Die Fans mussten viel mitmachen: Eine Choreo in Meppen (Foto: Imago, Eibner)

3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Vorrundenbilanz: Der 1. FCK ist Mittelmaß

Vor dem Rückrundenstart gegen 1860 München sind die Abstiegsränge für den Tabellenzehnten FCK wesentlich näher als der Weg nach oben. Zudem plagen den Klub große finanzielle Sorgen.

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Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

"Auftaktsieg: Janek Sternberg lässt den Betze beben. Gänsehaut-Atmosphäre auf dem Betzenberg. Zum Drittliga-Start vor mehr als 40.000 Zuschauern feierte der 1. FC Kaiserslautern einen verdienten 1:0-Sieg gegen 1860 München."

So lauteten die ersten Zeilen auf SWR.de/Sport nach dem ersten Spieltag der Drittligasaison. Der Traditionsklub aus der Pfalz schien den erstmaligen bitteren Abstieg in die Drittklassigkeit gut verkraftet zu haben. Gleich sieben neue Spieler hatte Trainer Michael Frontzeck in die Startelf eingebaut. Und auch wenn längst noch nicht alles rund lief, war die Euphorie auf und rund um den Betzenberg groß.

Negativserie

Doch nur eine Woche später der erste Rückschlag. In Großaspach (der Mannschaft des neuen FCK-Trainers Sascha Hildmann) verspielten die roten Teufel eine 1:0 Führung, kassierten durch individuelle Fehler noch den Ausgleich. Es folgten sechs (!) weitere Spiele ohne Sieg, darunter der peinliche Auftritt beim 0:2 in Halle. Hier präsentieren sich die roten Teufel wie ein Absteiger.

Die Wende dann im Duell der letztjährigen Zweitligisten. Bei Eintracht Braunschweig gab es ein 4:1, danach ein 2:1 Heimsieg gegen die Sportfreunde Lotte. Und da auch eine Woche später, beim 0:2 in Osnabrück, die Leistung stimmte und der FCK nach der Länderspielpause ein souveränes 2:0 gegen den KFC Uerdingen und ein 2:1 beim VfR Aalen folgen ließ, glaubten alle Beteiligten und auch die Fans wieder an bessere Zeiten. Als Tabellensiebter betrug der Rückstand auf Relegationsplatz drei nur noch zwei Punkte.

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Rückfall ins Mittelmaß

Es kam der November und mit ihm kehrte wieder die pure Tristesse am Betzenberg ein. 0:2 im Fritz-Walter-Stadion gegen Energie Cottbus, 1:4 bei Hansa Rostock und erneut kein Heimsieg beim 0:0 gegen Wehen Wiesbaden. Da war klar - die Tage von Trainer Michael Frontzeck waren gezählt. Einen Tag nach dem Debakel von Unterhaching, wo desolate Lauterer beim 0:5 ohne Chance waren, war es dann soweit. Frontzeck wurde beurlaubt, es übernahm wenige Tage später Sascha Hildmann.

Solider Einstand des neuen Coaches  

Der gebürtige Kaiserslauterer, im Trainergeschäft noch relativ unerfahren, war zwar nicht die Wunschlösung der Verantwortlichen, zeigte aber in den ersten beiden Spielen seiner Amtszeit durchaus, dass er "seinen" FCK wieder zurück in die Spur führen kann. Ein 0:0 nach überlegenem Auftritt gegen die Würzburger Kickers und ein (glücklicher) 1:0-Auswärtssieg beim SV Meppen – die ersten beiden Leistungsnachweise des Frontzeck-Nachfolgers. Mit 25 Punkten als Tabellenzehnter geht der 1. FC Kaiserslautern damit in die am Wochenende startende Rückrunde. Damit hat das Team keine realistische Chance mehr auf den Wiederaufstieg.

Lizenz in Gefahr – es fehlen 12 Millionen Euro  

Die Rückkehr in die zweite Liga ist für den viermaligen deutschen Meister aber zwingend notwendig. Pro Saison in der Drittklassigkeit müssen fünf Millionen Euro einkalkuliert werden, zur Erlangung der Lizenz für die kommende Spielzeit fehlen insgesamt zwölf Millionen Euro. Diese müssen bis März zur Verfügung stehen, entweder durch eine Zwischenfinanzierung oder aber durch Investoren. Zudem werden weitere 6,7 Millionen Euro für die Rückzahlung aus der Fan-Anleihe benötigt. Das alles sind, unabhängig vom Ausgang der letzten Partie des Jahres bei 1860 München, keine allzu rosigen Aussichten.

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