Fans des 1. FC Kaiserslautern (Foto: Imago, imago)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Lizenz-Angst beim 1. FC Kaiserslautern

Der 1. FC Kaiserslautern hat noch bis Mitte März Zeit, Investoren zu finden um eine Lizenz für die nächste Saison zu bekommen. Nach SWR-Informationen kommt möglicherweise ein Investor aus Osteuropa oder Luxemburg in Frage.

Der Überlebenskampf des 1. FC Kaiserslautern spitzt sich immer mehr zu. "Es zählt nur noch eines", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Patrick Banf, "die Lizenz für die nächste Drittligasaison bekommen." Und dazu braucht Banf Ruhe. Im Verein, in dessen Gremien und im Umfeld. "Der Lizenz", sagt Banf, "muss sich alles andere unterordnen."

Es fehlen 12 Millionen Euro für diese Lizenz. Banf und seine Aufsichtsratskollegen haben noch acht Wochen Zeit, dieses gigantische Finanz-Loch zu stopfen. Am 15. März ist Deadline, dann müssen die vollständigen Unterlagen beim DFB eingereicht werden.

Da passt es nicht, wenn die Protagonisten der ausgegliederten Kommanditgesellschaft auf Aktien und des alten 1. FCK e.V. aufeinander losgehen. Wenn der Vorstandsvorsitzende des e.V., Rainer Keßler, erst zurücktritt, dann doch weitermacht, und letztendlich abberufen wird.  Solche unruhigen Zeiten sind Gift für Investorengespräche.

Spuren zu möglichen Investoren führen nach Osteuropa und Luxemburg

Patrick Banf führt sie fast täglich, diese Gespräche mit millionenschweren Geldgebern. Den Verhandlungsstand fasst er logischerweise wortkarg zusammen: "Es gibt Gespräche, aber keine Unterschrift." Was soll er auch sonst sagen? Banf braucht Zeit. Zeit, die er nicht hat. Auch wenn die Hoffnung, in den nächsten paar Wochen kurzfristig noch einen Ankerinvestor zu finden, der für eine zweistellige Millionensumme FCK-Aktien kauft, noch vorhanden ist. Aber ist sie realistisch? Eher nicht. Die Spuren führen nach SWR-Informationen auch zu potenziellen Investoren in Osteuropa und Luxemburg. 

Doch woher sollen die zum Überleben so wichtigen 12 Millionen Euro ohne Investor kommen? Seit Jahresende 2018 bietet der 1. FC Kaiserslautern Aktienpakete für 100.000 Euro an. Aber die sind schwer an den Mann zu bringen, solange die Situation unklar ist, kein Anker-Investor da ist, der den Fortbestand garantiert. Die Pläne, ein regionales Bankenkonsortium zu bilden, das die "FCK AG" vorrübergehend über Wasser hält, sind nach SWR-Informationen sehr schwierig. Kaum vorstellbar, dass Kaiserslauterer Geldinstitute mit größeren Summen einsteigen. Aber Patrick Banf ist überzeugt davon, dass möglicherweise überregionale Banken in dem Konsortium die größeren Summen bereit stellen.  

Drei Millionen Euro von "Quattrex Sports"

Bleibt ein noch nicht vollends ausgeschöpfter Kredit bei "Quattrex Sports", jenem Stuttgarter Unternehmen, das auch in einige andere Fußball-Profivereine investiert. Nach SWR-Informationen kann der FCK dort noch rund drei Millionen Euro abrufen. Und laut "Sportbild" versuchen die FCK-Bosse, auch beim "Internationalen Bankenhaus Bodensee" (IBB) Kredite zu bekommen. Auch das IBB hat schon andere finanzschwache Profivereine unterstützt. Zwischenfinanzieren, Zeit gewinnen, in Ruhe einen Investor finden - das ist der Plan.

Patrick Banf lässt zudem durchblicken, dass die Verlängerung oder sogar eine Neuauflage der "Betze-Anleihe" für Entlastung sorgen könnten. Jene 6,7 Millonen Euro, die der 1. FC Kaiserslautern im August 2019 zurückzahlen muss. Aber Insider schätzen, dass nur Papiere für rund zwei Millionen Euro tatsächlich von FCK-Fans gezeichnet wurden. Der Rest von institutionellen Anlegern, die sehr wahrscheinlich kein Interesse an einer Verlängerung haben werden, ihr Geld zurück haben wollen.

Gespräche mit einer Fondsgesellschaft aus einem Nachbarland sind geplatzt

Und noch eine schlechte Nachricht: Die für Januar geplanten Gespräche der Stadt Kaiserslautern mit einer Fondsgesellschaft aus einem Nachbarland sind nach SWR-Informationen vorerst geplatzt. Diese Firma hat seit mehr als einem Jahr Interesse, das Fritz-Walter-Stadion zu kaufen, das 15 Hektar große Gelände um das Stadion herum zu entwickeln und in den FCK zu investieren. Mehrere hunderttausend Euro sind schon in Vorplanungen geflossen. Doch jetzt stockt alles. Ausgang ungewiss, Tendenz eher negativ.

Dauer

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Hoffnung machen. Donnerstagabend im Vereinsheim des FCK-Fanklubs "Westkurve 80" in Waldsee in der Vorderpfalz. Gero Scira ist Besitzer einer Autowerkstatt, natürlich FCK-Fan. Er hat rund 80 Unternehmer zusammen getrommelt. Er erzählt von seinen guten Erfahrungen, die er als "Basispartner" des Vereines gemacht hat. Zwei Dauerkarten und einige gemeinsame Werbe-Aktivitäten für 1.900 Euro pro Saison. Scira ist Mitglied in der "Zukunftsinitiative FCK", die Patrick Banfs Stellvertreter im Aufsichtsrat, Paul Wüst, mitbegründet hat. Eine kurze flammende Rede reicht, und schon werden neue Basispartnerschaften unterschrieben. Rund 12.000 Euro kommen zusammen. Immerhin, auch wenn noch drei Nullen zur Lizenz fehlen.

Damit es im Kampf ums Überleben keine weitere Unruhe gibt, sollen alle Gremien des Vereins in die Entscheidung für den neuen Vorstandsvorsitzenden einbezogen werden. Bis Ende Januar, sagt Patrik Banf, soll die neue Führung des 1. FCK e.V. feststehen. Und die Lizenz? Banf sagt es so: "Ich bin nicht weniger optimistisch als im vergangenen Jahr. Und damals haben wir die Lizenz gekriegt." 

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