Aufsichtsrat (Foto: Imago, imago/Werner Schmitt)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Revolution beim 1. FC Kaiserslautern?

Im Dezember 2017 hat der neue Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern sein Amt angetreten. Nur 13 Monate später steht er vor einer Zerreißprobe.

Er spaltet den FCK-Aufsichtsrat: Michail Ponomarew. Der russische Geschäftsmann will mit bis zu 30 Millionen Euro beim FCK als Investor einsteigen. Auch wenn er eine schriftliche Absichtserklärung mittlerweile dementiert hat: Nach gesicherten SWR-Informationen gibt es sie. Ponomarew ist bereits Präsident und Großinvestor beim KFC Uerdingen, hat dort das alleinige Sagen. 

Dauer

Der Aufsichtsrat ist sich nicht einig

Das Problem: der FCK braucht bis Mitte März zwölf Millionen Euro, um noch einmal eine Lizenz für die dritte Liga zu erhalten. Und im Aufsichtsrat gibt es offenbar unüberbrückbare Differenzen, wie dieses Geld beschafft werden soll. Der Vorsitzende Patrik Banf will eine Zwischenfinanzierung mit einem Bankenkonsortium. Aufsichtsrat Michael Littig und seine Kollegen Kind und Wüst wollen, dass Ponomarew beim FCK einsteigt.

Der Vorstand der FCK-GmbH & Co. KG auf Aktien hat sich bisher nicht geäußert. Der Geschäftsführer Sport, Martin Bader, lehnte im Trainingslager in Spanien ein Statement zum möglichen Investor Ponomarew ab. Aber er bestätige indirekt SWR-Informationen, dass einige kleinere Investoren zur Sicherung der Lizenz bereit stehen, aber erst dann einsteigen wollen, wenn der FCK einen großen Ankerinvestor gefunden hat.

Darf Ponomarew überhaupt soviel investieren?

Durch seine Anteilsmehrheit in Uerdingen könnten durch die Statuten der DFL und des DFB die Investitionsmöglichkeiten Ponomarews jedoch auf 9,9 Prozent der Anteile der FCK-GmbH & Co KG beschränkt sein.

Bei einem vom FCK selbst festgelegten aktuellen Vereinswert von 120 Millionen Euro wären dies jedoch fast genau die zwölf Millionen Euro, die den Pfälzern zum Lizenzerhalt momentan fehlen.

Diese 12 Millionen würden zwar die Lizenz des FCK reichen, Ponomarew jedoch noch keinen Sitz im Beirat der FCK-Kapitalgesellschaft sichern. Dazu wäre mindestens ein Investment von 20 Prozent der Aktien nötig.

Durch verschiedene Vorgehensweisen könnte es für Ponomarew trotzdem möglich sein, deutlich mehr als 12 Millionen in den FCK zu investieren und auch seinen Einfluß auszuweiten.

Banf hat Angst vor Großinvestor

Aufsichtsratschef Patrick Banf will am Vier-Säulenkonzept, das bei der Ausgliederung der Profiabteilung  beschlossen wurde, festhalten. Er befürchtet, dass ein Großinvestor der Kategorie Ponomarew perspektivisch zu viel Einfluss bekommen könnte.

Tatsache ist aber: Bisher hat es der 1. FC Kaiserslautern nicht geschafft, Anteile der "FCK AG" an Investoren zu verkaufen. Auch deshalb wollen in dem fünfköpfigen Gremium die drei Aufsichtsräte Wüst, Littig und Kind in einer Aufsichtsrats-Sitzung am Montag Patrick Banf das Vertrauen entziehen. 

Nach SWR-Informationen ist das Verhältnis der FCK-Aufsichtsräte mittlerweile so stark zerrüttet, dass eine gemeinsame Zukunft unwahrscheinlich ist. Rücktritte drohen. Dann stünde der 1. FC Kaiserslautern in der größten Krise seiner 119-jährigen Vereinsgeschichte ohne eine komplette Führung da.

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