FCK informiert über Finanzierungsmöglichkeiten (Foto: SWR)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern FCK will wieder Millionen von seinen Fans einsammeln

Der FCK hat nach eigenen Angaben zwar genug Geld, um den Spielbetrieb in der kommenden Saison sicherzustellen. Trotzdem braucht der Drittligist dringend weitere Millionen. Die sollen jetzt von den Fans kommen.

"Wir sind in der glücklichen Position, dass wir die Finanzierung des operativen Geschäfts für die neue Saison gesichert haben. Über institutionelle Anleger, die den 1. FC Kaiserslautern mit einem Schuldscheindarlehen unterstützen werden." Das sagte Michael Klatt, kaufmännischer Geschäftsführer der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH, gleich zu Beginn einer Pressekonferenz, bei der es um die finanzielle Zukunft des FCK ging.

FCK muss weiter sparen

Finanzchef Klatt gab weiterhin die Devise aus: "Das wichtigste Ziel, das wir haben ist, den Finanzbedarf in der nächsten Saison möglichst klein zu halten." Man könne in der 3. Liga nicht davon ausgehen, Gewinne zu erwirtschaften. Der FCK habe bereits Sach- und Personalkosten eingespart und werde das auch weiter tun.

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"Betze-Anleihe 2" soll erste Anleihe ablösen

Um an dringend benötigtes Geld zu kommen, das die Roten Teufel auch für die Lizenz brauchen, setzt der FCK wie schon vor einigen Jahren auf eine Fan-Anleihe. Mit der "Betze-Anleihe 2" soll die im August fällige Fan-Anleihe aus dem Jahr 2013 in Höhe von 6,7 Millionen Euro abgelöst werden. Bei einer Laufzeit von drei Jahren verspricht der FCK eine Verzinsung von fünf Prozent. Das Volumen der neuen Anleihe liegt bei sieben Millionen Euro.

Was genau die Betze-Anleihe ist und warum im schlimmsten Fall ein Totalverlust droht, hören Sie im Audio von SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer.

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Alte Betze-Anleihen sollen in neue umgewandelt werden

Wer die Anleihe zeichnen will, muss ein Wertpapierdepot besitzen. Den Zeichnern der ersten Betze-Anleihe wird angeboten, ihre alte Anleihe in eine neue umzuwandeln. Anders als bei der ersten Anleihe wird es dieses Mal keine Schmuckurkunden mit FCK-Motiven geben, die sich die FCK-Fans dann zum Beispiel an die Wand hängen können. Die Produktion ist nach FCK-Angaben zu teuer und zeitaufwändig. Wer eine Anleihe in Form einer Schmuckurkunde besitzt, kann diese nicht direkt in eine neue Anleihe umwandeln, sondern muss neu zeichnen.

Über Crowdlending dem FCK Geld leihen

Die zweite Möglichkeit, mit der der FCK Geld einsammeln will, nennt sich Crowdlending. Über eine Online-Plattform können Fans und Anleger dem FCK quasi einen Kredit geben. Der Prozess sei zwar ähnlich wie beim sogenannten Crowdfunding, sagte FCK-Finanzchef Michael Klatt. Der Unterschied liege darin, dass beim Crowdfunding das Geld meistens gespendet werde. Im Fall des FCK werde das Geld aber geliehen. Anders als bei der Anleihe sei dafür kein Wertpapierdepot nötig.

Das Crowdlending hat ein Volumen von maximal 2,5 Millionen Euro und so wie die Anleihe eine Laufzeit von drei Jahren bei einer Verzinsung von fünf Prozent. Finanzchef Michael Klatt sagte, das Crowdlending sei eine innovative Möglichkeit, die man auch per Handy nutzen könne. Dadurch wolle man gezielt eine andere Zielgruppe ansprechen, so Klatt.

Viele sehen Betze-Anleihe 2 und Crowdlending kritisch

Der Duisburger Wirtschaftswissenschaftler Daniel Weimar sieht Fan-Anleihen im allgemeinen kritisch und in der Form, in der sie angewendet werden, verfehlt. Die FCK-Anleihen sind für ihn ein neues Extremum.

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Auch nicht alle Fans sind davon begeistert, dem FCK finanziell schon wieder unter die Arme zu greifen. Hören Sie im Audio dazu eine Umfrage aus Kaiserslautern.

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