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Der Generalbevollmächtigte des FCK, Dirk Eichelbaum, und der Sachwalter Andreas Kleinschmidt sind optimistisch, dass es beim 1. FC Kaiserslautern weitergeht. Gesucht wird ein Investor, der sich langfristig engagiert, um die finanzielle Situation so abzusichern, damit sich der FCK nicht mehr "von einer Saison wo‘s kribbelig ist zur nächsten hangeln muss".

Es gab in der Tat schon bessere Zeiten beim 1. FC Kaiserslautern. Sportlich ist der Klassenerhalt in der dritten Liga zwar so gut wie geschafft, aber noch nicht gesichert. Daneben bereitet sich der Traditionsklub auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung vor - um den Weg frei zu machen für neue Investoren. Für die kommenden drei Monate wurde dem FCK ein Generalbevollmächtigter zur Seite gestellt. Der Stuttgarter Dirk Eichelbaum wird sich neben Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt um die Belange außerhalb des Fußballs kümmern. "Ich werde mich definitiv nicht in die sportlichen Dinge einmischen", sagt Eichelbaum im SWR Sport Podcast "Nur der FCK".

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Das war keine Veranstaltung, die man wollte

Der Schritt, den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen, war laut Eichelbaum unumgänglich. "Man war zwar zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht zahlungsunfähig, doch diese Zahlungsunfähigkeit wäre Ende des Monats eingetreten. Und Geld für ein Verfahren sollte dann schon noch vorhanden sein." Natürlich kam den Pfälzern in Zeiten der Coronapandemie die Entscheidung des DFB entgegen, den 9 Punkte Abzug auszusetzen. Außerdem dürfte das Transferfenster im Hinblick auf die kommende Saison nach hinten verschoben werden.

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Bei gutem Willen liegen die Heilungschancen bei 100 Prozent

Während FCK Aufsichtsrat Markus Merk in der schwierigen Situation von der Nachspielzeit sprach und hier auf die guten sportlichen Erfahrungen in der Vergangenheit verwies, sieht auch Dirk Eichelbaum gute Chancen, gestärkt aus der Krise herauszukommen. Angesprochen auf die Heilungschancen des Intensivpatienten FCK sagt er: "Die liegen bei 100 Prozent, aber es ist notwendig, dass sich alle Beteiligten darauf einigen, dass der FCK fortbestehen muss." Den Gläubigern begegnet der Jurist mit großem Respekt. "Die Sache muss bei der Verteilung und bei der Abwicklung gerecht zugehen. Das ist keine belustigende Veranstaltung, niemand hat das gewollt", so Eichelbaum.

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Gewaltiges Fanpotential macht FCK zu einer interessanten Adresse

Dass der 1.FC Kaiserslautern als Traditionsklub noch immer trotz der Drittklassigkeit bundes- und sogar weltweit einen guten Ruf genießt, könnte bei der Suche nach Investoren natürlich von Vorteil sein. Außerdem böte das Konstrukt der GmbH und Co KG auf Aktien eine sehr interessante Möglichkeit, um verlässlich in die Marke FCK zu investieren. Unglaublich toll findet Eichelbaum, dass es immer noch Fans gibt, die ihrem FCK auch in dieser schwierigen Lage helfen wollen. Hierzu sagt der Generalbevollmächtigte: "Das zeigt, welche Strahlkraft und Wucht dieser Verein hat. Wir wollen die Fans aber in Zukunft nicht zur Kasse bitten, wenn wir ihnen nicht ganz klar vermitteln können, wo das Geld hingeht. Den Fan sollte man nicht verprellen, sondern mitnehmen."

Sachwalter Kleinschmidt teilt den Optimismus

Wir hatten im Podcast "Nur der FCK" auch die Gelegenheit mit dem Sachwalter Andreas Kleinschmidt zu sprechen. Der Frankfurter, der bereits in das Insolvenzverfahren der Offenbacher Kickers eingebunden war, ist optimistisch, dass es auch für den 1.FC Kaiserslautern weitergeht. "Die Chancen beim FCK sind grundsätzlich gut, es gibt eine breite Basis, ein breites Fundament auf dem der Klub steht. Es gehe nicht darum, "irgendeine Lösung zu basteln oder irgendjemand zu finden der mal ein bisschen Geld für die nächste Saison bringt", so Kleinschmidt, sondern um eine langfristige Perspektive "aus der man nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sportlich nach vorne kommt."

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