FCK-Coach Sascha Hildmann und Torwarttrainer Gerry Ehrmann (Foto: Imago, Imago)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern FCK-Trainer Hildmann: "Die Jungs machen sich Sorgen um ihre Existenz"

Sportlich ist die Saison für den 1. FC Kaiserslautern gelaufen. Vor dem vorletzten Drittliga-Spiel gegen Würzburg spielt die finanzielle Situation auch in der Kabine bei den Spielern eine große Rolle.

Seit dem vergangenen Wochenende (4:0 gegen Unterhaching) hat der 1.FC Kaiserslautern den Klassenerhalt in der 3. Liga sicher. Platz neun in der Tabelle, keine Hoffnung nach oben, keine Sorgen nach unten. Kaiserslautern hat die sportliche Qualifikation für die 3. Liga gepackt und kann die häufig unglückliche verlaufene Premieren-Spielzeit in Liga drei abhaken.

Albaek und Sickinger fallen sicher aus

Mats Albaek und Carlo Sickinger fallen für das Spiel bei den Würzuburger Kickers (Samstag, 13:30 Uhr) definitiv aus. Bei Albaek ist die Muskelverletzung wieder aufgebrochen. Ob er jemals überhaupt noch mal im FCK-Trikot aufläuft ist fraglich. Sickinger soll bis zum Verbandspokalfinale (am 25. Mai in Pirmasens gegen Wormatia Worms) möglicherwesie noch fit werden. FCK-Trainer Sascha Hildmann fordert von seiner Mannschaft, "dass sie in den letzten Spielen wirklich alles gibt, dass sie versuchen, diese Spiele erfolgreich zu gestalten. Wir spielen alle Fußball, um zu gewinnen. Das verlange ich von den Jungs. Damit sie da nochmal richtig Gasgeben".

Hildmann: " Die Jungs machen sich Gedanken".

Angesprochen auf die finanzielle Situation des Vereins, die immer noch mögliche Lizenverweigerung für die 3. Liga durch den DFB und die Unruhen im Verein im Streit um mögliche Investoren, hat Hildmann offen reagiert und ins Seelenleben der Mannschaft blicken lassen:

"Es ist natürlich ein Thema in der Kabine. Die Jungs machen sich auch Gedanken, mit Lizenz und 'wie geht's weiter?'. Natürlich machen sie sich Sorgen um ihre Existenz, um ihre persönlichen Probleme, die vielleicht dann kommen würden, wenn das nicht funktioniert. Wir versuchen, das als Trainerteam professionell zu behandeln und damit umzugehen um dann auch Erfolg zu haben".

FCK Trainer Sascha Hildmann vor dem Spiel gegen Würzburg zur finanziellen Situation des FCK

Hildmann: " Ich hoffe, dass Gerry das nicht macht".

Laut "Rheinpfalz" denkt FCK-Torwarttrainer-Ikone Gerry Ehrmann aus Frust über den geplatzten Deal mit dem luxemburgischen Investor Flavio Becca über einen Abschied oder sogar ein Karriereende nach: "Hier wurde ein seriöser Geschäftsmann, der der ganzen Stadt gut getan hätte, verprellt", sagte Ehrmann der Zeitung, "Ich überlege ernsthaft, ganz aufzuhören. Ich frage mich, ob das dann noch Sinn macht." Sascha Hildmann reagierte, angesprochen auf diese Aussagen: "Ich hoffe, dass Gerry das nicht macht. Gerry ist 60 Jahre alt, hat seine Meinung, und die darf er auch kundtun. Aber er ist FCK'ler durch und druch und hofft, dass es im Verein hier gut weitergeht".

Gerry Ehrmann arbeitet seit 1984 beim FCK. Auf dem Betzenberg genießt er Kultstatus bei den Fans. Als Spieler gewann er mit den Roten Teufeln 1990 den DFB-Pokal und 1991 die deutsche Meisterschaft. Im Anschluss wurde er zu einem der bekanntesten Torhüter-Ausbilder Deutschlands, dessen Schule unter anderem die späteren Nationaltorhüter Roman Weidenfeller, Tim Wiese und Kevin Trapp entstammen.

Ehrmann hadert mit der Entscheidung der Klubführung, im Kampf um die Lizenz das Angebot des Unternehmers Becca auszuschlagen und stattdessen finanzielle Hilfe einer nicht namentlich genannten regionalen Investorengruppe in Anspruch zu nehmen. "Das wäre der Befreiungsschlag für den Verein gewesen - ein Ankerinvestor, der uns auf Jahre Planungssicherheit gegeben hätte", sagte er über Becca, der sein Angebot allerdings an eine Rücktrittsforderung für Beiratsmitglied Michael Littig geknüpft hatte.

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