Thomas Hengen, hier vor 20 Jahren als FCK Kapitän, hat sein Amt als Geschäftsführer Sport angetreten  (Foto: imago images, Imago/ Claus Bergmann)

Fußball | 3. Liga

Thomas Hengen - vom FCK-Spieler zum Geschäftsführer

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Der Pfälzer Thomas Hengen kehrt zurück in die Pfalz. Zweimal war der gebürtige Landauer als Spieler für den 1. FC Kaiserslautern aktiv, jetzt hat er seine Arbeit als Geschäftsführer Sport aufgenommen.

Als Thomas Hengen den 1.FC Kaiserslautern 2004 zum zweiten Mal verlassen hatte, konnte man nicht unbedingt von einer erneuten Rückkehr ausgehen. Die erste Amtszeit als Spieler endete bereits 1996 und führte ihn über die Stationen Karlsruhe, Dortmund und Wolfsburg 2001 zurück auf den Betzenberg. Als es dort für Hengen wegen zahlreicher Verletzungen sportlich nicht mehr lief, wurde er zusammen mit Markus Anfang und Steffen Freund suspendiert. Im März 2004 klagte Hengen gegen die Suspendierung, letztlich einigten sich Verein und Spieler außergerichtlich.

"Fast schon surreal"

Jetzt ist er also wieder da, in neuer Funktion als Geschäftsführer Sport. Und findet die Rückkehr nach 17 Jahren "fasst schon etwas surreal". Den Kontakt zu Hengen hatte der wiedergewählte Aufsichtsrat Rainer Keßler bereits vor längerer Zeit hergestellt, als Hengen noch als Scout bei der PSV Eindhoven unter Vertrag stand. Konkreter wurde es dann vor einigen Wochen, da gab es einen intensiveren Austausch mit dem Aufsichtsrat um Keßler und Markus Merk sowie Finanz- Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. Danach war für den 46-jährigen Hengen, zuletzt als Sportdirektor bei Alemannia Aachen im Einsatz, schnell klar, dass es zurück geht auf den Betzenberg.

Arbeitsteilung mit Soeren Oliver Voigt

In der neuen Führung ist Hengen als Geschäftsführer für die sportlichen Dinge zuständig. "Soeren Oliver Voigt und ich werden uns ergänzen und alles dafür tun, dass der Verein wieder Erfolg haben wird". Der Pfälzer freut sich auf jeden Fall auf seine neue Aufgabe, ist sich aber gleichzeitig der großen Verantwortung bewusst.

Dass die aktuelle Situation beim Traditionsklub keine einfache ist, weiß Hengen natürlich auch- "Es hängt alles vom sportlichen Erfolg ab. Jeder sollte wissen, es geht um die Zukunft und um die Existenz." Was das Ziel Klassenerhalt angeht, stellt sich Hengen genauso wie der neue Coach Marco Antwerpen auf einen "Kampf bis zum Ende" ein. Für diesen Kampf wird Hengen übrigens bei den Spielen mit auf der Trainerbank sitzen.

Thomas Hengen als Nachwuchsspieler beim 1.FC Kaiserslautern (Foto: imago images, Imago)
Der Abwehrspieler war im Amateurbereich für den SV Rülzheim und Phönix Bellheim aktiv, bevor er 1989 zum 1. FC Kaiserslautern wechselte und mit der A-Jugend des FCK 1992 die deutsche Meisterschaft gewann. Imago Bild in Detailansicht öffnen
Als Jugendnationalspieler absolvierte er insgesamt 13 Länderspiele in der U16 und der U18, später weitere 13 Spiele für die U21-Nationalmannschaft. Einmal kam er auch in der A2-Nationalmannschaft zum Einsatz. Imago Bild in Detailansicht öffnen
In der Saison 1992/93 absolvierte er sein erstes Bundesligaspiel für den FCK, konnte sich aber bis 1996 keinen Stammplatz erkämpfen, da die Liberoposition mit Miroslav Kadlec bzw. Andreas Brehme fest vergeben war. In seinem letzten Spiel für den 1. FC Kaiserslautern gewann er im Mai 1996 in Berlin den DFB-Pokal. Imago Bild in Detailansicht öffnen
Von 1996 bis 1998 macht Thomas Hengen 60 Spiele für den Karlsruher SC. Er fügte sich in seiner ersten Saison beim KSC nahtlos in die Mannschaft ein und absolvierte 30 von 34 Spielen. In der darauf folgenden Saison stieg der KSC jedoch aus der Bundesliga ab, woraufhin Hengen zu Borussia Dortmund wechselte. Image/ Kicker/ Liedel Bild in Detailansicht öffnen
Thomas Hengen im Trikot von Borussia Dortmund. Beim BVB hatte er keinen Stammplatz und wurde zur Spielzeit 1999/2000 an Beşiktaş Istanbul verliehen. Im Dezember 1999 erfolgte eine zweite Leihe, diesmal an den VfL Wolfsburg. Imago Bild in Detailansicht öffnen
In Wolfsburg gehörte Hengen zum Stammpersonal. 39 Mal trug er das VfL Trikot als Abwehrchef der Niedersachsen. Imago Bild in Detailansicht öffnen
Zur Saison 2001/02 wechselte er zurück zum 1. FC Kaiserslautern. Er wurde zum Mannschaftskapitän ernannt und erwies sich in der ersten Saison als Verstärkung in der Abwehr. In der Saison 2002/03 musste sich Hengen drei Knieoperationen unterziehen und kam so auf nur 10 Einsätze. Insgesamt bestritt er 224 Bundesligaspiele und erzielte sieben Tore. Imago Bild in Detailansicht öffnen
2004 wechselte er in die 2. Bundesliga zu Alemannia Aachen, kam dort aber wegen einer chronischen Hüftgelenksarthrose nicht mehr zum Einsatz. Seit 2009 arbeitete er u.a. für den FC Everton, den Hamburger SV, West Ham United sowie die PSV Eindhoven als Scout; im März 2020 wurde er als Sportdirektor bei Alemannia Aachen angestellt. Am 9. Februar 2021 gab Alemannia Aachen die Trennung von Thomas Hengen bekannt. Am gleichen Tag bestätigte der 1.FC Kaiserslautern, dass Hengen ab 1. März 2021 als Geschäftsführer Sport beim pfälzischen Traditionsverein arbeiten wird. Imago Bild in Detailansicht öffnen
Zum letzten Mal aktiv am Ball zu sehen war Thomas Hengen beim Abschiedsspiel von Roman Weidenfeller 2018. Imago Bild in Detailansicht öffnen

Sportlicher Werdegang nicht vorhersehbar

Dass Hengen irgendwann einmal als Sportdirektor, so wie in Aachen, oder wie jetzt als Geschäftsführer Sport Karriere machen wird, war nicht abzusehen. Eigentlich wollte der frühere Profi Trainer werden, was er als Coach der zweiten Mannschaft von Alemannia Aachen auch war, doch dann erfolgte die "Umschulung". Zunächst war Hengen Scout für den FC Everton, den Hamburger SV, West Ham United sowie die PSV Eindhoven, dann wurde er, zurück in Aachen, Sportdirektor. Und jetzt also eine leitende Funktion bei seinem Jugendverein, beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. "Einen Plan hat man im Fußballgeschäft eher nicht. Der Weg kommt". Mal gespannt, wohin er für Thomas Hengen und den FCK führen wird.

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