Otto Rehhagel & Berti Vogts  (Foto: Imago, Nordphoto/Rudolf Gigler)

Benefizspiel | 1. FC Kaiserslautern Heimkehr der Helden

Wunder gibt es nicht immer wieder. Vor 20 Jahren gewann der 1. FC Kaiserslautern als Aufsteiger die deutsche Meisterschaft. Das schaffte danach kein Bundesliga-Neuling mehr. Am Samstag wird das bei der "Heimkehr der Helden" auf dem Betzenberg gefeiert.

Während der 1. FC Kaiserslautern nach dem Absturz in die 3. Fußball-Liga einen Fehlstart hingelegt hat, wird am Samstag (15.00 Uhr) das 20-jährige Jubiläum des sensationellen Titelgewinns von 1998 gefeiert.

Als Aufsteiger waren die Pfälzer deutscher Meister geworden - ein bis heute nicht wiederholtes Fußball-Wunder. Unter dem Motto "Heimkehr der Helden" kommt die damalige Meistermannschaft mit Trainer Otto Rehhagel zu einem Benefizspiel auf dem Betzenberg zusammen.

"Ich freue mich, die Jungs wiederzusehen."

Otto Rehhagel

"Es soll nicht nur um Freundschaft gehen. Schließlich kommen rund 10 000 Zuschauer", meinte er und fügte schmunzelnd hinzu, die Marschroute "kontrollierte Offensive" ausgeben zu wollen.

Fast alle Spieler sind dabei

Die Freude beim inzwischen 80-Jährigen auf die Partie ist groß. Denn den Veranstaltern ist es gelungen, die gesamte Mannschaft wieder zu vereinen. Spieler wie Ciriaco Sforza, Miroslav Kadlec, Olaf Marschall und Weltmeister Andreas Brehme dienen noch heute als Vorbilder in der Pfalz.

Als Gegner im Fritz-Walter-Stadion wird die Mannschaft der "Deutschen Fußball Legenden" - angeführt vom früheren FCK-Profi Mario Basler - auflaufen. Trainiert wird sie vom früheren Bundestrainer Berti Vogts.

Das Meisterstück

Dass Rehhagel 1996 nur drei Monate nach der Entlassung beim FC Bayern München beim Zweitligisten aus der Pfalz anheuerte war die erste große Überraschung. Schließlich war der ehemalige Lauterer Spieler zu diesem Zeitpunkt bereits mit zwei deutschen Meisterschaften und drei DFB-Pokalsiegen dekoriert. Es sollten zwei Meisterschaften folgen - zunächst im Unterhaus, dann in der Beletage des deutschen Fußballs. "Uns ist 1998 etwas gelungen, das wohl einmalig bleibt. Heutzutage gibt es ja keine Chancengleichheit mehr. Damals konnte der FCK nach dem Abstieg zum Beispiel Miroslav Kadlec halten. Der hat gespielt wie Beckenbauer, war ein exzellenter Fußballer. Heutzutage würde er 50 Millionen kosten", erklärte Rehhagel, der auch sein simples Erfolgsrezept zum Besten gab:

"Wer Meister werden will, muss die Bayern in der Hin- und auch in der Rückrunde schlagen. Das gilt noch heute. Wir haben es damals geschafft."

Otto Rehhagel

Schwierige Zeiten

Bei aller Freude über die damalige Sensation ist Rehhagel auch betrübt über den sportlichen Niedergang in Kaiserslautern in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Der Titel brachte fatale Folgen mit sich. Statt den geplanten Durchbruch auf internationaler Ebene zu schaffen, entgingen die Lauterer nur knapp der Insolvenz. Negativer Höhepunkt der Entwicklung beim viermaligen deutschen Meister ist in diesem Jahr der Abstieg in die Drittklassigkeit gewesen. "Dass man mal deutscher Meister war und jetzt in der dritten Liga ist, tut weh", sagte Rehhagel. "Es ist eine Herausforderung, da rauszukommen."

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