Sport-Geschäftsführer Martin Bader vom 1. FC Kaiserslautern (Foto: SWR)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Große Geldsorgen: FCK "mit dem Rücken zur Wand"

Für den krisengebeutelten Drittligisten 1. FC Kaiserslautern gerät die Finanzierung der kommenden Saison zur Mammutaufgabe.

Durch fehlende liquide Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro sowie der Rückzahlung der Fan-Anleihe mit einem Volumen von 6,7 Millionen Euro fehlen dem FCK rund zwölf Millionen. Der direkte Wiederaufstieg würde die Situation zwar entspannen, doch ist dieser derzeit nicht realistisch.

"Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Beim Verbleib in der 3. Liga müssen weitere drastische Sparmaßnahmen getroffen werden", kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende Patrick Banf auf der Jahreshauptversammlung an.

Das Zweitliga-Abstiegsjahr 2017/2018 schloss der Traditionsverein bei einem Umsatz von 36,11 Millionen Euro mit einem Fehlbetrag von 931.000 Euro ab. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Pfälzer mit einem Umsatzrückgang von 60 Prozent mit einem Verlust von mehr als fünf Millionen Euro.

"Aufgeben wäre ein schlechter Rat. Wir müssen Ruhe bewahren und zusammenhalten. Das kann der Lösungsweg sein", sagte Finanzchef Michael Klatt. Der FCK, dessen Profiabteilung seit dem Juni dieses Jahres als ausgegliederte Kapitalgesellschaft firmiert, ist nun auf zahlungskräftige Investoren angewiesen. Allein durch Fremdkapital in Form von Krediten dürfte die immense Finanzlücke beim vierfachen deutschen Meister nicht zu schließen sein. Der Wiederaufstieg würde dem FCK angesichts der deutlich höheren Einnahmen die größte Last der Existenzbedrohung nehmen.

"Sind vom Kader überzeugt"

"Von der Qualität des Kaders sind wir absolut überzeugt. Die Rückrunde muss mit Feuer versehen sein", sagte Geschäftsführer Martin Bader und nahm damit die Mannschaft und den neuen Trainer Sascha Hildmann in die Pflicht.

Keßler sorgt für Turbulenzen

Ganz ohne Turbulenzen verlief die Versammlung in Kaiserslautern aber nicht ab: Rainer Keßler, der Vorsitzende des Vereins, berichtete, er wolle eigentlich von seinem Amt zurücktreten, weil ihm von der Kapitalgesellschaft der Einblick in Unterlagen zur Investorensuche verweigert wurde. Weil der erst seit Ende September an der Spitze des Stammvereins stehende Keßler den Klub aber "nicht im Stich lassen wollte", überdachte er seine Entscheidung noch einmal. Banf selbst wurde auf der Versammlung von Keßlers Umdenken überrascht. Er war zuvor von dessen Rücktrittsplänen in Kenntnis gesetzt worden.

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