Ex-Kapitän Martin Amedick betrachtet die FCK-Krise als angehender Psychologe  (Foto: imago images, Imago/Joachim Sielski)

Fußball | 3. Liga

Krisenpsychologie: Der FCK auf der Couch bei Martin Amedick

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Der 1. FC Kaiserslautern hat das Siegen verlernt. Wie kommt man aus dieser Krise wieder heraus? Ex-Profi Martin Amedick ist angehender Psychologe und hat im Interview mit SWR Sport über den Patienten "FCK" gesprochen.

Der 1. FC Kaiserslautern ist kein einfacher Patient, die Probleme sind offensichtlich: Erst drei Siege in dieser Saison, Abstiegsplatz, Verunsicherung, Angst, mangelndes Selbstbewusstsein, Rat- und Mutlosigkeit. Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Wäre der FCK eine Person, dann würde man ihr dringend raten, psychologische Hilfe zu suchen. Denn nach dieser langen, erfolglosen Durststrecke liegt der Schlüssel zur Trendwende vermutlich im Kopf.

Amedick: Das Glas muss immer halb voll sein

Martin Amedick, der frühere FCK-Kapitän, der 105 Spiele zwischen 2008 und 2012 für die Pfälzer bestritten hat, steht kurz vor seinem Bachelor-Abschluss in Psychologie und kann somit die Situation auf dem Betzenberg gut beurteilen. "Man muss in dieser Situation bewusst auf das Positive schauen. Das Glas sollte halb voll und nicht halb leer sein. Zwölf Unentschieden zeigen, dass beim FCK doch eine Basis da ist", sagt der heute 38-Jährige.

Führungsspieler müssen Verantwortung übernehmen

Gefragt sind jetzt vor allem erfahrene Spieler, die Verantwortung übernehmen, meint Amedick. "Einzelne Spieler müssen ihre Leaderqualität zeigen und vorangehen, dass die Mannschaft bei Rückschlägen sich an diesen Spielern aufrichten kann", fordert der Ex-Kapitän. Ganz wichtig ist für Amedick auch die Rolle des Trainers, der mit seiner Körpersprache den Takt vorgibt. Es muss ein starker Trainer sein, der keine Selbstzweifel aufkommen lässt und der Mannschaft Rückhalt bieten kann. Gerade die jüngeren Spieler schauen genau auf den Trainer, seine Reaktion nach einer misslungenen Aktion.

Trainer als Psychologe

Immer wieder, wie zuletzt beim 3:4 gegen Tabellenführer Dresden, verspielt der FCK eine Führung und gibt einen möglichen Sieg noch aus der Hand. Die Angst vor einem Gegentreffer frisst sich in die Köpfe der Spieler und die Mannschaft verkrampft. "Man muss auf dem Platz im Hier und Jetzt bleiben und darf nicht in Muster verfallen, dass nach einem Gegentreffer der Kopf nach unten fällt", so die Analyse von Amedick, der aber zugleich zugibt, dass das leichter gesagt als getan sei. Und schließlich reagiert jeder Spieler anders auf die Ansprache des Trainers. Fingerspitzengefühl sei gefragt. "Der eine Spieler braucht vielleicht einen Tritt in den Hintern, während der andere doch eher ein ruhiges Gespräch mit positivem Feedback braucht, um Vertrauen aufzubauen", so der Tipp des angehenden Psychologen.

FCK-Trainer Jeff Saibene muss also in den nächsten Wochen der Mannschaft nicht nur die richtige Strategie und Taktik vermitteln. Er ist vor allem auch als Psychologe gefragt.

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