Die Fans des 1. FC Kaiserslautern stehen auch in schwierigen Zeiten hinter ihrem Klub (Foto: Imago, Jan Huebner)

Fußball | 3. Liga Der Kampf um die Lizenz geht für den 1. FC Kaiserslautern in die Endphase

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Der 1. FC Kaiserslautern wird am Donnerstag, den 28.02., seine neue Lizenz für die kommende Drittligasaison beim DFB beantragen. In diesem Antrag muss der Verein nachweisen, dass er in der Lage ist, die kommende Saison ohne Liquiditätsprobleme zu absolvieren. Nach eigenen Angaben muss der Verein dazu zwölf Millionen Euro aufbringen.

Es bleibt dabei, dass die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern die kommende Saison "zwischenfinanzieren" wollen - und das mit einem Mix aus verschiedenen Geldquellen. Der größte Batzen, nämlich gleich mehrere Millionen Euro, sollen mit sogenannten Schuldscheindarlehen beschafft werden. Da hat der FCK wohl größere Partner an der Hand, die dazu bereit sind. Unterschrieben ist nach Angaben des FCK-Geschäftsführers Finanzen, Michael Klatt, aber  noch nichts. Als Sicherheit kann der FCK allerdings nur sein Nachwuchsleistungszentrum Fröhnerhof oder die feststehenden TV-Gelder anbieten.

Mehrere Quellen für das benötigte Geld

Derzeit laufen die Vorbereitungen für die neue Fan-Anleihe, damit hofft man bei den Roten Teufeln, etwa 1,5 Millionen Euro zu generieren. Und zwei Millionen Euro kann der FCK noch aus einem Kredit bei der Firma Quattrex abrufen. Das ist jener Zehn-Millionen-Kredit von 2016, vom damals neuen Führungstrio Gries-Klatt-Stöver aufgenommen, der noch nicht ganz ausgeschöpft wurde. Hinzu kommen weitere betriebsinterne Einsparungen beim FCK wie etwa Arbeitsplätze, die nicht mehr neu besetzt werden. Auch die FCK-Bosse wollen auf Teile ihres Gehalts verzichten. Dies berichtet die "Rheinpfalz".

Dauer

FCK-Geschäftsführer Klatt ist optimistisch

Der Verein hat noch bis Mitte Mai Zeit, Unterlagen beim DFB nachzureichen. Michael Klatt sagte gegenüber dem SWR, er sei sehr optimistisch, dass es klappt mit der Lizenz, garantieren könne er es aber nicht.

Die Investorensuche des 1. FC Kaiserslautern geht weiter. Allerdings sagte Klatt: "Es ist ein schlechter Zeitpunkt, Eigenkapital zu beschaffen, solange die Lizenz in Frage steht." Gespräche werden viele geführt, ein zeitnaher Abschluss ist nicht zu erwarten.

Bei den Verhandlungen, die teilweise um mindestens zweistellige Millionensummen gehen, gibt es scheinbar auch große Hindernisse. Etwa das Mitbestimmungsrecht des Geldgebers. Auch im bei der Ausgliederung beschlossenen Vier-Säulen-Modell, das einen größeren Einfluss der Investoren begrenzt. Nehmen wir als Beispiel den Russen Mihail Ponomarew, der beim FCK angeblich mit mehr als 30 Millionen Euro einsteigen wollte. Der aber, so wie er es in Uerdingen tut, ganz sicher auch das Sagen im Verein haben wollte. Andere Investoren haben eher das Interesse, mit ihrem Investment ein Produkt bekannt zu machen.

Flavio Becca hat wohl weiterhin Interesse

Nach SWR-Informationen hat auch der Luxemburger Geschäftsmann Flavio Becca weiterhin Interesse, beim FCK einzusteigen. Wie weit die für Februar anberaumten Gespräche gediehen sind, ist nicht bekannt. Allerdings scheint sich in vielen Verhandlungen auch das Problem zu stellen, dass der FCK bei einem Einstieg zu wenige Sicherheiten bieten kann. Offensichtlich gibt es auch Investoren, die verlangt haben, dass die Stadt Kaiserslautern diese Sicherheiten übernimmt. Aber das ist illusorisch, aus rechtlichen, finanziellen und politischen Gründen nicht vorstellbar.

Und es gibt auch eine ganze Reihe von offensichtlich unseriösen Angeboten. Etwa aus China, wo sich dann bei näherem Hinsehen herausstellt, dass es sich um irgendeine Briefkastenfirma handelt, die keinerlei Finanzkraft hat. Der so sehr herbeigesehnte Großinvestor ist ein extrem schwieriges Thema.

Den Roten Teufeln droht der Teufelskreis

Mit der Zwischenfinanzierung hat der 1. FC Kaiserslautern die ganzen Probleme aber nur ein Jahr weiter geschoben, hat ein Jahr länger Zeit, zu existieren. Mittelfristig hat der FCK ohne den Einstieg eines Großinvestors keine Überlebenschance mehr. Denn die Schulden des Traditionsvereines steigen mit der Zwischenfinanzierung auf mehr als 20 Millionen Euro an. Und das ist dann der Teufelskreis: immer mehr Schulden machen den Verein für Investoren immer teurer und damit als Investment uninteressanter.

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