Christoph Hemlein vom 1. FC Kaiserslautern (Foto: Imago, Eibner)

Fußball | Gesichter der Liga Christoph Hemlein, der FCK und Herr Schmitt

Die meisten nennen ihn einfach "Locke". Mit 13 Jahren verpasste ihm ein Freund in Hoffenheim den Spitznamen, der sich bis heute durchgesetzt hat - der lockigen Haarpracht sei Dank. Der Flügelspieler ist seit dieser Saison beim 1. FC Kaiserslautern - und das, obwohl er auch in der 2. Liga kicken könnte.

Früh wurde Christoph Hemlein Vater, seine inzwischen neunjährige Tochter wohnt in seinem Geburtsort Heidelberg. Die Nähe zu ihr ist ein Grund für sein Engagement beim FCK, nachdem er lange weit weg von der Heimat spielte, unter anderem in den Niederlanden. In seiner Heimat gab es für ihn als kleinen Jungen nur den 1. FC Kaiserslautern.

Wechsel zum FCK war "Ehrensache"

Eine "Ehrensache" sei es gewesen, im letzten Sommer zu den Roten Teufeln zu gehen, obwohl ihm auch Angebote aus der 2. Liga vorlagen. Dass es nicht leicht werden würde, war Hemlein bewusst und genau deswegen ist er jetzt da. "Weil ich kein Typ bin, der sich vor schweren Aufgaben drückt", wie er es ausdrückt.

Mit 28 noch nicht am Ende

Fußballprofi werden war schon immer sein Traum, sagt Hemlein. Auch wenn er dafür als kleiner Junge oft belächelt wurde, weil er, wie er selbst sagt, nie das große Talent war wie andere. "Ich glaube, dass ich aus meinen Möglichkeiten relativ viel gemacht habe." Er ist aber auch selbstkritisch, nicht vollends überzeugt von dem, was er bisher in Kaiserslautern zeigte. "Da muss auch von mir persönlich mehr kommen, um dann auch der Mannschaft den gewünschten sportlichen Erfolg zu geben."

Hemlein hasst es zu verlieren. Egal ob in einem Pflicht- oder einem Trainingsspiel. Es zeichnet ihn aus, dass er ein absoluter Siegertyp ist, sagt der 28-Jährige.

Die Karriere von Christoph Hemlein

Entdeckt wurde der Flügelspieler 2005 von den Verantwortlichen der TSG Hoffenheim. Dann der Wechsel zum VfB Stuttgart. Als junger Spieler bekam er dort die Chance auf seine ersten Bundesliga-Minuten, im ersten Profispiel schoss er ein Tor im DFB-Pokal - ein Highlight. Nach zwei Jahren wechselte "Locke" nach Holland zum NEC Nijmegen. Glücklich wurde er dort aber nicht, sportlich gesehen und auch privat.

"Die schönste Zeit meiner Karriere"

Es ging zurück nach Deutschland, zu Arminia Bielefeld. Mit seinem neuen Verein feierte Hemlein zahlreiche Erfolge: DFB-Pokal-Halbfinale als Drittligist, Aufstieg, dreimal der Klassenerhalt in der 2. Liga. "Ich denke, ich habe einen großen Teil dazu beigetragen, dass der Verein heute solide wirtschaftet und ein solider Zweitligist geworden ist." Das gleiche wünscht er sich für seinen neuen Verein.

"Familie ist für mich alles"

Jetzt also Kaiserslautern. Am Stadtrand wohnt Christoph Hemlein mit seiner Frau und mit "Herr Schmitt". Der Rhodesian Ridgeback heißt so, weil die Hemleins "einfach mal was anderes machen wollten".

Auf den Platz sei er ein "Heißssporn", daneben aber auch mal ruhiger und gelassener. Entspannt Motorrad fahren, spazieren gehen mit "Herr Schmitt", Zeit mit der Familie. Das ist der andere, der private Christoph Hemlein. Sportlich hofft er, seine Ziele mit dem FCK möglichst bald zu erreichen.

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