Hans-Peter Briegel (Foto: Imago, Martin Hoffmann)

Fußball | 3. Liga Hans-Peter Briegel: "Tiefe Traurigkeit" angesichts der Lage des FCK

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Der 1. FC Kaiserslautern befindet sich momentan im freien Fall. In der 3. Liga liegen die Roten Teufel nach 13 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz, im Umfeld und in der Führung des Klubs gibt es Auflösungserscheinungen. Ein Status Quo, der auch FCK-Idol Hans-Peter Briegel nahegeht.

"Ich empfinde tiefe Traurigkeit. Zu Saisonbeginn hat die Mannschaft in der Liga und im DFB-Pokal gegen Mainz gute Spiele gezeigt. Danach ging es jedoch Schritt für Schritt abwärts", sagte Briegel im exklusiven Interview mit SWR Sport.

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Briegel: "Es fehlen die Führungsspieler"

Nur ein Erfolg in den jüngsten sechs Partien, sechs Auswärtsspiele in Serie mit mindestens drei Gegentreffern - die Roten Teufel spielen seit Wochen erschreckend schwach. Eine katastrophale Zwischenbilanz, die Briegel nicht so recht nachvollziehen kann: "Wenn man die Mannschaft sieht, ist doch Qualität vorhanden. Sie hat es doch schon bewiesen. Es gibt viele gute Spieler, aber es fehlen die Führungsspieler - und die braucht jede Mannschaft. Am besten in jedem Mannschaftsteil einen - aber die hat der FCK nicht. Da sind alle Spieler ziemlich gleich gestrickt."

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Eine Ursache für die Leistungen vermutet Briegel in der Unruhe im Umfeld des 1. FC Kaiserslautern. "Das kann natürlich eine Rolle spielen - auch wenn es keine spielen sollte, da das alles Profis sind. Aber auch da gibt es sicher Spieler, die sensibler sind. Dass es im sportlichen Bereich keine richtige Führung gibt, spielt sicher auch mit rein", sagte der frühere Weltklassespieler.

Briegel sieht Baders Rolle kritisch

Ein deutlicher Seitenhieb in Richtung von Martin Bader, dem Geschäftsführer Sport, dessen Vertrag zum Jahresende ausläuft und nicht verlängert wird. Baders Rolle als "lame duck" sieht Briegel deshalb kritisch: "Ob das so Sinn macht, ist zu bezweifeln, weil ja auch die Spieler wissen, dass er zum Jahresende geht. Ob sie dann noch auf ihn hören, bezweifle ich."

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Das Pokalspiel gegen Nürnberg als Chance

Trotz der Misere glaubt der 64-Jährige daran, dass ein Erfolgserlebnis als "Brustlöser" fungieren könnte. Am besten schon im DFB-Pokal, wo der 1. FC Kaiserslautern in der zweiten Hauptrunde (Mittwoch, 18:30 Uhr) auf den 1. FC Nürnberg trifft. "Für einen Fußballer ist nichts wichtiger als Selbstvertrauen. Das ist im Moment nicht da, aber man kann sich das erarbeiten, in dem man ein gutes Spiel macht", sagte Briegel: "Das kann gegen Nürnberg auch nur ein Teilerfolg wie das Erreichen der Verlängerung sein. Aber dann hätte die Mannschaft Charakter gezeigt - und das wollen doch die Leute in Kaiserslautern sehen. Ich sehe das Spiel als Chance, wieder auf den richtigen Pfad zu finden."

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