Sascha Hildmann, Trainer des 1. FC Kaiserslautern (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | 3. Liga FCK-Coach Sascha Hildmann: Traum geplatzt - Analyse gemacht

Den angestrebten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga hat der 1. FC Kaiserslautern verfehlt. Trainer Sascha Hildmann musste erkennen, dass die Mannschaft in dieser Saison kein Top-Team in der 3. Liga ist.

Sein großer Traum, seinen Herzensverein doch noch zum Aufstieg in die 2. Liga zu führen, ist geplatzt. Und jetzt, Sascha Hildmann? Noch vier Spiele in der 3. Liga die Spannung hochhalten, wenigstens das Verbandspokalfinale gewinnen. Der FCK-Trainer weiß, dass es existenziell wichtig sein kann, durch positive Ergebnisse die Stimmung im FCK-Umfeld wenigstens einigermaßen hochzuhalten. Erst recht, weil die Ungewissheit, wie es weiter geht, groß ist.

Grenzenlose Enttäuschung

Normalerweise ist Hildmanns Körpersprache positiv. Brust raus, Kopf hoch, einfach selbstbewusst. Auch nach Niederlagen. Nach der desaströsen Leistung gegen Rostock war das zum ersten mal anders. Nach dem Schlusspfiff marschierte der FCK-Coach nachdenklich über den Platz, in sich gekehrt, das Abklatschen mit seinen Jungs war eher distanziert, weniger emotional als sonst. Er schaffte es nicht mehr, seine grenzenlose Enttäuschung zu verbergen.

Die Probleme in seiner Mannschaft hat Hildmann längst erkannt. Schnelligkeitsdefizite im Defensivverhalten, in der Innenverteidigung und im zentralen Mittelfeld. Keine gefährlichen Standards, keine Konstanz, hohe Anfälligkeit bei gegnerischen Kontern. Natürlich hat Hildmann diese Fehler auch nach dem Rostock-Spiel alle analysiert, im Videostudium mit der Mannschaft aufgearbeitet, Einzelgespräche geführt. Warum nicht mal ein taktisches Foul um einen Konter zu unterbinden? Auch mit dieser Frage hat der FCK-Trainer sein Team konfrontiert. Am Montag im Spiel beim SV Wehen Wiesbaden sollen diese Fehler nicht noch einmal passieren.

Bei den Personalplanungen hält sich Hildmann bedeckt

Aber es sind genau jene Fehler, die in der Summe den Aufstieg gekostet haben und die in der kommenden Saison in dieser Häufung nicht mehr vorkommen dürfen. Aber wie ändern? Mit diesem Kader? Bei Personalfragen gibt sich Hildmann zugeknöpft, nennt keine Namen, auch nicht die Positionen, die er gerne anders und besser besetzen würde.

Schnelligkeit als elementare Fähigkeit

Obwohl die sportliche Analyse intern längst gemacht ist. Ein schneller Innenverteidiger soll kommen, ein schneller Sechser, ein schneller, torgefährlicher Mittelstürmer. Und wenn es finanziell machbar ist auch noch ein Zehner. Natürlich soll auch der schnell sein, denn das ist die Grundanforderung an alle Neuen, die zu diesem Kader stoßen werden: Schnelligkeit! Der FCK-Trainer ist sich sicher, dass tatsächlich drei bis vier gute Spieler reichen, um nächstes Jahr oben anzugreifen.

Ein Förderer der jungen Spieler

Darauf konkret angesprochen schränkt er aber selbst sehr schnell ein: Erst mal abwarten, was mit der Lizenz ist, er kenne ja schließlich auch die finanzielle Situation. Müssen am Ende doch noch die jungen Hoffnungsträger verkauft werden? Genau jene Spieler, deren Marktwert Hildmann mit mutigen Entscheidungen, sie tatsächlich auflaufen zu lassen, erst generiert hat? Es ist ohne Frage auch ein Verdienst des FCK-Trainers, dass mit Carlo Sickinger, Lennart Grill und Antonio Jonjic plötzlich wieder Spieler da sind, die bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten wecken, mit denen sich Ablösesummen verdienen lassen. Auch deshalb, weil sie Verträge ohne Ausstiegsklauseln haben.

Hildmann hat vieles verändert beim FCK, hat die Mannschaft taktisch flexibler gemacht, hat Spieler eingebaut, die unter seinem Vorgänger Michael Frontzeck keine Chance hatten. Unter dem Strich brachte aber auch das nicht mehr Erfolg. Denn der Trainerwechsel hat nicht bewirkt, dass die erfahrenen Spieler endlich ihre Top-Leistung abriefen. Zuck, Hemlein, Sternberg, Biada, Thiele, Dick, Löhmannsröben, Albaek: es ist fast eine ganze Mannschaft, die hinter den Erwartungen zurückblieb. Keiner hatte konstant Bestform.

"Machen uns sehr viele Gedanken"

Es könnte also spannend werden, mit wem der FCK künftig noch weiter zusammenarbeiten will und mit wem nicht. Werden die auslaufenden Verträge mit Albaek und Löhmannsröben überhaupt verlängert? Hildmann ließ sich auf Nachfrage auch hier keine Namen entlocken. Er sagte nur soviel: "Glauben sie mir, wir machen uns sehr viele Gedanken."

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