Enttäuschte Spieler des 1. FC Kaiserslautern (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Fußball | 3. Liga Existenzbedrohende Krise - Der 1. FC Kaiserslautern steht am Scheideweg

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Der 1. FC Kaiserslautern kommt in der 3. Liga nicht von der Stelle. Einem Schritt vor folgen meist zwei Schritte zurück. Seit knapp einem Jahr gelangen keine zwei Liga-Siege in Folge, immer wieder die gleichen Fehler bringen die Roten Teufel um wichtige Punkte. Dazu kommt die Unruhe im Umfeld - der FCK steht am Scheideweg.

Die jüngste 1:3-Pleite beim MSV Duisburg ist exemplarisch für die bisherige Saison des 1. FC Kaiserslautern. Erneut kassierten die Pfälzer frühe Gegentreffer, leisteten sich katastrophale Abwehrfehler und weisen nun schon 19 Gegentore nach sechs Auswärtsspielen auf.

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Sendedatum
Sendezeit
17:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Platz 16 nach zwölf Spielen, so lautet die unbefriedigende Zwischenbilanz aus Kaiserslauterer Sicht. Die Mannschaft des neuen Trainers Boris Schommers wurde vor dem erneuten Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz nur verschont durch ein Remis im Duell der direkten Konkurrenten Preußen Münster und SG Sonnenhof Großaspach (1:1).

Die Unruhe unter den Fans wächst

Doch den Blick auf Andere zu richten, ist bei den FCK-Fans schon länger nicht mehr angesagt. Die eigenen Unzulänglichkeiten stehen im Fokus. Ungeduld - und dadurch auch Unruhe - wachsen.

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Christoph Hemlein: "Ich kenne das gar nicht anders"

Die Spieler beteuern, dass diese latent vorhandene Unruhe sich nicht direkt auf die Leistungen auf dem Platz auswirken würde. "Wenn ich ganz ehrlich bin ist das so, seitdem ich hier bin. Ich kenne das gar nicht anders", sagte etwa Kapitän Christoph Hemlein, seit Sommer 2018 im Verein, gegenüber SWR Sport. "Natürlich beschäftigt es uns. Aber wenn wir unsere Leistung auf dem Platz bringen, wird es drumherum auch ein bisschen leichter", meinte Verteidiger Carlo Sickinger.

Die Roten Teufel zeigten in Duisburg, dass in dieser Saison der Klassenerhalt das Ziel sein muss statt des angepeilten Eingreifens ins Aufstiegsrennen. Einmal mehr offenbarten die Pfälzer eklatante Schwächen im Abwehrverhalten. Insbesondere die Innenverteidigung fiel durch ein Defizit an Abstimmung auf. Offensiv zeigte der FCK allenfalls gute Ansätze, war jedoch fast komplett ohne Effektivität.

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Die Bilanz eines Abstiegskandidaten

"Die Jungs arbeiten hart, aber das geht nicht von heute auf morgen. Die Zeit brauchen wir", erklärte Schommers, der Ende September für den glücklosen Sascha Hildmann übernommen hatte. Doch auch der neue Trainer konnte keinen Aufschwung herbeiführen. Ein Sieg, ein Remis und zwei Niederlagen lautet seine Bilanz. Der FCK steht lediglich einen Zähler vor der Abstiegszone. Dem viermaligen deutschen Meister droht der existenzbedrohende Regionalliga-Abstieg.

Der FCK gibt kein gutes Bild ab

Neben der sportlichen Situation gibt der 1. FC Kaiserslautern auch in der Vereinsführung ein schlechtes Bild ab. Geschäftsführer Martin Bader muss Ende des Jahres gehen, fast der gesamte Aufsichtsrat ist zurückgetreten und der vermeintliche Investor Flavio Becca zögert seinen Einstieg hinaus.

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Das beschäftigt natürlich auch die Fans. "In meinen Augen war in diesem Aufsichtsrat zu wenig Herzblut. Eher Eiswasser", so etwa Daniel Sauer von den "Betze Rebels". Beim FCK-Fanklub erhoffen sie sich viel von dem Team um den ehemaligen WM- und Bundesliga-Schiedsrichter Markus Merk, das den kriselnden 1. FC Kaiserslautern wieder in die Spur führen will. Zusammen mit dem ehemaligen Nationalspieler Martin Wagner, Ex-FCK-Vorstand Rainer Keßler, dem früheren Vorstandsmitglied des SC Freiburg, Martin Weimer, und Wirtschaftsanwalt Jörg Wilhelm will das Quintett für den Aufsichtsrat kandidieren.

Doch klar ist auch, dass die Unruhe im Umfeld bis zur Mitgliederversammlung am ersten Dezember bleiben wird - oder sich sogar noch verstärken könnte, sollten die sportlichen Ergebnisse auch weiterhin nicht stimmen. Deshalb hat das nächste Spiel bereits richtungsweisende Bedeutung. Die Roten Teufel treten zum Kellerduell beim Tabellenvorletzten Chemnitzer FC an. Bei einer weiteren Niederlage könnten die Nerven in Kaiserslautern bereits blank liegen - ein Sieg indes könnte die Lage auf allen Ebenen zumindest etwas beruhigen.

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