Michael Frontzeck, Ex-Trainer des 1. FC Kaiserslautern (Foto: Imago, Eibner)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Frontzeck: "Aufstieg war die falsche Zielsetzung"

Bereits wenige Tage nach seiner Freistellung als Trainer beim 1. FC Kaiserslautern hat Michael Frontzeck über sein Aus bei den Roten Teufeln gesprochen.

"Ich brauche ein bisschen Zeit, um alles zu verarbeiten", sagte Frontzeck bei "sport1.de": "Vor vier Wochen hätte ich so eine Entscheidung nicht für möglich gehalten. Aber wie die vergangenen zehn Tage vor der Freistellung abgelaufen sind, war es abzusehen."

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Frontzeck war am vergangenen Samstag nach drei Niederlagen aus den vergangenen vier Spielen und einem 0:5 in Unterhaching von seinen Aufgaben entbunden worden. Sein Nachfolger ist Sascha Hildmann, der im Spiel gegen die Würzburger Kickers (Samstag, 14 Uhr) das erste Mal auf der Bank der Roten Teufel sitzen soll. Nach 17 Spieltagen steht Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern lediglich auf dem zwölften Platz (21 Punkte).

Rascher Stimmungswandel

Frontzeck hat einen Stimmungsumschwung beim FCK ausgemacht, der zu seiner Freistellung geführt habe. "Vor vier Wochen beim Spiel gegen Uerdingen (2:0, Anm. der Redaktion) war die Stimmung noch gut. Wir hatten eine lange Phase, in der wir gut gespielt und die Fehler selbst verursacht haben. Die Leute, die nun von fehlender Spielphilosophie sprechen, haben damals eine erkannt", sagte der frühere Nationalspieler.

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"Da war klar, dass die Stimmung kippt"

Frontzeck würde sich über mehr Geduld im Profi-Fußball freuen. "Es geht leider heute so rasend schnell, egal ob in der 3. Liga oder in der Bundesliga - vier Wochen später bist Du entlassen. Nach Wiesbaden (0:0, Anm. der Redaktion), als die ersten Fans am Zaun 'Frontzeck raus!' gebrüllt haben, war für mich klar, dass die Stimmung kippt", sagte er.

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"Schwieriges Umfeld in Kaiserslautern"

Eine Ungeduld, die beim FCK noch einmal größer als anderswo sei, so Frontzeck: "Das schwierige Umfeld in Kaiserslautern ist immer schwer zu greifen. Hier hängt vieles mit der Historie zusammen. Man zählte damals zu den Top-Adressen in Deutschland. Viele Menschen halten sich noch immer dort auf, was ich auch nachvollziehen kann. Die wenigsten Menschen dort wollen aber wahrhaben, was in den zurückliegenden zwanzig Jahren passiert ist. Und zwar nichts Positives. Der FCK ist wirklich ausgeweidet worden."

"Es war ein Kahlschlag"

Für den mangelnden sportlichen Erfolg macht Frontzeck auch den radikalen Umbruch nach dem Zweitliga-Abstieg Kaiserslauterns verantwortlich. "Mit 18 neuen Spielern ist das kein normaler Umbruch. Es war ein Kahlschlag", sagte er. Das Ziel sofortiger Wiederaufstieg sei möglicherweise zu hoch gewesen, so der Ex-Profi: "Ein großer Fehler war, dass ich die Zielsetzung Aufstieg mitgetragen habe. Und das der Aufstieg im Sommer auch als Zielsetzung ausgegeben wurde. Das war falsch. Hier herrscht noch ein Anspruchsdenken wie in besten Zeiten."

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Frontzeck will sich jetzt erst einmal eine Auszeit vom Profi-Fußball nehmen, sieht sich perspektivisch aber wieder auf der Bank eines ambitionierten Klubs. "Ich will erstmal abschalten und freue mich auf Weihnachten mit der Familie. Ich werde im neuen Jahr schauen, was auf mich zukommt. Ich werde weiter als Trainer arbeiten. Das ist der Job, den ich liebe."

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