Für den 1. FC Kaiserslautern geht es um seine Zukunft (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | 3. Liga Pokerspiel um die Zukunft des 1. FC Kaiserslautern

Einen solchen Poker hat der 1. FC Kaiserslautern noch nicht erlebt. Nachdem die Stuttgarter Firma Quattrex dem FCK keine weiteren Kredite mehr geben will, ist die Lizenz des Vereines wieder in Gefahr. Und im Hintergrund tobt in diesem Wirtschaftskrimi das Duell zwischen einer regionalen Investorengruppe und dem Luxemburger Flavio Becca.

Quattrex hatte den 1.FC Kaiserslautern für weitere Kredite aufgefordert, ein nachhaltiges finanzielles Konzept vorzulegen. Am Dienstag hatte es dazu Gespräche mit der regionalen Investorengruppe gegeben. Diese soll neben den bereits zugesagten drei Millionen Euro weitere 25 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre in Aussicht gestellt haben. Damit hätte die regionale Investorengruppe mit dem Angebot des Luxemburger Immobilienmoguls Flavio Becca gleichgezogen. (Fragen und Antworten zur aktuellen Lage beim 1. FC Kaiserslautern)

Überraschende Absage von Quattrex

Aufgrund dieser Entwicklungen im Investorenpoker um den FCK schien die Einigung mit Quattrex - Stand Dienstagabend - nur noch Formsache. Mittwochabend dann doch die überraschende Absage von Quattrex. Das Modell der regionalen Investoren konnte nicht überzeugen. Quattrex befürchtet offenbar eine Insolvenz des FCK, verweigert die Zahlung weiterer Kredite. Damit fehlen dem 1. FC Kaiserslautern fest eingeplante drei bis vier Millionen Euro im Lizenzierungsverfahren.

Dauer

Die Zeit drängt für den 1. FC Kaiserslautern

Damit hat Flavio Becca im Investorenrennen möglicherweise wieder die Nase vorn, weil Quattrex, das sein Geld übrigens auch in einem Luxemburger Fonds stecken hat, nach übereinstimmenden Berichten von "kicker" und "Rheinpfalz" bei einem FCK-Engagement Beccas dem Verein wohl weiter als Kreditgeber zur Verfügung stehen würde. Am Donnerstag tagt der Beirat des 1. FC Kaiserslautern. Und dann muss eine Entscheidung fallen, denn die Zeit drängt. Bis zum 28. Mai müssen alle Lizenz-Unterlagen beim DFB eingereicht werden.

Bisher gibt es im Beirat eine 3:2-Mehrheit gegen das Angebot von Flavio Becca und für die regionalen Investoren. Ob das am Donnerstag noch so sein wird? Nach dem Ausstieg von Quattrex drohen möglicherweise weitere Finanzierungspartner des 1. FC Kaiserslautern abzuspringen. Die regionale Investorengruppe müsste diese Millionenlöcher alle spontan schließen, um dem Verein die Lizenz zu sichern. Und um ihn vor der Insolvenz zu retten. Offenbar sind die Kaiserslauterer Unternehmer dazu bereit. Auch mit der Hilfe von FCK-Hauptsponsor Harald Layenberger.

Fragwürdige Forderung von Flavio Becca

Gelingt es den regionalen Geldgebern nicht, entsprechende Summen abzurufen, führt kein Weg mehr an Flavio Becca vorbei. Auch wenn der Luxemburger offenbar nach wie vor auf seine fragwürde Forderung nach dem Rücktritt von FCK-Beirat Michael Littig pocht.

In den vergangenen Tagen und Wochen gab es jede Menge überraschender Wendungen im Poker um die Zukunft des FCK. Am Donnerstag wird es eine Entscheidung geben. Dann tagt der Beirat des FCK. Dann wird entschieden, von wem wie viel Geld fließt. Schwer vorstellbar, dass dieser entscheidende Tag ohne personelle Veränderungen beim 1. FC Kaiserslautern endet.

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