Gruppenbild 2 Nachwuchstorhüter (Foto: SWR)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Nachwuchs für den FCK

Kevin Trapp, Roman Weidenfeller, Marius Müller, Julian Pollersbeck und jetzt gerade Lennart Grill. Der 1. FC Kaiserslautern ist bekannt dafür, regelmäßig gute Torhüter hervorzubringen. Diese Nachwuchsarbeit ist zeitaufwändig und intensiv. Im Moment beobachten die Torwarttrainer des FCK um die 2.000 Nachwuchstorhüter in der gesamten Republik. Damit die Scouts und Trainer neue Talente entdecken, findet immer mal wieder ein Torwartsichtungstag statt.

Die Fußballhalle in Kaiserslautern ist rappelvoll. Auf dem Kunstrasen sitzen mehr als 100 Nachwuchskicker zwischen sieben und 14 Jahren und lauschen gespannt den Worten von Sven Höh. Höh ist Cheftorwarttrainer des FCK-Nachwuchsleistungszentrums.

An acht Stationen, die jeweils von einem Torwarttrainer geleitet werden, können die Kinder dann zeigen, was sie drauf haben. Es geht unter anderem um Sprunkgraft, Koordination und Eins-zu eins-Situationen. Jede Übung wird von den Trainern bewertet.

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Liam Wolf ist aus Ramstein-Miesenbach und freut sich schon auf den Tag: "Ich hab heute richtig Lust zu spielen und habe extra das Training im Verein abgesagt", erzählt der 12-Jährige. Liam hat vor zwei Jahren vom Stürmer zum Torwart umgeschult. "Ich hoffe, dass ich Spaß habe und ein bischen was Neues erfahre", sagt Liam.

Der Traum von der Profikarriere

Finn-Luca Wiegner aus der Nähe von Kirchheimbolanden hat sein Ziel fest im Blick. Auch er ist 12 Jahre alt. Sein größter Traum: einmal Fußballprofi beim FCK werden.

"Ich finde, dass man hier eigentlich die besten Chancen hat, weiterentwickelt zu werden oder z.B. ins Nachwuchsleistungszentrum zu kommen. Deswegen bin ich heute hier, um das zu testen, ob ich dafür das Talent hätte."

Torwarttrainer Sven Höh und seine Kollegen erkennen schon bei den Kleinsten, ob sie talentiert sind. Wer sich gut bewegen kann, mutig und selbstbewusst ist, hat schonmal gute Karten, erklärt Höh: „Bei den Kleinen macht ein guter Torhüter einfach schonmal aus, dass er brutal Spaß an dem Torwartspiel hat, dass er Lust hat, dahinten die Bälle zu halten, dass er nicht nur hinten auf der Linie steht, dass er einfach mitspielt – auch wenn der ein oder andere Ball mal etwas unglücklich ausschaut.“

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Auf allen Plätzen trainieren die Nachwuchstorhüter, sie fangen Bälle, fliegen durch die Halle und üben Paraden. Dutzende Eltern schauen zu. Eine Mutter erzählt, ihr elfjähriger Sohn wolle unbedingt Fußballprofi werden. Sie selbst sei schon den ganzen Tag nervös: „Das ist spannend, aufregend. Aber Hauptsache, er hat Spaß“.

Gerry Ehrmann als Institution

Obwohl der 1. FC Kaiserslautern im Moment in der 3. Liga spielt, die Torwartschule ist nach wie vor beliebt, der Ruf gut. Das sei auch darauf zurückzuführen, dass der FCK mit Gerry Ehrmann einen Torwarttrainer bei der ersten Mannschaft habe, dessen Tür nach oben offen sei, sagt Sven Höh. „Wir sichten die Torhüter, wir bilden die gut aus und dann finden die direkt den Anschluss zur Lizenzmannschaft – wie jetzt Lennart Grill, wie vorher Julian Pollersbeck“. Das sei ein Alleinstellungsmerkmal des FCK, ist sich Höh sicher.

Diese Durchlässigkeit nach oben, diese Chance, sich bei den Profis zu bewähren und nicht zuletzt Gerry Ehrmann selbst, machen die Torwartschule des FCK für viele Kinder zu etwas Besonderem. „Er hat schon viele Talente ausgebildet und früher war er ja auch ein sehr guter und erfolgreicher Tormann. Der könnte mir noch sehr viele Tipps geben, wie ich zum Beispiel mein Stellungsspiel verbessern könnte“, ist sich Finn-Luca sicher und flitzt mit seiner Gruppe weiter zur nächsten Station.

Nachdem sich die Torwarttrainer alle Kinder angeschaut haben, ihre Leistungen bewertet und ihr Verhalten in der Gruppe und auf dem Platz beobachtet haben, geht es an die Auswertung. Die Besten werden zu einem Training zum FCK eingeladen oder in ihren Vereinen weiterbeobachtet. Und vielleicht steht ja einer der mehr als 100 Kinder in ein paar Jahren tatsächlich bei den Profis zwischen den Pfosten.

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