André Hainault mit seinen Kindern im veganen Restaurant in Kaiserslautern. (Foto: SWR)

Fußball | Gesichter der Liga André Hainault: Der pflanzliche Fußballer vom FCK

André Hainault ist Verteidiger beim 1. FC Kaiserslautern. Und er ist Veganer: Hainault verzichtet auf alle tierischen Produkte, weder Fleisch noch Fisch, keine Eier und Milch.

André Hainault sitzt in einem veganen Restaurant in Kaiserslautern und bestellt ein veganes Curry. Tofu statt Fleisch, ein Lebensstil, von dem immer mehr Leistungssportler überzeugt sind. "Ich bin Veganer geworden für mich selbst als Leistungssportler und für eine bessere Regeneration", sagt er dem SWR.

Zusammen vegan

Seit knapp zehn Jahren informiert Hainault sich über vegane Ernährung, hat Dokumentationen gesehen und sich mit anderen Spielern und Experten ausgetauscht. Auch seine Familie ist dabei eine große Unterstützung: "Ich bin nicht allein: meine Frau und unsere Kinder ernähren sich auch vegan. Wir machen das zusammen. Wenn ich allein wäre, wäre es schwerer. So ist das kein Problem."

Besseres Verständnis für den eigenen Körper

Auch Timo Hildebrand, Dirk Nowitzki oder Marco Koch haben vegane Rezepte in ihren Speiseplan mitaufgenommen. Aber kann man als Profisportler ohne tierische Eiweiße überhaupt leistungsfähig sein? Hainault sagt ja: "Früher in Magdeburg hatte ich viele Verletzungen und immer Abduktoren-Probleme. Seitdem ich mich vegan ernähre, fühle ich mich sehr gut. Ich kann meinen Körper jetzt viel besser verstehen und weiß was er braucht."

Ganz so einfach ist das dann aber doch nicht, die Sache mit der veganen Ernährung und dem Profisport. Prof. Dr. Hans Hauner von der TU München, Ernährungsexperte der ARD, rät dazu, sich intensiv beraten zu lassen. Das gelte insbesondere für Leistungssportler: "Dem Körper können durch eine vegane Ernährung viele Stoffe wie Vitamin B12, Kalzium und so weiter fehlen."

Auch Hainault ist sich der Gefahr einer möglichen Mangelernährung bewusst, sagt: "Ich mache das nicht blind." Er lässt sich regelmäßig ein großes Blutbild machen, führt lange Gespräche mit seinem Arzt und passt seine Ernährung entsprechend an.

Dass sich Hainault vegan ernährt, ist kein Geheimnis in der FCK-Kabine. Vor und nach dem Training macht sich der 32-jährige immer einen großen Smoothie. Klar, dass sich der Kanadier da den ein oder anderen Spruch anhören muss, auch von Trainer Sascha Hildmann. Doch Hainault nimmt es mit Humor: "Ich sage dann immer: keiner lacht mehr wenn ich noch bis ich 40 bin spiele." Die Jungs, die immer die Witze machen, seien auch die gleichen, die dann zu ihm kommen und den Smoothie probieren wollen. "Ich glaube immer mehr Spieler werden sich vegan ernähren."

Hainault hat schwere Saison erwartet

Und damit zum Sportlichen: Das vorgegebene Ziel – der Aufstieg in die zweite Liga ist in Ferne gerückt. Hainault betont, dass die Mannschaft weiter entspannt sei. "Das war für mich von Anfang an klar, dass das schwer wird. Gerade auch wenn 20 neue Spieler in die Mannschaft kommen." Und so gilt für ihn, was für so viele Profis gilt: "Mein Ziel ist es immer, das nächste Spiel zu gewinnen."

An das Karriereende denkt der 32-Jährige noch nicht. Sein Vertrag beim 1. FC Kaiserslautern läuft noch bis Ende Juni 2020. "Ich denke schon an die Zukunft – aber ich versuche im Moment zu leben. Ich fühle mich sehr gut."

Eine Zukunft kann er sich mit seiner Familie auch in Deutschland vorstellen. "Ich fühle mich sehr wohl hier in Deutschland. Meiner Frau und meinen Kindern gefällt es auch sehr gut. Deutschland ist ein Top Land – meiner Familie geht es gut hier. Das passt für mich super." Inklusive der Ernährung.

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