Der 1. FC Kaiserslautern fiebert dem Start der 3. Liga entgegen (Foto: Imago, Jan Huebner)

Fußball | 3. Liga Teamcheck 1. FC Kaiserslautern: Kein konkretes Ziel, aber maximalen Erfolg

Klassenerhalt statt direkter Wiederaufstieg. Der 1. FC Kaiserslautern blieb in der vergangenen Saison weit hinter den Erwartungen zurück. Auch deshalb spricht vor der neuen Saison keiner eine konkrete Zielsetzung aus. Der FCK im SWR-Teamcheck.

So lief die vergangene Saison

Mit großen Ambitionen startete der Traditionsklub in die erste Drittligasaison der Vereinsgeschichte. Aus der misslichen Situation, 3. Liga spielen zu müssen, hätte sich der FCK mit dem direkten Wiederaufstieg befreien können - das war das klare Ziel der Pfälzer. Die Hinrunde allerdings verlief enttäuschend, der zehnte Tabellenplatz war weit entfernt von den Erwartungen. Mit 17 Punkten Rückstand auf den Aufstiegs-Relegationsplatz war der FCK weit abgeschlagen.

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Mit dem Trainerwechsel - Michael Frontzeck musste gehen, Sascha Hildmann kam - sollte neuer Schwung in die Mannschaft kommen. Mit vier Punkten aus den ersten beiden Partien ging es unter Hildmann erfolgsversprechend los, danach fehlte dem Verein aber weiter die Konstanz im Spiel. Meist waren die Abstiegsplätze näher als die Aufstiegsränge. Erst am 36. Spieltag wurde der Klassenerhalt besiegelt. Es blieb am Ende bei Tabellenplatz 10. Mit der Saison 2018/19 war keiner beim 1.FC Kaiserslautern zufrieden.

Wer kommt? Wer geht?

Den großen Umbruch im Team gab es nicht, die Abgänge waren verkraftbar. Die Mischung macht's im Kader: Der FCK verstärkte sich mit Nachwuchsspielern aus der eigenen Jugend und schlug auch auf dem Transfermarkt zu. Sieben Neuzugänge kamen. Nach dem Weggang von Wolfgang Hesl wird Avdo Spahic die neue Nummer zwei im Kasten der Pfälzer. Der 22-Jährige kommt vom Drittligaabsteiger FC Energie Cottbus. Lennart Grill bleibt FCK-Stammtorhüter. In der Abwehr sollen José-Junior Matuwila (ebenfalls FC Energie Cottbus) und Philipp Hercher (SG Sonnenhof Großaspach) für Sicherheit sorgen. Janik Bachmann als Sechser und der variabel einsetzbare Simon Skarlatidis bringen Drittligaerfahrung aus Würzburg mit und sind wie Manfred Starke (Carl Zeiss Jena) die Neuen im Mittelfeld.

Fussball | 3. Liga FC Kaiserslautern: Alle Transfers in der Übersicht

Janik Bachmann (23), Defensives Mittelfeld, Würzburger Kickers, Ablöse: 350 Tsd. € (Foto: Imago, foto2press)
Janik Bachmann (23), Defensives Mittelfeld, kommt für 350 Tsd. € von den Würzburger Kickers Imago foto2press Bild in Detailansicht öffnen
Andri Rúnar Bjarnason (28), Mittelstürmer, kommt für 190 Tsd. € von Helsingborgs IF Imago Bildbyran Bild in Detailansicht öffnen
Philipp Hercher (23), Linkes Mittelfeld, kommt für 150 Tsd. € von der SG Sonnenhof Großaspach Imago foto2press Bild in Detailansicht öffnen
Avdo Spahic (22), Torwart, kommt für 100 Tsd. € vom FC Energie Cottbus Imago Steffen Beyer Bild in Detailansicht öffnen
José-Junior Matuwila (27), Innenverteidiger, kommt ablösefrei vom FC Energie Cottbus Imago Christian Schroedter Bild in Detailansicht öffnen
Manfred Starke (28), Hängende Spitze, kommt ablösefrei vom FC Carl Zeiss Jena Imago Karina Hessland Bild in Detailansicht öffnen
Simon Skarlatidis (28), Rechtes Mittelfeld, kommt ablösefrei von den Würzburger Kickers Imago foto2press Bild in Detailansicht öffnen
Jan Löhmannsröben (28), Zetrales Mittelfeld, wechselt ablösefrei zum FSV Wacker Nordhausen Imago Matthias Koch Bild in Detailansicht öffnen
Wolfgang Hesl (33), Torwart, wechselt ablösefrei zum TSV Stulln Imago foto2press Bild in Detailansicht öffnen
Julius Biada (26), Hängende Spitze, wechselt ablösefrei zum SV Sandhausen Imago ULMER Pressebildagentur Bild in Detailansicht öffnen
Mads Albaek (29), Zentrales Mittelfeld, wechselt ablösefrei zu SönderjyskE Imago DeFodi Bild in Detailansicht öffnen
Elias Huth (22), Mittelstürmer, für ein Jahr an den FSV Zwickau ausgeliehen Imago Noah Wedel Bild in Detailansicht öffnen
Florian Dick (34), Rechter Verteidiger, hat seine Karriere beendet Imago Werner Schmitt Bild in Detailansicht öffnen

Stürmer Andri Rúnar Bjarnason zeigte schon in seinem ersten Testspiel, dass er weiß, wo das Tor steht, traf zwei Minuten nach seiner Einwechslung. Der abschlussstarke, groß gewachsene Isländer war zuletzt bei Helsingborgs IF in der ersten schwedischen Liga aktiv - bei den Roten Teufeln soll er Tore schießen, aber vor allem auch Bälle halten und seine Mitspieler bedienen. Coach Hildmann: "Andri bringt eine super Mentalität mit und ist trotz seiner Größe ein feiner Techniker. Er kann Bälle festmachen und ablegen und er besitzt einen sehr guten Abschluss."

Neben Torhüter Wolfgang Hesl muss der 1. FC Kaiserslautern in der neuen Saison auch auf Vereinslegende Florian Dick verzichten, der seine Profikarriere beendete. Die Mittelfeldmänner Mads Albaek, Julius Biada, Jan Löhmannsröben verließen den Verein ablösefrei, Stürmer Elias Huth wurde an den FSV Zwickau ausgeliehen.

Der Trainer

Sascha Hildmann ist in Kaiserslautern geboren, spielte selbst beim FCK und identifiziert sich vollkommen mit seinem Verein. Als Trainer ist Hildmann noch relativ unerfahren, war vorher beim Ligakonkurrenten SG Sonnenhof Großaspach tätig. Mit der baden-württembergischen Drittliga-Mannschaft gelang ihm der Klassenerhalt in der Saison 2017/18. In der Rückrunde mit dem FCK konnte er sieben Spiele mit seinem Team gewinnen, kein einziges Mal gelang es aber, zweimal hintereinander siegreich zu sein.

Jetzt hat er zum ersten Mal die Chance, die Vorbereitung des FCK zu leiten, das Team nach seinen Vorstellungen zu formen. Nach dem Trainingslager im pfälzischen Herxheim war der Coach zufrieden mit seiner Mannschaft. Es sei eine frische, junge Mannschaft, die extrem motiviert ist und wisse, was auf sie zukommt, so Hildmann.

Über die Ergebnisse der Vorbereitungs-Testspiele zerbricht sich der 47-Jährige nicht zu sehr den Kopf: "Das sind Testspiele. Deshalb heißen die auch so, weil wir was probieren." Man solle das nicht überbewerten und das machen sie auch in Kaiserslautern nicht, so Hildmann. Ein konkretes Saisonziel gab der Trainer bisher nicht aus. "Viel, viel Erfolg, den maximalen Erfolg", will der Coach der Pfälzer.

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Wie geht es weiter?

Die Ansprüche bei den Roten Teufeln, sie wurden heruntergeschraubt. Das Wörtchen "Aufstieg" spricht offiziell momentan keiner aus. Erst mal die Anfangsspiele gewinnen, dann könne man sich auch über konkrete Ziele unterhalten, sagt Mittelfeldmann Florian Pick. In der Vorbereitung gab es gegen Regionalligist FSV Frankfurt eine 1:4-Niederlage, gegen Zweitligist Sandhausen allerdings später einen 1:0-Sieg.

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Neuzugang Simon Skarlatidis spricht von einer positiven, aber angespannten Stimmung kurz vor Saisonstart. Stürmer Christian Kühlwetter sieht als größte Stärke der Mannschaft, dass sie ein richtig gutes Team sei und sich gut verstehe.

Das braucht es auch, für diese 3.Liga.

"Geil ist an der 3.Liga besonders dieses Jahr, dass viele Traditionsvereine da spielen und auch viele hochkarätige Mannschaften", findet Kühlwetter. Die Fans, sie bleiben ihrem FCK treu. Bei der offiziellen Mannschaftsvorstellung standen die Anhänger in langen Schlangen für Autogramme der Spieler an. Wie viele dann wirklich zum ersten Heimspiel der Lautrer kommen und sie unterstützen, das wird sich am 20.07. gegen Unterhaching zeigen.

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