Bernd Schmitt (Foto: SWR)

Fußball | 3. Liga So sind die jüngsten Entwicklungen beim FCK zu bewerten

Der schwer angeschlagene 1. FC Kaiserslautern hat die nächste Kehrtwende vollzogen - und die könnte nun zur Rettung führen. Der Drittligist wird nach einigem Hin und Her nun doch das Angebot des umstrittenen Investors Flavio Becca aus Luxemburg annehmen. SWR-Sportredakteur Bernd Schmitt beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die neuesten Entwicklungen am Betzenberg.

Beim FCK ist eine Entscheidung gefallen - zugunsten von Flavio Becca und gegen die regionalen Investoren. Wie kam es dazu?

Diese Entscheidung kam durch eine 3:2-Mehrheit im Beirat zustande. Bislang war das Kräfteverhältnis ja 3:2 zugunsten der regionalen Investoren. Ein Beiratsmitglied hat sich nun also anders entschieden. Das hatte dann den Rücktritt von Michael Littig zur Folge, der ja diese regionale Investorengruppe ins Gespräch gebracht hatte. Littig ist damit auch dem Ultimatum gefolgt, dass der Luxemburger Investor Flavio Becca schon vor einigen Tagen gestellt hatte. Demnach muss Littig bei einem Einstieg Beccas zurücktreten - und das hinterlässt schon einen faden Beigeschmack.

Was bedeutet dass jetzt für den 1. FC Kaiserslautern im Hinblick auf die Lizenz und die kommende Saison?

Das bedeutet zunächst einmal, dass der FCK die Lizenz sicher hat. Der Kreditgeber Quattrex hatte sich ja hinter Flavio Becca gestellt. Der Kredit wird jetzt also zur Verfügung gestellt werden. Es wird jetzt einiges an Geld in den FCK fließen. Die aktuellen Zahlen aus dem schriftlichen Angebot von Becca kennen wir nicht, aber diebisher bekannten Zahlen waren ein Kredit über 2,6 Millionen Euro, um die Lizenz zu sichern, und zudem 25 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren. Was zudem interessant ist: Flavio Becca, so war zu hören, will das Fritz-Walter-Stadion kaufen und damit verbunden sind natürlich auch riesige Grundstücks- und Immobiliengeschäfte. Aber das sind Sachen, die Becca mit der Stadt Kaiserslautern regeln muss. Was dann da tatsächlich passieren wird ist noch offen.

Wieso ist die Entscheidung am Ende doch gegen die regionalen Investoren gefallen?

Das haben wir uns auch gefragt, denn die regionalen Investoren haben im Prinzip das gleiche geboten wie Becca. Drei Millionen Euro sofort, 25 Millionen Euro auf fünf Jahre. Die regionalen Investoren wollten zudem für den Quattrex-Kredit einspringen. Sie hatten ein Konzept vorgelegt, das Nachwuchsleistungszentrum Fröhnerhof auszubauen, wollten dort einen neuen Kabinentrakt erstellen und die Geschäftsstelle verlagern. Wir hätten diese Fragen gerne auch den FCK-Geschäftsführern Michael Klatt und Martin Bader gestellt - doch die beiden haben heute keine Auskunft geben wollen.

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