Fans des 1. FC Kaiserslautern (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | 3. Liga Fragen und Antworten zur Situation beim 1. FC Kaiserslautern

Der 1. FC Kaiserslautern kämpft um seine wirtschaftliche und sportliche Zukunft. Nach SWR -Informationen hat der Haupt-Kreditgeber des FCK, die Stuttgarter Firma Quattrex, das Angebot einer regionalen Investorengruppe abgelehnt und will dem FCK keine weiteren Kredite mehr geben. SWR-Sportredakteur Bernd Schmitt beantwortet die wichtigsten Fragen zur Lage bei den Roten Teufeln.

Bernd Schmitt, was bedeutet diese neue Entwicklung für den 1. FC Kaiserslautern?

Mit dieser Entscheidung fehlen dem 1. FC Kaiserslautern ganz akut zwischen drei und vier Millionen Euro, um die Lizenz für die kommende Spielzeit in der 3. Liga  zu erhalten. Der FCK hat ja bereits einen laufenden Kredit bei Quattrex in Höhe von sechs Millionen Euro. Nun sollten weitere zwei Millionen von Quattrex direkt und nochmal zwei Millionen von Kreditgebern, die Quattrex vermittelt hat, folgen. Aber Quattrex hatte ein nachhaltiges Konzept vom 1. FC Kaiserslautern gefordert und dem FCK bis gestern Abend eine Frist gesetzt, dieses Konzept zu präsentieren. Und mit dieser Ablehnung ist die Lizenz wieder akut gefährdet. 

Dauer

Gestern Abend sah es ja danach aus, dass die Gespräche mit Quattrex gestern gut verlaufen seien und man konnte davon ausgehen, dass Quattrex heute zusagt. Woran ist es nun gescheitert?

Der Wirtschaftskrimi um den 1. FC Kaiserslautern nimmt immer dramatischere Formen an. Die regionale Investorengruppe, die ja mit drei Millionen Euro Eigenkapital in den FCK einsteigen will, hat gestern nach unseren Informationen noch weitere 25 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre in Aussicht gestellt. Sie war damit mit dem Angebot des Luxemburger Immobilienmoguls Flavio Becca gleichgezogen. Und hat noch zusätzliches Geld angeboten für Transfers im Sommer und im Winter, trotzdem hat Quattrex dies offenbar nicht akzeptiert. Nach dem, was durchgesickert ist, bevorzugt Quattrex das Angebot Beccas.

Morgen tagt der Beirat des Vereines. In dieser Sitzung müssen Entscheidungen fallen, denn die Zeit zur Einreichung der Lizenzunterlagen beim DFB endet am 28. Mai. Was kann passieren?

Das ist sehr schwer einzuschätzen. Es kann gut sein, dass dieser Poker um den 1. FC Kaiserslautern im Hintergrund noch bis zur Sitzung morgen Nachmittag um 15 Uhr weitergeht. Im Beirat des Vereins gab es ja bisher eine 3:2 Mehrheit gegen das Angebot von Becca und für die regionalen Investoren. Ob das morgen auch so sein wird, ist hochspannend, aber die Kaiserslauterer Geschäftsleute müssten dann akut nochmal eine Millionensumme hinlegen um die Lizenz zu sichern. Vorherzusagen, was beim FCK tatsächlich passiert, ist in diesen Stunden unmöglich. Einen solchen Poker, bei dem es im Hintergrund auch um gigantische Immobilieninvestitionen geht, den hat Kaiserslautern noch nicht erlebt.

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