Martin Bader (Geschäftsführer Sport 1. FC Kaiserslautern, li.) und -	Michael Klatt (Kaufmännischer Geschäftsführer 1. FC Kaiserslautern) (Foto: SWR)

Fußball | 3. Liga "Der 1. FC Kaiserslautern erkauft sich Zeit"

Die finanzielle Situation des 1. FC Kaiserslautern bewegt die zahlreichen Anhänger des Traditionsklubs aus der Pfalz. In der SWR-Sendung Flutlicht äußerten sich der Geschäftsführer Sport Martin Bader und der Kaufmännische Geschäftsführer Michael Klatt zur Zukunft des FCK.

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SWR-FCK-Experte Bernd Schmitt hat den Auftritt der beiden Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern beobachtet. Im Interview für SWR Sport beantwortet er die dringlichsten Fragen zur Zukunft der Pfälzer.

SWR Sport: Die Roten Teufel weisen ein Finanzloch in Höhe von zwölf Millionen Euro auf. Sie müssen es stopfen, um auch in der nächsten Saison in der 3. Liga spielen zu dürfen. Herr Schmitt, welchen Eindruck haben die beiden auf Sie gemacht? Werden sie es schaffen, den FCK zu retten?

Bernd Schmitt: Die beiden haben ganz klar den Eindruck hinterlassen, dass sie das schaffen werden mit der Lizenzerteilung. Und dass, was wir hinter den Kulissen erfahren haben, spricht auch dafür. Die Weichen für eine sogenannte Zwischenfinanzierung, und das ist nichts anderes als neue Kredite, die sind gestellt. Der FCK wird sich für ein weiteres Jahr in der 3. Liga also weiter verschulden, nach unserer Rechnung dann auf mehr als 20 Millionen Euro, aber Finanzchef Michael Klatt und Sportchef Martin Bader sehen dies als einzig gangbaren Weg an. Sie wollen sich damit auch ein weiteres Jahr Zeit kaufen, um in Ruhe über des möglichen Einstieg eines Großinvestors entscheiden zu können.

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Aber über genau diese Frage ist doch im Aufsichtsrat des FCK ein großer Streit ausgebrochen. Es gibt Aufsichtsräte, die behaupten, dass es Großinvestoren gäbe, die sofort bereit wären, in den FCK zu investieren ?

Richtig, der Aufsichtsrat und Kaiserslauterer Kommunalpolitiker sowie Geschäftsmann Michael Littig etwa sagen, dass mehrere Investoren bereit wären, mit zweistelligen Millionensummen in den FCK zu investieren. Nur offiziell sind diese Leute noch nicht vorstellig geworden bei der Geschäftsführung. Auch mit anderen Interessenten wird verhandelt, aber die wollen den vom FCK selbst festgelegten Wert des Vereines von 120 Millionen Euro drücken. Und genau deshalb wollen Klatt und Bader erst mal die Lizenz sichern, die Zwischenfinanzierung für die nächste Saison in der 3. Liga stemmen, um dann damit eine bessere Verhandlungsbasis zu haben und den Verein möglichst teuer zu verkaufen. Das ist die Strategie.

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Wann werden denn die vielen FCK-Fans wissen, ob und wie es mit ihrem Verein weitergeht?

Der FCK hat seine Unterlagen für die neue Lizenz fristgerecht eingereicht und der DFB überprüft jetzt, ob der Verein den Spielbetrieb und die Liquidität für eine weiteres Jahr in der 3. Liga zusichern kann. Das ist ein Prozess, da gibt es Rückfragen vom DFB, dann müssen vielleicht noch Unterlagen nachgereicht werden, Martin Bader sagte mir, er gehe davon aus, dass der Verein schon Mitte April Bescheid weiß. Letztlich hat der FCK sogar noch bis fast Ende Mai Zeit, seine Finanzierung zu regeln. Aber wie gesagt, die entspannte Haltung der Vereinsoberen signalisiert mir, dass es klappt mit der Lizenz. Ob dann aber, wenn sie erteilt ist, tatsächlich Millionen an Investorengeldern in den Verein fließen, das muss man abwarten.

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