Soeren Oliver Voigt (Foto: SWR)

Fußball | 3. Liga Neues Gesicht beim FCK - Jetzt spricht Soeren Oliver Voigt

Der neue starke Mann auf dem Betzenberg heißt Soeren Oliver Voigt. Der gebürtige Dortmunder war lange Jahre bei Eintracht Braunschweig im Amt und soll den FCK als Geschäftsführer wieder stabilisieren.

Soeren Oliver Voigt ist seit Mitte letzter Woche neuer Geschäftsführer des 1. FC Kaiseerslautern. Nach dem Sieg gegen Halle (1:0) hat sich SWR-Sportredakteur Bernd Schmitt mit ihm unterhalten.

Herr Voigt, sind Sie eher ein Kopf- oder ein Bauchmensch?

Am Spieltag bin ich ein Bauchmensch und ich glaube, gerade zu meinem Einstieg war es sehr schön, dass wir das Spiel gewonnen haben. Aber wer mich während des Spiels beobachtet hat, der hat gesehen, dass ich in dem Moment definitiv nicht an Zahlen denke oder daran, ob wir das nächste Spiel gewinnen und dann vielleicht beim übernächsten Mal mehr Zuschauer kommen. Ich bin das, worauf es ankommt, bin aber auch eine gute Mischung. Dass heißt, in den nächsten Tagen werden genauso wie in den ersten die Themen Finanzen und Geschäft Priorität haben.

Dauer

Sie sind jetzt aus Braunschweig in eine Stadt gekommen, die Sie mutmaßlich vorher gar nicht kannten. Beide Städte sind nicht allzu groß, sind sich auch nicht unähnlich, auch wenn Braunschweig vielleicht schöner ist. Ist diese Art Randlage eine Umgebung, die Sie mögen?

Also die Pfalz kenne ich, Kaiserslautern noch nicht. Diese Frage können Sie mir in einigen Wochen noch einmal stellen.

Was haben Sie denn privat vor - nach vielen Jahren in Braunschweig? Kommt ihre Familie nach, richten Sie sich hier auf ein langfristiges Engagement ein?

Auf jeden Fall, ich gehe davon aus, dass es sicherlich erst einmal diese zweieinhalb Jahre sind. Also so lange, wie der Vertrag zunächst läuft. Die Kinder machen Abitur, die Mittlere im kommenden Mai, der Jüngere dann in zweieinhalb Jahren, solange wird meine Frau in Dortmund bleiben.

Sie kamen mit einem grünen Pullover zur Pressekonferenz. Grün ist die Hoffnung, oder?

So sieht es aus. Ich hab auch einen roten Pulli, habe aber tatsächlich direkt gedacht, dass grün die Farbe der Hoffnung ist.

Ich kann Ihnen sagen, wenn Sie der Chef vom FCK sind, werden sie rund um die Uhr mit diesem Verein beschäftigt sein. Wie sieht denn ihr Leben aus, wenn sie sich mal von der Arbeit lösen, wenn sie einmal Freizeit haben oder abschalten wollen?

Ich bin eigentlich immer mit Sport unterwegs, das kommt im Moment aber etwas zu kurz. Ansonsten reisen wir gerne, aber das Thema ist jetzt ganz hinten angestellt.

Wie belastbar sind Sie denn? Hier in Kaiserslautern wird einiges auf Sie zukommen. Sind Sie eher jemand mit breitem Kreuz, der viel an sich abprallen lässt?

Abprallen lassen will ich gar nichts. Das - denke ich - ist der falsche Ansatz. Wir müssen - und dazu sind wir auch angetreten, das haben auch die Mitglieder des Beirates so formuliert - alle mitnehmen. Leute treffen, mit Leuten sprechen und sie mitnehmen auf die Reise, das ist das Entscheidende. In den ersten Tagen haben wir sehr viel mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesprochen, während des Spiels mit Sponsoren, Investoren und mit Aktionären. Viel zu kurz kam dabei natürlich der Austausch mit den Fans, das wird aber auch passieren. Oberste Priorität hat aber die Lizenz für die Saison 2020/21, danach werden wir uns intensiv um die Fanregionen kümmern.

Sie sind bei einem Traditionsverein gelandet, mit all seinen Vor- aber auch Nachteilen. Wie haben sie denn die Menschen im Umfeld wahrgenommen?

Ich bin, Stand heute, sehr froh, dass ich hier bin. Weil ich sehr viele offene Menschen getroffen habe, sehr viele freundliche Menschen, die zum Verein stehen. Ein prima Start.

Jetzt müssen Sie für Geld sorgen, das ist die primäre Aufgabe. Wie ist da der Stand der Verhandlungen, auch mit Herrn Becca?

Wir stehen im Austausch, wir brauchen die Unterstützung von Geldgebern, das ist bekannt. Insofern geht das alles seinen Weg, wir werden das nach Weihnachten intensivieren. Es ist ja auch nicht so, dass er uns abgesagt hat. Herr Becca wird definitiv ein wichtiger Ansprechpartner sein.

Sie sind bei einem finanziell angeschlagenen Drittligisten eingestiegen, was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?

Der Klub, ganz klar. Ich habe sehr freundliche, sehr offen und verbindliche Gespräche mit Markus Merk geführt. Ich habe Ihnen auch vermittelt, wie ich ticke. Über den Klub selbst brauche ich nicht zu sprechen. Wenn der 1.FC Kaiserslautern sein Interesse bekundet, dann ist das eine Ehre. Ich denke aber auch, dass die Strukturen hier viele Chancen ermöglichen. Der FCK ist ein großer Verein und wenn wir das Schiff in die richtige Richtung bekommen, werden wir viele Menschen mitreißen können.

REDAKTION
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