Die Spieler des 1. FC Kaiserslautern bilden nach der Partie gegen Dynamo Dresden einen Kreis.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Relegation

FCK nach 0:0 im Hinspiel: Mit Optimismus nach Dresden

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Das Rennen um den letzten Startplatz in der 2. Bundesliga bleibt spannend. Nach dem 0:0 vor stimmungsvoller Kulisse im Fritz-Walter-Stadion sieht FCK-Trainer Dirk Schuster die Vorteile bei seinem Team. Eindrücke und Reaktionen.

Um 20:27 Uhr, drei Minuten vor Anpfiff, lief Dirk Schuster aus dem Spielertunnel. Er legte seine Hände hinter dem Rücken ineinander, blieb andächtig vor der Trainerbank stehen und blickte staunend auf die Tribüne, wo die Fans des FCK ihre Choreographie präsentierten. Schuster hatte betont, wie wichtig die Unterstützung der Fans sein würde, um eine gute Ausgangsposition zu schaffen. Jetzt stand er da mit leicht geöffnetem Mund, so als wollte er die Energie des Betzenbergs aufsaugen, denn wie viel Kraft es braucht, eine Relegation zu meistern, hat der 54-Jährige am eigenen Leib erfahren.

2014 hat Schuster, diese Geschichte ist vor diesem Spiel immer wieder erzählt worden, die Relegation mit dem damaligen Drittligisten Darmstadt 98 auf spektakuläre und vor allem nervenzehrende Art und Weise gewonnen. Die Lilien hatten das Hinspiel gegen Arminia Bielefeld zu Hause 1:3 verloren. Schuster päppelte seine Mannschaft in den Tagen danach auf. Das Rückspiel gewann sie 4:2 nach Verlängerung und stieg auf.

Der FCK gegen Dresden: Keine verunsicherte Mannschaft

Welche Geschichte dieses Mal erzählt werden wird, lässt sich nach dem 0:0 im Hinspiel nicht absehen. Gezeigt hat die Partie aber, dass es dem neuen FCK-Trainer innerhalb weniger Tage gelungen ist, dem verunsicherten FCK das Selbstvertrauen zurückzugeben. Schuster hatte Kapitän Jean Zimmer nach dessen chronischer Darmerkrankung von Beginn an auflaufen lassen. Lautern stürmte wild los, spielte aggressiv, ackerte, hatte die erste Hälfte weitgehend im Griff. Ein Schuss von Terrence Boyd flog über das Tor (27. Minute), den nächsten Versuch von Kenny Prince Redondo konnten die Dresdner blocken (29.). Nach der Pause ging der Rhythmus verloren. Die Roten Teufel konnten die Wucht der ersten Hälfte nicht mehr entfachen. FCK-Torhüter Matheo Raab musste einmal eingreifen, nachdem Christoph Daferner geköpft hatte. Größere Gelegenheiten sahen die 46.895 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion nicht mehr.

FCK-Kapitän Jean Zimmer: "Wunden lecken" und "Voll-Power"

Kapitän Jean Zimmer sprach vom "erwartet intensiven Spiel". Von Beginn an habe sein Team ein Zeichen setzen wollen. Das habe auch funktioniert. "Mit einem Quäntchen Glück machen wir das 1:0." Defensiv sei die Mannschaft gut gestanden, jetzt gehe es darum, die "Wunden zu lecken" und in Dresden (Dienstag, 20:30 Uhr) "Voll-Power" zu geben. Dort könne alles passieren. Auch Kevin Kraus war mit der Leistung zufrieden. "Schade" sei nur, dass es nicht zu einem Tor gereicht habe. Der Auftritt habe aber gezeigt, "dass wir uns nicht verstecken brauchen". Und Marlon Ritter sagte: "Ich bin guter Dinge fürs Rückspiel. Man hat nicht gesehen, wer in der zweiten und wer in der dritten Liga spielt. Am Dienstag wollen wir das Ding reißen."

FCK-Trainer Dirk Schuster: "Die Unterstützung war gigantisch"

Als die 90 Minuten vorbei waren, zeigte sich FCK-Trainer Dirk Schuster immer noch beeindruckt von der Kulisse. Die Unterstützung sei "gigantisch" gewesen, genauso, wie es die Mannschaft gebraucht habe. Und die "hat ihr Herz auf dem Platz gelassen", sagte er. "Sie hat alles rausgefeuert, was in ihrer Macht stand, ist bis an die körperlichen Grenzen gegangen. Bei dem einen oder anderen ist ein bisschen der Schlauch geplatzt, aber das ist normal." Nach Dresden nehme er sehr viele gute Gedanken mit, etwa dass sein Team Dynamo kaum Chancen ermöglicht habe. Das habe er seinen Spielern unmittelbar nach Abpfiff im gemeinsamen Kreis mitgegeben. "Für uns war das ein Erfolg. Warum sollen wir nicht in Dresden gewinnen?" Zu verbessern seien die Abschlüsse, der letzte Pass und die Besetzung des Strafraums bei Standardsituationen. "Aber im Großen und Ganzen stimmt mich dieser erste Auftritt sehr optimistisch." Dass die FCK-Fans nach dem Spiel "Auswärtssieg" skandierten, ist ihm nicht entgangen. "Den Auftrag haben wir verstanden."

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