STAND
AUTOR/IN

Im August ist Uwe Scherr zum 1.FC Kaiserslautern zurückgekehrt. Als Chef des Nachwuchsleistungszentrums soll der frühere Profi dafür sorgen, dass der FCK wieder die erste Anlaufstelle für die Talente aus der Region wird.

Es hätte ohne Probleme der erste mehrstündige "Nur der FCK"-Podcast werden können. Soviel interessantes aktuelles, aber auch Geschichten aus der Vergangenheit, hatte Uwe Scherr auf Lager. Zum Beispiel die, wie er 1989 zum 1.FC Kaiserslautern kam. Bereits im Februar hatte der Mittelfeldspieler, damals noch beim FC Augsburg in der Bayernliga aktiv, dem FCK sein Wort für einen Wechsel gegeben.

"Wie aufbauen? Ich will spielen"

"Im März hatte ich dann plötzlich 14 Anfragen von Bundesligisten, habe aber mein Wort gehalten. Dann hatte ich vor dem ersten Spieltag ein Gespräch mit Trainer Gerd Roggensack, der mir sagte, dass sie mich langsam aufbauen wollen. Daraufhin hab ich gefragt, wie aufbauen, ich will spielen." Was Uwe Scherr dann auch gemacht hat. Er stand in der Startelf beim 2:1 Auftaktsieg gegen Borussia Mönchengladbach.

Highlights: DFB-Pokalsieg und Deutsche Meisterschaft

Für Scherr folgten noch 79 weitere Spiele im Trikot der Roten Teufel, mit den beiden Höhepunkten Pokalsieg 1990 und 1991 mit der Deutschen Meisterschaft. "Ich werde jetzt nach meiner Rückkehr nach Kaiserslautern häufiger mit diesen Ereignissen konfrontiert. Zuletzt habe ich Bilder gesehen, da sind mir vor lauter Emotionen die Tränen runtergelaufen", sagt der 54 Jährige, mit den besten Erinnerungen an Pokal- und Meistercoach Kalli Feldkamp, der damals den glücklosen Roggensack abgelöst hatte.

Der 1. FC Kaiserslautern als DFB-Pokalsieger 1990 (Foto: Imago, Imago Images/ Schumann)
Der 1. FC Kaiserslautern als DFB-Pokalsieger 1990 Imago Imago Images/ Schumann

Großfamilie Scherr

Aufgewachsen ist der Franke Uwe Scherr mit 13 Geschwistern, als zweitjüngster war es hier für ihn nicht immer einfach. Besonders dann, wenn er vom kicken spät nach Hause kam und sein vorbereitetes Abendbrot schon bei einem seiner älteren Geschwister gelandet war. "Du musst einiges an Entbehrungen in Kauf nehmen, aber es hat mir nicht geschadet", sagt Scherr, der die ganz besonderen Familienverhältnisse so beschreibt: "Man stelle sich vor, meine 10 Schwestern auf dem Spielfeld und meine Mama im Tor, dann hätten wir eine komplette Fußballmannschaft gehabt."

Audio herunterladen (35,6 MB | MP3)

Viele reizvolle Stationen

Nach seiner aktiven Karriere, die Reise damals ging über Kaiserslautern noch zum FC Schalke 04, zum 1.FC Köln und zum Wuppertaler SV, kehrte Scherr zunächst nach Schalke zurück, war hier Chefscout und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Danach zog es den vierfachen Familienvater nach Aachen, später war er in Ghana und Brasilien und zuletzt in Budapest aktiv.

Im August dann die Rückkehr zum 1.FC Kaiserslautern, den er mit seiner Erfahrung wieder zum Aushängeschild für die talentierten Nachwuchskicker machen möchte: "Wir nehmen hier die Vergangenheit als Ratgeber für die Zukunft und versuchen in allen Jahrgängen, die besten Spieler der Region auf den Fröhnerhof zu holen." Um dann den Fokus auf eine ganzheitliche Ausbildung zu legen. "Verfestigt hat sich hier ein Satz eines ehemaligen Trainers, der sagte, 'gewonnen und verloren wird zwischen den Ohren'." In Absprache mit den Schulen möchte der FCK den Jugendlichen die beste Ausbildung vermitteln, was natürlich in Zeiten der Coronapandemie nicht immer einfach ist.

Hoffnung auf neue Talente

Bereits nach den ersten Monaten im Amt ist sich Scherr sicher, dass auch demnächst wieder der ein oder andere NLZ-Kicker den Sprung zu den Profis schaffen wird. Den nicht gerade verwöhnten FCK-Fans macht der Nachwuchsleiter Hoffnung: "Ich sehe sehr verheißungsvolle Talente, die es schaffen können und bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren Spieler an die erste Mannschaft heranbringen, die dritte, zweite und hoffentlich auch einmal wieder Bundesliga spielen können."

Kaiserslautern

Fußball | 3. Liga Nach Enttäuschung gegen Köln: Der 1. FC Kaiserslautern befindet sich im Abstiegskampf

Der 1. FC Kaiserslautern hat gegen Viktoria Köln Remis gespielt - das zehnte Unentschieden im 18. Drittligaspiel. Damit treten die Pfälzer im Tabellenkeller auf der Stelle. Die Leistung der Roten Teufel zeigt, dass es wohl nur um den Klassenerhalt geht.  mehr...

Fußball | 3. Liga FCK-Trainer Jeff Saibene: "Wir haben gerade keine einfache Phase"

Dem 1. FC Kaiserslautern fehlen Erfolge. Zwar ist die Mannschaft in der 3. Liga seit vier Spielen ungeschlagen, es gab bisher aber nur einen Sieg und drei Unentschieden im Monat November. Das nervt Trainer Jeff Saibene.  mehr...

Kaiserslautern

Fußball | 3. Liga FCK verstärkt sich mit Rückkehrer Jean Zimmer

Der 1. FC Kaiserslautern holt mit Jean Zimmer von Fortuna Düsseldorf einen alten Bekannten an den Betzenberg. Der 27-jährige Außenbahnspieler stand bereits bis 2016 bei den Roten Teufeln unter Vertrag.  mehr...

STAND
AUTOR/IN