Flavio Becca (Foto: Imago, imago/Gerry Schmit)

Fußball | 3. Liga Investor Becca ohne Kontakt zum FCK

Auf der Suche nach einem Geldgeber fallen beim 1. FC Kaiserslautern mehrere Namen. Im Gespräch sind der Russe Michail Ponomarew und der schwerreiche Multi-Unternehmer Flavio Becca.

Der FCK spielt mal wieder international. Zumindest außerhalb des Rasens. Schweiz, Russland, Luxemburg. Sportlich ist der Drittligist von europäischen Fußballwettbewerben meilenweit entfernt. Auf der Suche nach einem Geldgeber kennt der FCK und die Stadt Kaiserslautern keine Grenzen.

Im Gespräch sind eine Schweizer Fondsgesellschaft und der Russe Michail Ponomarew. Und Flavio Becca. Hinter dem gebürtigen Italiener, der am pfälzischen Fußballstammtisch wie "Bäcker" klingt, steckt ein schwerreicher Multi-Unternehmer in Luxemburg, der vieles macht, nur keine kleinen Brötchen backt.

Aktuell kein Kontakt zwischen Becca und dem FCK

Doch mit Becca kriegt der FCK momentan nichts gebacken. "Es gibt aktuell keinen Kontakt zum FCK", sagte Beccas Sprecher Serge Estgen dem SWR. Man habe vor ein paar Jahren mal über ein Engagement gesprochen, dann nochmal im vergangenen Oktober, seither nicht mehr.

Noch unterstützt der 56-Jährige den luxemburgischen Erstligisten SV Düdelingen, der mit Trainer Dino Toppmöller erstmals den Sprung in die Europa League schaffte. Eine sportliche Sensation. Mit Becca-Geld. Jetzt schon legendär: In der Gruppenphase der Europa League führte der SV 91 Düdelingen beim AC Mailand mit 2:1, musste sich dann noch mit 2:5 geschlagen geben und schied mit immerhin einem Punkt aus sechs Spielen aus. Dino Toppmöller erzählte dem SWR diese Woche, er habe Becca kennengelernt und sagt: "wenn er’s macht, macht er’s richtig". 

Betzenberg für Becca hochattraktiv?

Becca gilt als reichster Luxemburger. Sein Plan als "Becca der Baumeister" für ein neues Stadion in Düdelingen zu sorgen, scheiterte bisher am Widerstand der Gemeinde. Also kündigte Becca an, sein Engagement in Düdelingen zu beenden. Das Nationalstadion, an dessen Bau sich Becca vor Jahren beteiligen wollte, sollte noch ein Einkaufszentrum bekommen und mit dazu noch ein Outlet-Center.

So gesehen ist der Betzenberg hochattraktiv. Für ein neues Monopoly-Spiel. Becca könnte das Fritz-Walter-Stadion kaufen und drumherum am Fitz-Walter-Weg noch ein bisschen bauen.

1. FC Kaiserslautern müsse interne Probleme lösen

Der Verein und das Umfeld seien attraktiv lässt Beccas Sprecher mitteilen, man behalte den Verein im Blick. Aber: Der FCK müsse erst einmal seine internen Probleme lösen und daran, so Estegen habe auch das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung am Montag nichts geändert.

Dauer

Bis Mitte März muss der FCK beim Deutschen Fußball Bund die Lizenz für die 3. Liga beantragen, dafür notwendig: 12 Millionen Euro. FCK-Vorstand Martin Bader ist optimistisch, denn Geld kann nicht nur von einem einzelnen Investor kommen. Man habe "einen bunten Strauß an Optionen". Von Fremdfinanzierung, Zwischenfinanzierung, einer weiteren Fananleihe, regionalen Sponsoren, Aktien für Fans. Bader geht davon aus, "dass der DFB unserem Weg folgen wird und wir daran arbeiten werden, dass wir eine Lizenz bekommen werden."

Denn, auch das weiß Bader: Ohne Kohle geht der Ofen auch bei den roten Teufeln aus.

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