Viele Fans des 1. FC Kaiserslautern fragen sich, wer wohl die Investoren sind, die den FCK retten sollen (Foto: Imago, imago images / foto2press)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Darum bleiben die FCK-Investoren vorerst inkognito

In Kaiserslautern, ja vielleicht sogar der ganzen Pfalz, stellt sich momentan nur eine Frage: wer sind die "regionalen Investoren", die den 1. FC Kaiserslautern retten wollen?

Michael Littig schweigt. Er nennt keine Namen. Alle Fragen nach den möglichen Investoren beantwortet der FCK-Beirat nur einsilbig. Er hatte das Angebot dieser Investorengruppe in einer denkwürdigen Sitzung des Vereines am Montagabend übergeben. In Kaiserslautern ist es derzeit das am besten gehütete Geheimnis: Wer sich da in letzter Sekunde zusammen getan hat, um den FCK zu retten.

Aber war das tatsächlich so? Nach SWR-Informationen handelt es sich überwiegend um Kaiserslauterer Unternehmer, die schon viel länger einen Plan haben, wie sie beim FCK investieren können. Und es könnte sein, dass die Drei-Millionen-Euro-Spritze, um die Lizenz zu sichern und die Insolvenz abzuwenden, auch erst der Anfang eines viel größeren Investments ist.

Keine Unterschrift, keine Namen

Es gibt viele Gründe, warum sich die potenziellen Investoren noch nicht namentlich outen wollen. Der am einfachsten nachvollziehbare: So lange nichts unterschrieben ist, wollen sie anonym bleiben. Zur Zeit laufen Gespräche und Verhandlungen, in die auch Anwälte eingeschaltet sind. Die Investorengruppe verlangt zudem einen Sitz im FCK-Beirat. Dafür ist eine Satzungsänderung notwendig, die bisher noch nicht vollzogen ist. Auch die Frage, ob die Beiräte der FCK-Kapitalgesellschaft diese Satzungsänderung selbst per Beschluss herbeiführen können, wird momentan juristisch erörtert.

Dauer

Auch steht noch der Beschluss aus, ob der Wert des 1. FC Kaiserslautern, der bisher auf 120 Millionen Euro festgelegt war, tatsächlich auf 30 Millionen Euro gesenkt wird. Dies ist eine weitere Forderung der regionalen Investorengruppe. Mit ihrem Investment von drei Millionen Euro hätte sie dann zehn Prozent der FCK-Anteile in ihrem Besitz. Bevor diese Fragen nicht alle abschließend geklärt sind, wird es keine weitere Informationen zu den möglichen FCK-Aktionären geben.

Anleger klagt gegen den FCK

Aber es gibt noch einen weiteren und möglicherweise entscheidenden Grund, warum sich die Pfälzer Investorengruppe noch zurückhält: Es ist die vergiftete Situation beim 1. FC Kaiserslautern. Bei der Gruppe geht offenbar die Angst um, dass ihre Namen und damit auch ihre Unternehmen sofort gezielt durch Indiskretionen beschädigt werden, wenn sie mit dem 1. FC Kaiserslautern in Verbindung gebracht werden.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Unterdessen haben die sieben Investoren, die vor einigen Wochen Aktienpakete von 100.000 Euro gekauft haben und damit 700.000 Euro in den 1. FC Kaiserslautern investiert haben, Anwälte eingeschaltet. Sie lassen prüfen, ob sie sich dagegen wehren können, dass der Wert des Vereines binnen so kurzer Zeit von 120 auf 30 Millionen Euro fällt. Allerdings haben diese Investoren nach SWR-Informationen Verträge unterschrieben, in denen dieser Fall bereits geregelt ist und sie dementsprechend größere Anteile an der FCK AG erhalten. Demnach hat sich bereits einer dieser Anleger entschlossen, zu klagen. Von Ruhe keine Spur, der Streit wird wohl weiter gehen.

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