FCK Fans fordern auf einem Banner im Stadion: "Schluss mit lustig!" (Foto: Imago, imago/Eibner)

Fußball | 3. Liga FCK: Qual der Wahl im Finanzstreit

Die Finanzkrise des 1. FC Kaiserslautern ist eine unendliche Geschichte. Im März wird nun das nächste Kapitel geschrieben.

Anker-Investor oder Zwischenfinanzierung? Das ist immer noch die aktuelle Streitfrage, die Fans und Verantwortliche beim 1. FC Kaiserslautern spaltet. Bereits im Januar gab es deswegen erhebliche Querelen, die fast zur Auflösung des Aufsichtsrats geführt hätten. Alle Beteiligten rissen sich jedoch zusammen und entschieden, gemeinsam im Sinne des Vereins weiter zu machen.

Allerdings wurde damals die Streitfrage nicht gelöst, sondern nur auf Mitte März vertagt. Dann soll entschieden werden, ob der Vorsitz im Aufsichtsrat künftig rotiert. Der derzeitige stellvertretende Vorsitzende, Paul Wüst, hat schon öffentlich bekundet, dass er dafür nicht zur Verfügung steht. Stellt sich die Frage: Werden sich die Befürworter der Zwischenfinanzierung rund um den momentanen Aufsichtsratschef Patrick Banf durchsetzen oder die Befürworter eines Anker-Investors rund um Aufsichtsrat Michael Littig?

1. FC Kaiserslautern stehe mit dem Rücken zur Wand

Argumente gibt es für beide Positionen. Die Befürworter eines Anker-Investors machen klar, dass der FCK umso unattraktiver wird, je höher sich die Schulden türmen und die Verbindlichkeiten steigen. Zudem stehe man schon so dicht mit dem Rücken zur Wand, dass eigentlich nur noch ein finanzkräftiger Sponsor den FCK aus dieser Zwangslage befreien und die Zukunft sichern könne.

Dagegen argumentieren die Befürworter der Zwischenfinanzierung, dass man im Moment eine denkbar schlechte Verhandlungsposition habe und deshalb Zeit gewinnen müsse, um aus einer verbesserten Position heraus zu argumentieren und entsprechend bessere Konditionen verlangen zu können. Schließlich wolle man keinen Investor, der alle Entscheidungen im Verein – sportlich wie finanziell – alleine trifft.

FCK-Führungsriege verzichtet auf Gehalt

All diese Argumente kennt Michael Klatt, Finanzvorstand des FCK. Gerade Klatt wird von der bevorstehenden Entscheidung des Aufsichtsrats maßgeblich in seiner Arbeit betroffen sein. Klatt hat bereits die Lizensierungsunterlagen für die 3. Liga beim DFB eingereicht, die bei der DFL für die 2. Liga müssen bis 15. März vorliegen. Mit der Einreichung der Unterlagen wurde bekannt, dass das Finanzloch von zwölf Millionen Euro zum Teil mit Gehaltseinsparungen der Führungsetage gestopft werden soll. Insgesamt, auch durch einen weiteren Stellenabbau, hat der FCK nochmal zwei Millionen Euro eingespart. Die restlichen zehn Millionen sollen durch eine zweite Fan-Anleihe sowie eine Fremdfinanzierung, sprich Kredite, abgedeckt werden.

Michael Klatt ist zuversichtlich, dass der FCK die Lizenz für die 3. Liga erhalten wird, wenn auch unter Auflagen. Eine endgültige Entscheidung wird Mitte Mai erwartet. Allerdings birgt die nächste Aufsichtsratssitzung große Brisanz, ganz besonders für Michael Klatt. Wird er seinen eingeschlagenen Weg fortsetzen können? Wie sieht seine persönliche Zukunft aus? Viele Fragen, deren Beantwortung die FCK-Fans mit Spannung erwarten können.

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