Flavio Becca (Foto: Imago, imago)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Flavio Becca stellt FCK Ultimatum

Der finanziell angeschlagene Drittligist 1. FC Kaiserslautern steht vor einer Einigung mit dem luxemburgischen Investor Flavio Becca. Becca ist offenbar bereit, kurzfristig fehlendes Geld zur Verfügung zu stellen, koppelt den Kredit nach gemeinsamer Recherche von SWR und Kicker aber an personelle Entscheidungen. SWR-Sportreporter Bernd Schmitt über die jüngsten Entwicklungen.

Die Geschäftsführung des 1. FC Kaiserslautern hat am Donnerstagvormittag den Beirat der 1. FC Kaiserslautern GmbH sowie den Vorstand des 1. FC Kaiserslautern e.V. über den aktuellen Stand der Verhandlungen bezüglich eines möglichen Einstiegs von Flavio Becca informiert. Mit welchem Ergebnis?  

Bernd Schmitt: Im Prinzip mit keinem. In einer Pressemitteilung des FCK heißt es lediglich, dass die beiden Geschäftsführer Klatt und Bader beauftragt werden, weiter mit Flavio Becca eine längerfristige Zusammenarbeit zu verhandeln, das ist alles. Aber wir wissen inzwischen, dass die aktuell vorgesehene Finanzspritze zum Erhalt der Lizenz von Becca in Höhe von 2,6 Millionen Euro nur ein Kredit, aber kein Erwerb von Anteilen der FCK AG ist, also: sollte irgendjemand meinen, dass jetzt die Millionen nur so den Betzenberg hinaufrollen, und alles langfristig gerettet ist, dann ist das Stand heute ein Fehler.

Sollte der Investor Flavio Becca tatsächlich einsteigen - wie groß wird sein Einfluss?

Bernd Schmitt: Dieser Einfluss wird sicher sehr groß sein, das ist schon jetzt erkennbar. Zurzeit gibt es beim 1. FC Kaiserslautern im Beirat eine Mehrheit gegen dessen Vorsitzenden Patrik Banf und auch gegen den Geschäftsführer Sport Martin Bader, dessen Vertrag nicht verlängert werden soll. Aber nach SWR-Informationen macht Becca es zur Bedingung für seinen Einstieg, dass Baders Vertrag verlängert werden soll. Das kann man nun positiv werten, nämlich so, dass Becca nur mit Leuten zu denen er Vertrauen gefasst hat zusammen arbeiten will, man kann aber auch sagen, das ist eine Art von Erpressung. Und noch etwas kommt hinzu: Becca fordert nach gemeinsamen Recherchen von SWR und Kicker, dass das Beiratsmitglied Michael Littig bis kommenden Montag von seinem Amt zurücktritt. Er nimmt also schon jetzt massiv auf die Führungsspitze des 1. FC Kaiserslautern Einfluss.

Gäbe es eine Alternative zu Becca?

Bernd Schmitt: Offiziell nicht, es wird immer mal wieder kolportiert, dass Aufsichtsräte auch andere Investoren an der Hand hätten. Spätestens jetzt wäre der Zeitpunkt diese zu präsentieren. Der 1. FC Kaiserslautern hat sich in den vergangenen zwei Jahren aber in eine sehr schlechte Verhandlungsposition manövriert. Und Zeitgenossen, die mal eben so 50 Millionen in einen Fußball-Club und ein Stadion stecken, die findet man ganz sicher nicht häufig. Es sieht also danach aus, als wäre Becca tatsächlich die einzige Lösung, um den FCK zu retten.  

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP
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