Sven Höh (Foto: Imago, Imago/ Fotostand)

Fußball | 3. Liga

FCK-Torwart-Trainer Sven Höh: "Es gibt schlimmeres als Gerry Ehrmann als Vorgänger zu haben"

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Im Februar 2020 ist Torwarttrainer Sven Höh beim 1. FC Kaiserslautern zu den Profis aufgerückt. Im SWR Sport Podcast "Nur der FCK" spricht er über Abstiegskampf und Trainingsformen, aber auch über seinen Vorgänger.

Zugegeben, der 1. FC Kaiserslautern hat schon bessere Zeiten erlebt. Was sich in den vergangenen Monaten, eigentlich sind es ja schon Jahre, auf und neben dem Platz abgespielt hat, hätten sich Beteiligte und Fans wohl nicht annähernd vorstellen können. Doch jetzt scheint es, zumindest sportlich, doch noch ein Happy End zu geben. Nach dem wichtigen 4:1-Heimsieg gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, den KFC Uerdingen, können die Roten Teufel am vorletzten Spieltag mit einem Erfolg bei Viktoria Köln den Klassenerhalt klarmachen. Ohne auf Ausrutscher der mitgefährdeten Klubs angewiesen zu sein.

"Wir haben in den letzten Wochen den Fokus komplett auf uns gerichtet, damit sind wir sehr gut gefahren", sagt FCK-Torwarttrainer Sven Höh, "jetzt wäre es der völlig falsche Ansatz, den Blick auf die anderen zu richten." Und so wird der FCK auch bei der Viktoria in Köln auf Sieg spielen - und dabei hoffen, dass ihr ehemaliger Stürmer Timmy Thiele kein Tor macht. "Das wäre nicht sinnvoll, wenn er trifft. Aber bei meinem Job als Torwarttrainer wünsche ich mir, dass wir wieder einmal zu null spielen. Dann könnte Timmy seine Tore auf den letzten Spieltag verschieben."

Sven Höh umarmt Avdo Spahic (Foto: Imago, Imago/ Jan Huebner)
Sven Höh freut sich mit seiner Nummer 1 Avdo Spahic über den 3:2 Sieg gegen Unterhaching Imago Imago/ Jan Huebner

Sven Höh - mehr Pfälzer geht nicht

Schon als kleiner Junge stand der gebürtige Kaiserslauterer Sven Höh neben dem Trainingsplatz und ist den Bällen hinterher gerannt, die hinter dem Zaun landeten. Es folgte die klassische FCK-Fan-Karriere in der Westkurve. Dass es dann als Aktiver im Tor nicht ganz nach oben gehen würde, war nach Stationen in Pirmasens, Hohenecken und Zweibrücken, dem heute 37-Jährigen schnell klar. "Ich habe mit Mitte 20 festgestellt, dass es nicht für den Profifußball reichen wird und habe damals eine Torwartschule gegründet. Parallel dazu durfte ich 2009 dann beim FCK als Torwartcoach der U12 hinein schnuppern. So ist das Ganze entstanden."

Viel gelernt von Vorgänger Gerry Ehrmann

Dort hat Sven Höh auch seinen Vorgänger Gerry Ehrmann kennengelernt. Die FCK-Legende war ja, bis zu seiner Freistellung im Februar 2020, fast ein Vierteljahrhundert im Verein. Über die Umstände seiner Entlassung, die Klage und der dann folgenden, außergerichtlichen Einigung, möchte sich Sven Höh verständlicherweise nicht äußern, auch wenn er sich natürlich einen anderen Einstieg als Torwarttrainer der Profis gewünscht hätte. "Da musste ich mich nicht nur einmal schütteln, als ich das Training der Keeper leiten sollte. Mir war schon klar, was das für Wellen schlägt."

Da aber damals wenige Tage später das Derby gegen den SV Waldhof anstand, war für Sven Höh klar, dass er die auch mental nicht einfache Aufgabe übernehmen wird. Für ihn überwiegt, bei allen äußeren Umständen, mit einem gewissen zeitlichen Abstand, das Positive: "Da gibt es glaube ich schlimmeres, als Gerry Ehrmann als Vorgänger zu haben. Da gibt es wahrscheinlich sehr wenige Vereine, wo du als junger Trainer so viel lernen kannst."

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Torleute brauchen eine gewisse Mentalität

Den 1. FC Kaiserslautern sieht Sven Höh immer noch ganz vorne, wenn es um die Torwartausbildung geht. Weidenfeller, Wiese, Fromlowitz, Sippel, Trapp und Grill heißen einige der hochtalentierten Keeper der Vergangenheit - Spahic, Raab, Otto und Weyand stellen das aktuelle Team der Keeper. "Wir haben einen sehr guten Konkurrenzkampf", sagt Sven Höh, "die Jungs können alles auf ihrer Position erreichen. Wir als Verein können ihnen die Plattform liefern, den Rest müssen sie selbst machen."

Besonders beeindruckt war der Coach vom Willen von Matheo Raab, der sich nach einer schweren Verletzung zurück gekämpft hat und der in dieser Saison bereits dreimal in der 3. Liga zum Einsatz kam. Was mit Sicherheit aber auch an der guten und anerkannten Arbeit von Sven Höh liegt: "Das Torwartspiel ist emotional, und so sind in der Regel auch unsere Trainingseinheiten aufgebaut. In der Summe geht es da schon rund."

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