Die treuen Fans des 1. FC Kaiserslautern in der Westkurve des Fritz-Walter-Stadions (Foto: Imago, Werner Schulz)

Fußball | 3. Liga Gibt es eine außerordentliche Vollversammlung beim FCK?

Am kommenden Montag tagt der Vereinsrat des 1. FC Kaiserslautern e.V.. Auf der Tagesordnung steht ein brisanter Punkt: die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung.

Einige Mitglieder des Vereinsrates wollen auf diesem Weg offenbar eine Satzungsänderung herbeiführen, die den Verein gegenüber der ausgegliederten Kapitalgesellschaft stärken soll. So könnte der Einfluss des potenziellen Investors Flavio Becca möglicherweise geschwächt werden.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Seit Sommer 2018 kann der FCK Investoren ins Boot holen

Es war der - bis dato - weitreichendste Schritt in der Vereinsgeschichte des 1. FC Kaiserslautern: Die Ausgliederung der Profi-Abteilung des FCK in eine Kapitalgesellschaft. Das war im Sommer 2018, also vor fast genau einem Jahr. Schon damals war die finanzielle Lage kritisch. Mit Hilfe der Ausgliederung war es nun möglich, Investoren mit ins Boot zu holen. Seither existiert die neue 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA parallel zum eingetragenen Verein, dem die Fußball-Nachwuchsmannschaften bis zur U16 sowie alle anderen Sportarten angehören.

Die Ausgliederung bewegt erneut die Gemüter

Ein Jahr später bewegt die Ausgliederung erneut die Gemüter. Offenbar sind die Verträge zwischen dem 1. FCK e.V. und der FCK-Kapitalgesellschaft noch nicht unterschrieben. Wilfried de Buhr, der ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende des 1. FCK e.V., bestätigte gegenüber SWR Sport: "An den Verträgen für Dienstleistungen fehlen noch die Preisschilder."

Konkret gehe es darum, wie Dienstleistungen zwischen dem FCK e.V. und der FCK-Kapitalgesellschaft abgerechnet werden sollen. Dabei handele es sich beispielsweise um die Kosten für die Mitgliederverwaltung und die Jahreshauptversammlung sowie die Honorare für die Übungsleiter in den verschiedenen Sportabteilungen des FCK.

Wer hat die Macht am Betzenberg?

Die "fehlenden Preisschilder" aber werden kaum alleiniger Grund dafür sein, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen zu wollen. Mit Blick auf die zurückliegenden Wochen und Monate könnte es dann auch um die große Frage gehen: Wer hat die Macht am Betzenberg? Der Verein oder Investoren? 

Wird die Satzung geändert?

Um in dieser Frage mehr Gewicht zu bekommen, müssten die Mitglieder auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Satzung ändern. Eine mögliche Variante: Der 1. FCK e.V. soll wieder einen von den Mitgliedern direkt gewählten Präsidenten erhalten. Zusätzlich soll dieser gewählte Präsident einen Sitz im Beirat der Kapitalgesellschaft bekommen. Bisher ist das Procedere anders: Die Mitglieder wählen einen Aufsichtsrat und der bestimmt den Vorstand des FCK e.V.. Allerdings hat der Vorstand des Muttervereines derzeit auf die Kapitalgesellschaft keinerlei Einfluss.

Ein Szenario mit viel Zündstoff

Eine außerordentliche Mitgliedervollversammlung beim 1. FC Kaiserslautern würde in der derzeitigen Situation für weiteren Zündstoff sorgen. Denn viele FCK-Mitglieder würden diese Versammlung sicher nutzen wollen, um über die jüngsten Vorkommnisse um den erzwungenen Rücktritt des damaligen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Michael Littig zu diskutieren. Diesen Rücktritt hatte Flavio Becca ultimativ zur Bedingung für seinen möglichen Einstieg beim FCK gemacht.

Dauer

Im Vereinsrat gibt es deshalb Stimmen, die bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung auch die Entlastung des Aufsichtsrates mit auf die Tagesordnung nehmen wollen. Bei einer Nichtentlastung könnten einzelne Aufsichtsräte dann sofort abgewählt werden.

Sollte es tatsächlich zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung kommen, könnte diese frühestens Ende Juli stattfinden. Nach SWR-Informationen will der FCK-Ehrenrat dem Vereinsrat die Empfehlung geben, für eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu stimmen.

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