Die Fans sind dem 1. FC Kaiserslautern auch in schlechten Zeiten treu (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | 3. Liga Kommentar: Der FCK - das schwarze Schaf der Familie

Der 1. FC Kaiserslautern hat seinen Plan vorgestellt, wie er aus seiner finanziellen Misere herauskommen will. Weil noch kein großer Investor in Sicht ist, sollen die Fans und Anhänger mithelfen bei einer Zwischenfinanzierung. Sie können in eine neue Betze-Anleihe investieren - oder über das Internet einen Kredit geben. Ein Kommentar von SWR-Reporter Jürgen Rademacher.

"Wir borgen uns damit Zeit von der FCK-Familie. Warum? Weil wir davon ausgehen, dass die Familie unsere Strategie kennt und versteht und wir um entsprechendes Vertrauen werben."

Michael Klatt - Geschäftsführer Finanzen 1.FC Kaiserslautern

Bleiben wir doch mal im Bild der Familie, das der FCK-Finanzgeschäftsführer Michael Klatt bemüht hat. Mir kommt der 1. FC Kaiserslautern im Moment so vor wie der entfernte Cousin, der ab und zu auf Familienfeiern erscheint - aber sich sonst eher nicht meldet. In regelmäßigen Abständen steht er dann aber vor der Tür: Er habe ein neues Projekt, das Erfolg verspricht - er bräuchte nur eine kleine Anschubfinanzierung. Und die Familie, die gibt ihm das Geld - weil der Cousin das schon irgendwie hinbekommen wird.

Der FCK hat immer wieder seine Familie enttäuscht

Dummerweise hat der Cousin FCK es in der Vergangenheit nicht hinbekommen; der Verein schlittert seit Jahren von einer Krise in die nächste. Immer wieder wurde die Familie der Fans bemüht - und immer wieder enttäuscht.

Dauer

Zum Beispiel mit der letzten Betze-Anleihe: Die sollte aus dem Nachwuchsleistungszentrum Fröhnerhof eine blühende Fußball-Landschaft machen - am Ende wurde das Geld zumindest teilweise dafür benutzt, die laufenden Kosten zu decken und neue Spieler zu kaufen. Der Cousin FCK sollte aufpassen - auch der Geduldsfaden einer Familie kann reißen. Sie könnte dem Verwandten auf einmal die kalte Schulter zeigen und eben kein Geld mehr geben, wenn er das nächste Mal vor der Tür steht.

Dieses Mal wird die Fan-Familie zähneknirschend noch mal in die Geldbörse greifen - aber dieses Mal sollte das Projekt des Cousins FCK auch wirklich funktionieren.

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