Klaus Weichel (Foto: SWR)

Fußball | 3. Liga Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel: "Benefit zieht man nur aus den Grundstücken"

Im Interview mit SWR Sport erklärt Oberbürgermeister Klaus Weichel den Stand der Dinge in Sachen FCK-Investorensuche aus Sicht der Stadt Kaiserslautern.

SWR Sport: Herr Weichel, Sie hatten Besuch von Flavio Becca, der wohl in der Stadt Gelände kaufen will. Können Sie uns dazu etwas sagen?

Klaus Weichel: Das ist in der Tat so, Herr Becca war hier. Es geht bei ihm um das Interesse, hier in der Stadt etwas zu investieren. Da redeten wir über Flächen innerhalb der Stadt, insbesondere das Pfaff-Gelände. Wir haben aber auch über das Stadionumfeld, über die Flächen der Stadiongesellschaft, die städtischen Flächen und das Stadion selbst gesprochen.

SWR Sport: Es scheint festzustehen, dass das Gelände, das Stadion und der Verein in Verhandlungen nicht trennbar sind - oder?

Weichel: Ich trenne da schon. Was Verhandlungen im Umfeld der Mannschaft und Investitionen in die Mannschaft angeht, da bin ich nicht involviert, das geht mich nichts an. Das ist Sache des FCK, da zu verhandeln.  Bei mir geht es nur darum, die Stadiongesellschaft zu sichern. Das ist eine hundertprozentige städtische Tochter und das Schicksal der Stadiongesellschaft hängt ganz eng mit der Stadt zusammen. Insofern nehme ich mir das Recht heraus, da auch zu verhandeln. Aber das trenne ich ganz strikt von der Mannschaft.

Dauer

SWR Sport: Für Investoren könnte es Sinn machen, wenn der FCK insolvent und in der Regionalliga wäre. Dann wären die Verträge mit der Stadt nicht mehr gültig und alles wäre viel billiger zu bekommen - oder?

Weichel: Bei einer Insolvenz sind die Verträge in der Tat obsolet. Das wäre für uns eine sehr schwierige Situation, über die ich momentan noch nicht nachdenken möchte, denn das gilt es zu vermeiden.

SWR Sport: Es gibt jetzt regionale Sponsoren, die drei Millionen in den Verein investieren wollen. Wie bewerten Sie das?

Weichel: Ich kenne beide Handelnden seit langer Zeit und weiß um das Engagement. Diese Summe, die hier im Raum steht, dient ja zur Lizenzsicherung. Ob sich die beiden, die jetzt im Gespräch sind, auch langfristig eine Investition vorstellen können, die der Gesundung der Mannschaft dient, entzieht sich meiner Kenntnis.

SWR Sport: Hat das Ganze auch eine parteipolitische Dimension, insbesondere im Wahlkampf?

Weichel: Mir wäre sehr daran gelegen, wenn die Parteipolitik hier herausgehalten würde. Hier geht es ausschließlich um die Zukunft des FCK und um die Zukunft der Stadiongesellschaft. Das eignet sich nicht für parteipolitische Spiele. Denn da würde es nur Verlierer geben.

SWR Sport: Haben Sie das Gefühl, dass Herr Becca und auch die anderen Investoren es hier ernst meinen? Oder geht es nur noch am Rande um den FCK und eigentlich um Grundstücke und Immobilien?

Weichel: Ich gehe davon aus, dass sich die Kaiserslauterer Investoren das sehr genau überlegt haben und gehe von einer großen Ernsthaftigkeit aus, denn man stellt nicht drei Millionen zur Disposition, ohne sich genau zu überlegen, was man tut. Über Immobilien-Interessen habe ich da noch nichts gehört. Aber bei Herrn Becca stehen natürlich auch Interessen neben dem FCK - und da gehe ich auch von einer Ernsthaftigkeit aus - natürlich gibt es da auch Interessen an Immobilien. Denn das Ganze ist ein Paket. Den eigentlichen Benefit zieht man nur aus den Grundstücken.

SWR Sport: Haben Sie Hoffnung, dass das Ganze für den FCK und damit auch für die Stadiongesellschaft zu einem guten Ergebnis kommt?

Weichel: Dieses Problem treibt mich jetzt schon seit zehn Jahren um, und ich habe in zehn Jahren schon sehr viele Höhen und Tiefen hier erlebt, habe aber nie den Mut verloren und immer wieder die Gespräche mit Investoren gesucht. Mein Ziel ist es, das Stadion zu veräußern, denn es ist nicht zentrale Aufgabe einer Stadt, einen Stadionbetrieb aufrecht zu erhalten. Ich bin guter Hoffnung, dass wir jetzt bei einer Vielzahl von Interessenten einen Weg finden werden.

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