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Zum 1. März ist der frühere Profi Thomas Hengen als Geschäftsführer Sport zum 1. FC Kaiserslautern zurückgekehrt. Im SWR Sport Podcast "Nur der FCK" spricht der Pfälzer über seine Stationen und seine Ziele.

Den größten Erfolg seiner aktiven Karriere feierte Thomas Hengen 1996, in seinem damals vorerst letzten Spiel für den 1. FC Kaiserslautern. Der gebürtige Südpfälzer hatte bereits einen Vertrag beim Karlsruher SC unterschrieben, da gewann er mit den Roten Teufeln im Berliner Olympiastadion das DFB Pokalfinale, ausgerechnet gegen seinen neuen Arbeitgeber KSC.

DFB Pokalsieger 1996 - Thomas Hengen gewinnt mit dem 1.FC Kaiserslautern das Finale gegen den Karlsruher SC im Berliner Olympiastadion mit 1:0. (Foto: Imago, Imago/ Uwe Kraft)
DFB Pokalsieger 1996 - Thomas Hengen gewinnt mit dem 1.FC Kaiserslautern das Finale gegen den Karlsruher SC im Berliner Olympiastadion mit 1:0. Imago Imago/ Uwe Kraft

So ganz genau kann sich Thomas Hengen wegen des "ein oder anderen Kaltgetränks" heute nicht mehr an die Feierlichkeiten erinnern, wie er im SWR Sport Podcast "Nur der FCK" erzählt. Was er aber weiß, dass es auch aufgrund der Situation mit dem Abstieg der Lauterer aus der Bundesliga eine Woche zuvor und seinem Wechsel nach Karlsruhe eine ganz spezielle Situation war.

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KSC, BVB, Besiktas, Wolfsburg

Nach zwei Jahren beim Karlsruher SC lockte 1998 Borussia Dortmund, doch hier verlor Thomas Hengen nach gutem Start durch eine Verletzung schnell den Anschluss. Außerdem war der Konkurrenzkampf unwahrscheinlich hoch, auch wegen des übergroßen Kaders: "Das Trainingsniveau war so hoch, dass es schwierig war, beim 11 gegen 11 im Trainingsspiel in den Kader zu kommen", erzählt der heute 46-Jährige, der wenig später nach Istanbul ausgeliehen wurde. Bei Besiktas traf er auf den früheren FCK Coach Karl-Heinz Feldkamp und machte auch hier lehrreiche Erfahrungen: "Istanbul ist eine tolle Stadt mit herzlichen und gastfreundlichen Menschen. Aber die Derbys sind extrem. Wenn du gewinnst, kannst du in der halben Stadt eine Woche umsonst essen und trinken gehen. Bei einer Niederlage aber darfst du dich nicht blicken lassen, da fliegen auch schon einmal Steine auf den Platz." Wesentlich ruhiger lief es dann unter dem wie Hengen aus der Pfalz stammenden Wolfgang Wolf beim VfL Wolfsburg.

Rückkehr nach Kaiserslautern - Teil 1

2001 kehrte Thomas Hengen zurück zum 1. FC Kaiserslautern. Er wurde gleich Stammspieler und Kapitän, bevor dann, in der Saison 2002/2003, das Knie nicht mehr mitspielte. Insgesamt drei Operationen, so richtig kam der A-Jugend Meister von 1989 nicht mehr in Form. Und so wurde sein im Juni 2004 auslaufender Vertrag nicht mehr verlängert. Bereits im Januar aber wurde der Kapitän, zusammen mit den Akteuren Steffen Freund und Markus Anfang, suspendiert. So richtig aufgelöst wurde diese Aktion, Hengen einigte sich später außergerichtlich mit dem FCK, nie. Wir wollten im SWR-Sport-Podcast "Nur der FCK" natürlich wissen, was denn damals los war? "Das sind Sachen, die halt passieren, wenn man im Büro zusammen sitzt und anderer Meinung ist", kann Hengen heute über die Situation schmunzeln. "Der Verein wollte Spieler mit Druck loswerden und von der Payroll haben. Dazu gab es auch damals schon die Problematik mit einer Insolvenz. Da wurden Prämien für Spieler eingefroren und an anderer Stelle Geld, das eigentlich nicht mehr da war, ausgegeben. Wir waren da weit auseinander und sind nicht mehr zusammen gekommen."

Aachen, Everton, HSV, Westham, PSV EIndhoven

Bevor es dann in diesem Jahr mit dem Zusammenkommen wieder geklappt hat, gab es aber noch die ein oder andere Station in der Vita von Thomas Hengen. Zunächst bei Alemannia Aachen, zunächst als Spieler, dann als NLZ-Chef und Trainer der zweiten Mannschaft.: "Eigentlich wollte ich Trainer werden", sagt Hengen, doch dann ergab sich eher zufällig die Möglichkeit der Spielbeobachtung auf allerhöchsten Niveau. "Ich saß bei einem Spiel zur Vorbereitung auf den Trainerschein, da sprach mich der Chefscout des FC Everton an, ob ich mir das vorstellen könnte". Er konnte, aus den zwei Wochen Probescouting wurden dann insgesamt vier Jahre. Everton, der Hamburger SV, West Ham United und PSV Einhoven hießen hier die Vereine, für die der 13-malige U-21-Nationalspieler tätig war. Danach ging es zurück zur Alemannia nach Aachen. Hier sammelte Thomas Hengen erste Erfahrungen in der Vereinsführung, als Sportdirektor.

Der Weg geht nach oben - FCK Geschäftsführer Thomas Hengen hofft auf bessere Zeiten. (Foto: Imago, Imago/ Eibner)
Der Weg geht nach oben - FCK Geschäftsführer Thomas Hengen hofft auf bessere Zeiten. Imago Imago/ Eibner

Rückkehr nach Kaiserslautern - Teil 2

Seit 1. März ist Thomas Hengen zurück in seiner sportlichen Heimat, zurück auf dem Betzenberg, als Geschäftsführer Sport. Dass es, nach durchlaufener Insolvenz und Abstiegsplatz zum Einstand, eine heikle Mission werden würde, dass war dem 46 Jährigen klar. Aber, nach zwölf Punkten und dem Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz in seiner noch kurzen Amtszeit hat er schnell erkannt, um was es hier geht: "Betze ist Kampf bis zum Schluss, das muss auch auf dem Platz gelebt und gezeigt werden. Bis zur Schmerzgrenze", gibt der neue Sportchef die Marschrichtung vor. Und die Jungs scheinen es verstanden zu haben. Auch wenn noch nicht alles rund läuft, auch wenn durch die späten Gegentore zuletzt wieder einige Punkte verschenkt worden sind, das Minimalziel Klassenerhalt rückt näher. Und dann? Angriff nach oben? Thomas Hengen lacht: "Ich kenne das Thema, das ist doch eine alte Schallplatte. Aber wir müssen diese Liga mit Demut angehen und akzeptieren. Es gibt so viele Traditionsvereine in der 3. Liga, die sagen, eigentlich sind wir ja gefühlt Bundesligist. Sicherlich haben auch wir Ambitionen, aber zunächst müssen wir die kommenden Ziele erreichen. Mindestens einen Punkt bei den Münchner Löwen holen und dann das Heimspiel gegen Uerdingen gewinnen."

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