3. Liga | 1. FC Kaiserslautern FCK-Trainer Sascha Hildmann spürt "keinen Druck"

Mit einem 0:0 gegen Würzburg hat der neue FCK-Trainer Sascha Hildmann seine Heimpremiere gefeiert. SWR-Reporter Christian Döring hat danach mit dem Pfälzer gesprochen.

Vom Fan zum Cheftrainer. Sie haben gesagt, das ist der Traumjob und jetzt sind Sie hier in der altehrwürdigen Arbeitsstelle "Fritz-Walter-Stadion". Wieviel Emotionen waren mit im Spiel?

Es war sehr emotional vor dem Spiel, als ich die ganzen Leute gesehen habe, die den Berg hochlaufen. Da habe ich gedacht, da war ich früher auch immer dabei. Während des Spiels konnte ich es aber ganz gut ausblenden, denn ich muss ja meine Mannschaft unterstützen und betreuen. Da muss ich wach sein und darf mich nicht ablenken lassen. Aber es war ein sehr schönes Erlebnis.

Als Junge haben Sie auf der Tribüne gestanden mit ihrem Vater zusammen, aber der Papa war heute gar nicht da.

Nein, mein Vater regt sich mittlerweile zu sehr auf. Da ist es besser, wenn er zu Hause bleibt.

0:0 zur Premiere in diesem Traumjob. Zufrieden oder enttäuscht?

Sehr zufrieden. Natürlich muss man das Ganze von Anfang an sehen. Die Mannschaft hat eine schwierige Woche hinter sich. Die 0:5-Klatsche gegen Unterhaching, viel Kritik, der Trainerwechsel. Und nun ein neues Spiel vor der Brust mit einem neuen Trainer, den sie seit zwei Tagen kennen. Wir mussten wirklich in die Köpfe der Jungs rein, mit vielen Gesprächen und haben versucht, mit Videoanalysen die Jungs stark zu machen. Wichtig war, dass sie mir zuhören, mich annehmen. Das hat die Mannschaft sehr gut gemacht. In dem Spiel waren sie mutig und haben viel Leidenschaft gezeigt, sie haben viele Zweikämpfe gewonnen, und wir hatten ein Dutzend Torchancen. Ich glaube, das spricht Bände. Und das Glück, das dir jetzt fehlt, musst du zurückholen und dir erarbeiten. Daran müssen wir anknüpfen in dieser Woche, um dann auch mal mit einer oder zwei Chancen ein Spiel zu gewinnen.

Die Körpersprache war eine gänzlich andere im Vergleich zur 0:5-Klatsche gegen Unterhaching. Haben Sie die Jungs bei der Ehre gepackt?

Ich muss die Jungs nicht bei der Ehre packen. Die sind willig, die haben einen guten Charakter. Du musst sie eher an der Emotionalität packen, das Selbstvertrauen bearbeiten. Die haben genug Ehre, aber die haben jetzt viel Kritik und Druck erfahren. Man muss da immer so einen Mittelweg finden.

Die Erwartungshaltung ist trotzdem eindeutig. Martin Bader, der Geschäftsführer Sport, hat gesagt, dass der FCK am Ende der Saison vorne dabei sein will. Der Aufstieg ist also nach wie vor der Auftrag für Sie. Spüren Sie den Druck?

Ich spüre gar keinen Druck. Ich mache mir selbst Druck. Natürlich ist das Saisonziel der Aufstieg, so haben wir es formuliert. Aber das ist für mich jetzt im Moment kein Thema. Für mich ist das Thema, die Mannschaft zu stabilisieren. Ich bin jetzt seit zwei Tagen Trainer und muss die Spieler jetzt mal richtig kennenlernen und muss versuchen, eine gute Einstellung und einen guten Teamgeist zu entwickeln. Dann sehen wir weiter. Die zwei Spiele (bis Weihnachten) lassen wir laufen, und dann schauen wir mal.

Der Trainer Hildmann hat viel Stress, der Hobby-Angler Hildmann hat mal ein Boot am Rhein gehabt. Haben Sie das noch?

(lacht) Was Sie alles wissen. Ich bin begeisterter Angler, Miroslav Klose ist übrigens auch begeisterter Angler. Ich kenne viele Fußballer, die gerne angeln. Das ist mein Hobby. Ich habe tatsächlich noch ein kleines Boot am Rhein, in dem ich dann versuche, abzuschalten und ein wenig die Natur zu genießen, einfach die Seele baumeln zu lassen.

Einen großen Fisch an Land ziehen, das wär’s mit dem 1. FC Kaiserslautern. Sehe ich das richtig?

Das wäre mega! Ja, das stimmt.

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