Boris Schommers wird neuer Trainer des 1. FC Kaiserslautern (Foto: Imago, Sven Simon)

Fußball | 3. Liga Kommentar: Boris Schommers - auch die letzte Chance für Martin Bader

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Boris Schommers ist neuer Trainer des 1. FC Kaiserslautern. Ein eher junger und unerfahrener Trainer, der einen Vertrauensvorschuß verdient hat, wie SWR-Sportredakteur Bernd Schmitt findet.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Boris Schommers? Es wäre mal interessant, eine Umfrage unter den FCK-Fans zu machen, wer diesen Namen in seinem Leben schon mal gehört hat. Trotzdem: Der neue FCK-Trainer bringt natürlich vieles mit: Er ist unverbraucht, er ist erfolgshungrig, er hat sicher jede Menge Ideen, wie er das FCK-Spiel beleben kann. Der 40-Jährige hat gezeigt, dass er junge Spieler entwickeln kann. Aber eines hat er nicht: Erfahrung.

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Es wird spannend

Es wird also spannend werden, wie die FCK-Profis einen jungen, eher unbekannten Trainer akzeptieren, der bisher im Profifußball noch nichts gewonnen hat. Das kann zu einer Leistungsexplosion führen, zu einem neuen Teamgeist, zu einer verschworenen Gemeinschaft. Aber es kann auch gewaltig schiefgehen.

Wie ist das tatsächliche Leistungsvermögen?

Boris Schommers übernimmt eine Mannschaft, deren tatsächliches Leistungsvermögen noch im Unbekannten schlummert. Er muss möglichst schnell die Defensive stabilisieren, er muss möglichst schnell Erfolge einfahren, er muss vor der Jahreshauptversammlung am 20. Oktober noch möglichst viele Punkte holen. Denn die Stimmung dort wird ganz besonders von der sportlichen Entwicklung abhängig sein.

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Sascha Hildmann 2.0.?

Ziemlich viele Baustellen für einen jungen Coach. Boris Schommers ist im Prinzip Sascha Hildmann 2.0. Einen etablierten, erfahren Trainer kann sich der Drittligist Kaiserslautern offenbar nicht mehr leisten. Oder noch schlimmer: Ist der FCK für Trainer dieser Kategorie gar nicht mehr attraktiv?

Das wäre doch für den potenziellen FCK-Investor Flavio Becca die große Chance gewesen, mal ein Zeichen zu setzen, mal halbwegs tief in die Schatulle greifen, einen namhaften Trainer holen, ein entsprechendes Konzept erstellen und dann Vollgas Richtung Zweite Liga.

Abstiegskampf in der 3. Liga kann nicht der Anspruch sein

Auch für FCK Sportchef Martin Bader ist Schommers die letzte Patrone. Erweist sich der neue Chefcoach nicht schnell als Glücksgriff, spricht nichts mehr für Baders Vertragsverlängerung. Denn die FCK-Fans sehnen sich nach drei Jahren voller Enttäuschungen, sportlichem Siechtum und vereinsinternen Querelen nach ein bisschen Erfolg. Abstiegskampf in der 3. Liga kann nicht der Anspruch sein. Es hängt also ziemlich viel an der Personalie Boris Schommers.

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Ich gebe dem jungen FCK-Trainer einen Vertrauensvorschuss und wünsche ihm im Sinne aller FCK-Freunde den größtmöglichen Erfolg.

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