Fans des 1. FC Kaiserslautern. (Foto: Imago, imago)

Fußball | 3. Liga Neue Unruhe beim FCK

Der Streit um die Frage nach dem passenden Investor beim 1. FC Kaiserslautern hallt nach: Ein Mitglied des FCK fordert nun offiziell den sofortigen Vereinsausschluss des Beiratsvorsitzenden Patrick Banf und zwei weiterer Beiräte. Was nach "Sturm im Wasserglas" klingt und nach Vereinsmeierei riecht, könnte weitreichende Folgen haben. 

Das FCK-Mitglied, das namentlich nicht genannt werden will, wirft dem FCK Beiratsvorsitzenden Patrick Banf und den Beiräten Jochen Grotepaß und Paul Wüst vor, gegen die Satzung des Vereines verstoßen zu haben.

Worum geht es konkret?

Flavio Becca, der mögliche Investor des 1. FC Kaiserslautern, hatte für sein wirtschaftliches Engagement zur Bedingung gemacht, dass der von den Vereinsmitgliedern demokratisch gewählte FCK-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Littig seinen Posten räumt. Nachdem sich der Beirat des FCK mehrheitlich für Beccas Angebot entschieden hatte, trat Littig von seinen Ämtern zurück. Beccas Forderung wurde also indirekt erfüllt. In diesem Vorgang, in der Billigung von Beccas Rücktrittbedingung, sieht der anonyme Antragssteller einen Verstoß gegen die Vereinssatzung.

Dauer

Welche Folgen hat der Antrag?

Der Vorstandsvorsitzende Wilfried de Buhr will den Antrag schnellstmöglich rechtlich prüfen lassen. Die Rahmenbedingungen für eine solche Prüfung stehen in der Satzung des Vereins. Darin ist etwa geregelt, dass während eines Ausschlussverfahrens sämtliche Mitgliedsrechte ruhen. Das könnte bedeuten, dass die drei Beiräte ihr Amt momentan gar nicht ausüben dürfen. Welche Folgen das dann wiederum haben könnte, ist aktuell noch offen. Zunächst stand sogar eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Raum.

Der Vereinsrat tagt

Da ist also noch vieles im Unklaren. Noch ist es nicht mehr als der Antrag eines einzelnen Mitgliedes. Dieser Antrag aber steht nicht alleine im Raum. Bereits Ende vergangener Woche hatte sich der Ehrenrat des 1. FC Kaiserslautern in gleicher Angelegenheit an den Vereinsrat des FCK gewandt. Der Ehrenrat ist sowas wie die höchste moralische Instanz des Vereins. Und auch der Ehrenrat sieht in der Rücktrittsforderung an Michael Littig einen Verstoß gegen die Vereinssatzung.

Das Gremium macht sich nicht für einen Vereinsausschluss stark, forderte aber die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Den Mitgliedern solle dadurch, so steht es in dem Antrag geschrieben, "die ihnen versprochene und auch zustehende Transparenz zu vereinsentscheidenden Vorgängen gewährt werden". "Nur so", glaubt der Ehrenrat, könne verloren gegangenes Vertrauen wieder hergestellt werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat der FCK-Vereinsrat am Dienstagabend beschlossen, statt der außerordentlichen Mitgliederversammlung die reguläre Jahreshauptversammlung, die ursprünglich im Dezember stattfinden sollte, bereits im September abzuhalten.

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