Manfred Starke vom 1. FC Kaiserslautern (Foto: SWR)

Fußball | Gesichter der Liga Manfred Starke: FCK auf der Brust und Namibia im Herzen

Bei seinem Namen denken die meisten vermutlich nicht an einen namibischen Nationalspieler. Manfred Starke vom 1. FC Kaiserslautern ist aber einer - und das sogar schon in zwei Sportarten.

Der 28 Jahre alte Neuzugang des FCK bringt internationales Flair auf den Betzenberg. Er hat die deutsche und die namibische Staatsbürgerschaft, wurde in Namibia geboren und wuchs in Windhoek auf.

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Mit 13 alleine nach Deutschland

Sein Vater, selbst Fußballtrainer, traf in Namibia auf Heinz Werner, damals Coach von Union Berlin, der dort seine Trainer-B-Lizenz machte. In der Vorführ-Trainingsgruppe mischte unter anderem Manfred Starke mit - und machte auf sich aufmerksam.

Werner sprach Starkes Vater auf das Talent des Sohnemannes an - und packte ihn direkt ein. Drei Wochen lang trainierte Manfred Starke bei Union Berlin, wohnte dort in einer Gastfamilie. Da es aber bei den Eisernen kein Fußballinternat gab, ging es für das Talent danach wieder zurück nach Namibia - aber nur um wenige Monate später nach Rostock zu ziehen. Nach drei Monaten "Probetraining" war klar: Der damals 13-jährige Manfred kann mit der Entfernung zum Zuhause und dem Heimweh umgehen. Das war 2004. Er blieb, mit einem Jahr Unterbrechung, bis 2015 in Rostock.

Nationalspieler Manfred Starke

Danach folgte der Wechsel nach Jena und seit dieser Saison steht Starke beim 1.FC Kaiserslautern unter Vertrag. Die Vorbereitung konnte er allerdings nicht komplett absolvieren, denn die namibische Nationalmannschaft rief. Er lief für sein Heimatland beim Africa-Cup auf, schied aber in einer schweren Gruppe nach der Vorrunde aus.

Für Starke trotzdem eine ganz besondere Erfahrung. Schon früher hatte er in der namibischen Nationalmannschaft gespielt, aber nachdem er die Einladung zu einem Lehrgang abgelehnt hatte, um die Vorbereitung in Rostock zu absolvieren, folgten erst einmal keine weiteren mehr. Jetzt ist er wieder dabei. Im DFB-Pokalspiel gegen den FSV Mainz 05 (2:0) gelang ihm sogar der wegweisende Treffer zum 1:0 - wenn auch ein wenig Glück dabei war (hier geht es zum kompletten Video des Spiels).

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Neben Fußball auch Faustball

Doch nicht nur im Fußball gehört er zu den Besten in Namibia. In seiner Jugend spielte Starke mehrmals in der Woche Faustball, mit dem Umzug nach Deutschland ließ das aber nach. Wann immer er auf Heimatbesuch war, trainierte und spielte er aber mit seinen Freunden Faustball, genoss die Zeit mit ihnen. Bis er zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort war - und die U18-Weltmeisterschaft im Faustball in Namibia stattfand. Starke "trainierte ein bisschen mit", wie er sagt und dann fragte ihn der Nationaltrainer, ob er nicht dabei sein wollte.

Starke musste nicht lange überlegen. "Es war ein schönes Erlebnis. Ich habe mit meinen Freunden Faustball gespielt und so ein Turnier, ja, das war schon was schönes", erzählt er.

Das war aber auch das letzte Mal, dass Manfred Starke Faustball gespielt hat. Die freie Zeit als Fußballprofi ist begrenzt und Sport mache er ja schon genug, so der heute 28-Jährige.

Die Fußballfamilie Starke

Fußball, in der Familie Starke ein ganz großes Thema. Der Vater Trainer, die Schwester ebenfalls Fußballerin. Auch sie verließ Namibia in Richtung Deutschland, spielt bei den Frauen des SC Freiburg. "Fußball ist Leidenschaft, eine gewisse Art von Liebe auch. Fußball hat ja angefangen, nicht um irgendwann mal Geld damit zu verdienen, sondern wirklich aus Spaß, aus Leidenschaft", so Manfred Starke. Er versucht sich den Spaß immer zu bewahren, egal wie es läuft.

Namibia im Herzen

Er ging mit 13 Jahren allein von Namibia nach Deutschland, um Fußballprofi zu werden. Und es hat funktioniert, er hat sich durchgekämpft. Trotzdem hat Manfred Starke sein Heimatland immer im Herzen: "Ich fühle mich sehr wohl in Deutschland und werde jetzt auch so schnell hier nicht wegziehen. Aber mein Zuhause wird immer Namibia sein."

In seinem Zuhause sieht man alles nicht so eng. Dort ist es entspannter als in Deutschland, sagt Starke. Und das will er sich bewahren - auch bei seiner neuen Herausforderung in Kaiserslautern.

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