Abwehrspieler Kevin Kraus vom 1. FC Kaiserslautern (Foto: Imago, Eibner)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Die neue Abwehrstärke des 1. FC Kaiserslautern

Seit acht Spielen steht Sascha Hildmann als Trainer an der Seitenlinie des 1. FC Kaiserlautern. 720 Spielminuten, in denen die Defensive des FCK nur fünf Gegentore kassierte. Ist die Abwehr die neue Stärke der Roten Teufel?

Es war ein schmerzhaftes Gegentor im letzten Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den FSV Zwickau. 92. Minute, der FCK führt mit 1:0. Freistoß Zwickau von links, kurz außerhalb des Sechzehners. FCK-Keeper Lennart Grill kann den Ball nicht festhalten. Getümmel im Strafraum, Schuss Ronny König, Tor, 1:1. Schon wieder der Zwickauer Ausgleich in der Nachspielzeit, genauso wie im Hinspiel.

Trotz spätem Unentschieden eine starke Abwehrleistung

Bis dahin hatte Kaiserslautern nur wenig zugelassen. Zwickau, über weite Strecken die bessere Mannschaft, agierte mit viel Ballbesitz. Aber es gab kein Durchkommen in den Strafraum der Lauterer. Der FCK machte hinten dicht, spielten konsequent. Wie so oft, seit Coach Hildmann da ist.

"Wir haben in der Winterpause von Viererkette auf Dreierkette umgestellt. Das bedeutet, dass wir uns in der Defensive auf eine Fünferkette fallen lassen. Wir wollen es dem Gegner schwer machen, Räume zu finden. Grundsätzlich wollen wir aus einer kompakten und stabilen Abwehr ins Umschaltspiel nach vorne kommen und Chancen kreieren", so der FCK-Trainer. Wichtig sei hierbei viel Kommunikation, aber auch immer eine gute individuelle Zweikampfhärte.

Der Plan geht auf

Genau das funktioniert. Die neue Abwehrstrategie ist die neue Stärke des FCK. Vergleicht man die Defensivleistung der Pfälzer seit Hildmanns Antritt mit den Mannschaften der Tabellenspitze, braucht Lautern sich nicht zu verstecken. Fünf Gegentreffer in acht Spielen. Da kann nur der Karlsruher SC mithalten. Tabellenführer Osnabrück fing sich sechs Gegentore. Der Tabellendritte Wehen Wiesbaden in der gleichen Zeit sogar zwölf.

In der laufenden Saison hatte Kaiserslautern unter Ex-Trainer Michael Frontzeck in 17 Spielen einen Gegentorschnitt von 1,65 pro Spiel. In den bisher acht Spielen von Sascha Hildmann sind es durchschnittlich 0,63 Gegentreffer. Und an der Ligaspitze hat Osnabrück einen Saisonschnitt von 0,72 Toren gegen sich pro Partie.

Hildmann ist "sehr zufrieden"

"Ich bin sehr zufrieden, die Mannschaft hat die Vorgaben sehr gut umgesetzt“, so Hildmann. Seine Garanten in der Defensive? "In erster Linie André Hainault und Kevin Kraus, aber auch Carlo Sickinger und Lennart Grill sind wichtig und müssen viel kommunizieren. Letztlich ist jeder Akteur entscheidend."

Blickrichtung nach oben oder unten?

Wo geht die Reise für die Roten Teufel hin? Entscheidend werden die nächsten Wochen sein. Der FCK steht auf Platz zwölf im Niemandsland der Tabelle. Das Polster nach unten, zu den Abstiegsplätzen, es scheint mit sieben Zählern aktuell noch komfortabel.

Für die großen Ambitionen des Vereins, für das Saisonziel, das eigentlich Aufstieg hieß, ist der Abstand zum Relegationsplatz allerdings mit neun Punkten deutlich zu hoch. Osnabrück an der Tabellenspitze ist für den Zweitligaabsteiger FCK schon längst nicht mehr einzuholen.

Vier Spiele - vier Gelegenheiten

Die nächsten Gegner heißen Köln, Jena, Braunschweig und Lotte. Vier Vereine, die in der Tabelle hinter den Kaiserslauterern stehen. Vier Chancen aus einer starken Abwehr heraus wieder viele Torgelegenheiten zu generieren. Vier wichtige Spiele, die endgültig zeigen können, wohin es denn jetzt geht für den FCK.

Nachholbedarf in der Offensive

Damit es in der Tabelle nach oben gehen kann, muss jetzt der Sturm an die gute Arbeit der Defensive anknüpfen. Bei der Chancenverwertung ist noch Luft nach oben für Hildmanns Team. Über allem steht die alte Fußballweisheit: "Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften."

Meister, das wird Kaiserslautern trotz der aktuell guten Defensive nicht mehr. Aber ein paar Spiele, die kann und sollte der FCK noch für sich entscheiden.

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