahr war Buck nach kurzer Amtszeit aus dem Vorstand des 1. FC Kaiserslautern e.V. ausgeschieden. Das Geschehen beim FCK verfolgt er aber natürlich weiterhin. "Der FCK hat in der Region immer noch eine Strahlkraft. In diesem Licht bewegen sich viele Leute, die dann gerne auch mitreden wollen. Das ist immer ein Problem bei Traditionsvereinen", sagt Buck.

"Als Verein wie der FCK musst du wissen, welcher Fußball gespielt werden soll!"

Deshalb brauche man starke Leute im Verein, die eine klare Linie vorgeben. So halte man die Leute im Umfeld klein: "Das Wichtigste, gerade für einen Verein wie den FCK, ist immer, dass du eine Leitlinie hast, eine Philosophie vorlebst", so Buck. Man müsse einen Trainer und Spieler holen, die zu dieser Philosophie passen. Aus seiner Sicht sei beim FCK seit einigen Jahren nicht mehr erkennbar, dass hinter dieser Philosophie ein Plan stecke.

Dem FCK fehlen gute Flügelspieler

In den Augen von Buck fehlen seit einiger Zeit vor allem schnelle Spieler, die über die Außenbahnen in die Eins-gegen-eins-Situationen gehen können. Bei Florian Pick, der im Sommer zum 1. FC Heidenheim gewechselt ist, habe man genau gesehen, wie wichtig so ein Spieler sein könne.

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Millionengrab 3. Liga

Fest steht für Buck auch, dass die Roten Teufel schleunigst wieder in die 2. Bundesliga aufsteigen müssen: "Dauerhaft 3. Liga, dann bist du tot. Das muss man klar formulieren. Der FCK kann es sich nicht leisten, weitere Jahre in der 3. Liga zu spielen."

Die Schattenseiten des Fußballgeschäfts

Über seine Zeit als Fußballprofi hat Andreas Buck jetzt ein Buch veröffentlicht: "Turbo: Mein Wettlauf mit dem Fußballgeschäft". Dabei war es ihm wichtig, nicht einfach nur von seinen tollen Erfolgen zu schreiben: "Die schönen Momente bekommt jeder mit. Meisterschaften, dass man viel Geld verdient. Aber über die schwierigen Momente spricht keiner. Es war mir wichtig, den Leser mal ein bisschen nachdenklich zu machen, dass dieses Fußball-Business nicht immer nur diese heile Welt ist."

Psychiche Belastung im Profifussball enorm

Natürlich sei Fußballprofi aber auch auch ein toller Job. "Dieses Gefühl, wenn du vor 70.000 Zuschauern ein Tor schießt, das kriegst du niemals im Leben in einem anderen Bereich. Das ist etwas, was dir niemand nehmen kann und du niemandem vermitteln kannst. Eine unglaubliche Explosion." Man müsse aber auch sehen, dass sich die schwierigen Momente, zum Beispiel bei Verletzungen, tiefer einprägten. Vor allem die psychische Belastung, wenn einen der Verein zum Beispiel aussortiert, sei groß.

Buck will vorerst kein Amt beim FCK mehr übernehmen

Auch wenn ihm der FCK nach wie vor am Herzen liegt, ein Amt bei den Roten Teufeln will Andy Buck so schnell nicht mehr übernehmen: "Wenn ich das machen würde, hätte ich die Scheidung am Hals. Das hat mir meine Frau unmissverständlich klargemacht. Ich würde das im Augenblick definitiv ausschließen." Er sei aber gerne bereit, dem FCK mit seinem großen Netzwerk im Fußball zu helfen. Dafür müsse er kein Amt innehaben.

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