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Marc Schnatterer ist beim 1.FC Heidenheim eine Art lebende Legende. Nach 13 Jahren verlässt er jetzt den Verein. Als Studiogast in der Sendung SWR Sport BW hat er unter anderem über seinen holprigen Start beim FCH berichtet.

Marc Schnatterer kann sich noch ganz genau an den Sommer vor 13 Jahren erinnern. 2008 war der Mittelfeldspieler von der zweiten Mannschaft des Karlsruher SC zum damaligen Regionalligisten 1.FC Heidenheim gewechselt. Schon nach wenigen Tagen aber haderte der seinerzeit 22-Jährige mit seiner Vereinswahl.

"Ich habe mir damals einfach Gedanken gemacht, ob Regionalliga für mich die Zukunft ist und mich für alle möglichen Sportstudiengänge beworben"

"In der Mannschaft war alles okay", erzählte Marc Schnatterer am Sonntag als Studiogast bei SWR Sport BW über die schwierige Anfangszeit an der Brenz, "aber ich habe mir damals einfach Gedanken gemacht, ob Regionalliga das Richtige für mich und meine Zukunft ist und habe mich damals für alle möglichen Sportstudiengänge beworben. Dann habe ich nochmal zwei Tage freibekommen, alles mit meiner Familie besprochen und bin dann doch geblieben". Schnatterers bildhaftes Fazit seiner Zeit in Heidenheim: "Schlechter Start in die Ehe, und dann hat es 13 Jahre gehalten".

Holger Sanwald: "Dann werfen wir den Vertrag weg..."

Auch Heidenheims Vorstandsboss Holger Sanwald hat den Stotter-Start des damaligen Mittelfeldspielers aus Karlsruhe nach der langen Zeit noch bestens im Gedächtnis: "Schnatti ist halt ein Besonderer", schmunzelt Sanwald im Gespräch mit SWR Sport, "nach zwei, drei Wochen kam er zu mir und sagte, dass es ihm hier gar nicht gefällt, er komme nicht klar, es sei nicht sein Ding".

Dann, so der Heidenheimer Vorstand, sei man wie folgt verblieben: "Ich sagte ihm, mach' mal die Vorbereitung mit, vielleicht pendelt sich's ja ein. Wenn nicht, dann werfen wir den Vertrag weg, dann macht's auch keinen Sinn".

Es machte dann aber doch Sinn, und wie. Die phänomenale Entwicklung der zunächst komplizierten Liaison ist bekannt und wirklich einzigartig: Aus den zwei, drei Wochen in Heidenheim wurden unglaubliche 13 Jahre.

Marc Schnatterer avancierte zum Kunstschützen, Leistungsträger und langjährigen Kapitän. Aufstieg in die 3. Liga, Aufstieg in die 2. Liga, Beinahe-Aufstieg in die Bundesliga. Heidenheim war Schnatterer, und Schnatterer war Heidenheim. Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Eine lebende Heidenheimer Fußball-Legende: 434 Ligaspiele und 112 Tore waren es am Ende für den FCH.

Leider noch kein Abschied von den Heidenheimer Fans

Jetzt, mit 35, verlässt Marc Schnatterer den 1.FC Heidenheim. Sein Vertrag wurde nicht mehr verlängert, der FCH plant die Zukunft mit jüngeren Akteuren.

Nur zu gerne hätte er sich deshalb vor einer Woche am letzten Spieltag der Saison gegen den Karlsruher SC persönlich von seinen vielen Fans in der Heidenheimer Arena verabschiedet. Was aber aufgrund der Pandemie-Bestimmungen im leeren Stadion nicht möglich war: "Das hat mir wirklich gefehlt, das schmerzt am meisten, am letzten Spieltag einfach still und heimlich zu gehen", bedauerte Marc Schnatterer in SWR Sport BW die eher trostlose Szenerie auf den sonst prall gefüllten Rängen bei seinem letzten Auftritt im FCH-Trikot.

Deshalb planen Spieler und Verein auch ein Abschiedsspiel: "Ein volles Stadion mit viel Unterhaltung und ein emotionales Ende", das wäre der große Wunsch des Marc Schnatterer. Und wird auch von Holger Sanwald bestätigt: "Mal schauen, wann ein Termin passt, wir sind im Austausch."

Wohin wechselt Marc Schnatterer?

Und weil Aufhören für Marc Schnatterer auch mit 35 noch keine Option ist, bleibt die Frage, für welchen neuen Verein der gebürtige Heilbronner demnächst am Ball sein wird: "Zweite Liga, dritte Liga, beides sind interessante Ligen", sagt Marc Schnatterer, "man muss schauen was passiert und was zu mir als Person auch passt, um dann noch einmal anzugreifen".

Jetzt also ist Heidenheim für Marc Schnatterer Geschichte, nach 13 Jahren voller eindrucksvoller Erlebnisse: "In der Regionalliga gestartet, dann sieben Jahre 2. Liga gespielt, das ist auch für mich beeindruckend. Klar, ein Jahr Bundesliga wäre nochmal das i-Tüpfelchen gewesen..."

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