Bei der Jahreshauptversammlung des 1. FCK war vor allem die Investorensuche ein Thema. (Foto: SWR)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Die Investorensuche beim 1. FCK

Wie läuft die Investorensuche beim 1. FC Kaiserslautern? SWR Sport geht der Frage im Rahmen der Jahreshauptversammlung auf den Grund.

Wie die Verhandlungen mit Ankerinvestoren laufen, darüber hüllen sich die FCK-Bosse in Schweigen. Nach SWR-Informationen sollen im Januar weitere Gespräche der Stadtverwaltung mit einer Fondsgesellschaft stattfinden. Es handelt sich um jenen Investor, der schon länger als ein Jahr Interesse am Stadion hat und das Gelände um die WM-Arena bebauen will. Und der nach SWR-Informationen schon mehrere hunderttausend Euro in Vorplanungen investiert hat. Ein Projekt, das aber noch Jahre dauern kann.

Patrick Banf musste heute einräumen: Einen schnellen Abschluss mit einem Großinvestor gibt es nicht. "In dem Moment, in dem wir das Stadion miteinbeziehen, ist es fast unmöglich den Ankerinvestor zu gewinnen", so der Aufsichtsratsvorsitzende.

"Insolvenzgefahr relativ akut"

Ken Kinscher, FCK-Mitglied und Bankdirektor, macht sich auch deshalb Sorgen, dass dem FCK schon bald die Insolvenz droht. Er schätzt die "Insolvenzgefahr als relativ akut ein", so Kinscher. "Der Verein braucht bis März zwölf Millionen Euro, um die Lizenz zu beantragen. Es gibt zwei Möglichkeiten, diese zwölf Millionen Euro zu bekommen: Entweder es sind Investoren bereit, das Geld zur Verfügung zu stellen, oder eben in Form einer Zwischenfinanzierung", fasst Kinscher die Optionen zusammen. Sei bis März beides nicht gegeben, werde der Verein darüber nachdenken müssen Insolvenz anzumelden.

Keine interne Geschlossenheit

Intern sorgt das Investorenthema längst für Ärger. Rainer Kessler, nach der Ausgliederung der Profiabteilung jetzt Vorstandsvorsitzender des alten FCK e.V., wollte am Wochenende ursprünglich zurücktreten, weil ihm Informationen zu potenziellen Investoren verweigert wurden. Der Hintergrund: Kessler ist als Verantwortlicher des Vereines auch von der Rückzahlung der 6,7 Millionen Euro Fananleihe betroffen. "Ich repräsentiere mehr als 18 000 Mitglieder, ich repräsentiere den Gesellschafter. Und in dieser Verantwortung der Rückzahlungsnotwendigkeit muss ich Detailinformationen über unsere wirtschaftliche Situation haben", erklärt Kessler gegenüber SWR Sport sein Anliegen.

Vereinsinsider befürchten, dass der FCK bei potenziellen Investoren mittlerweile nehmen muss, was kommt, nur um sich zu retten.

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